Traditionsbetrieb ist insolvent
Elektro- & Schaltanlagenbauer schlittert nach 40 Jahren in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 26.03.2026

Rund 130 Gläubiger:innen und 47 Dienstnehmer:innen sind von der Insolvenz betroffen. Die Passiva betragen mehr als fünf Millionen Euro.

Wie aus Mitteilungen von KSV1870 und AKV hervorgeht, hat die Elektro- u. Schaltanlagenbau Winter Gesellschaft mbH beim Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, das noch am 26. März 2026 eröffnet wurde. 

Traditionsbetrieb

Das 1986 gegründete Unternehmen mit Sitz in Knittelfeld ist in der Herstellung von Schaltanlagen, Steuerschränken und Zählerkästen sowie in der Elektroinstallation im Objektbau und im Bereich umwelttechnischer Anlagen tätig. Insgesamt sind rund 47 Dienstnehmer:innen betroffen, davon 29 direkt im Unternehmen beschäftigt. Zudem sind etwa 130 Gläubiger:innen involviert.

Den Kreditschützern zufolge belaufen sich die Passiva auf rund 5,1 Millionen Euro, denen Aktiva von etwa 1,06 Millionen Euro gegenüberstehen. Somit beträgt die rechnerische Überschuldung rund 4,03 Millionen Euro. Ein Großteil der Verbindlichkeiten entfällt demnach auf Bankforderungen, weitere bestehen gegenüber Lieferant:innen und öffentlichen Gläubiger:innen.

Gründe für die Pleite

Als Ursachen der Insolvenz werden vor allem wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen genannt. So hätten stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise nicht ausreichend an Kund:innen weitergegeben werden können. Zusätzlich belasteten Verluste aus Großprojekten das Ergebnis. Liquiditätsengpässe seien zudem durch Zahlungsverzögerungen, hohe Abfertigungszahlungen sowie notwendige Vorauszahlungen für Materiallieferungen verschärft worden.

Elektro- u. Schaltanlagenbau Winter beabsichtigt eine Fortführung und Sanierung. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme. Ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger:innen liegt und der Sanierungsplan umsetzbar ist, wird im Zuge des Verfahrens zu prüfen sein.

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Gernot Prattes bestellt.

www.ksv.at

www.akv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV