In den vergangenen Jahren haben Podcasts als Medienformat stark an Relevanz und somit Publikum gewonnen. Mehr als fünf Millionen von ihnen gibt es inzwischen weltweit, wobei die Spannweite von klassischen "Laber-Podcasts" über wirtschaftliche und politische Themen bis zu Interviewformaten reicht. Und auch in Österreich erfreut sich das vielfältige Audioformat großer Beliebtheit, wie der Ö3-Podcast-Award auch heuer zeigte: Die Auszeichnung, die alljährlich die heimische Podcast-Szene vor den Vorhang holt, verzeichnete in seinem sechsten Jahr über 55.000 abgegebene Community-Stimmen für insgesamt 1.300 verschiedene Podcasts.
Aus diesen hat die hochkarätige Jury (einen Überblick über die Jury finden Sie hier) gemeinsam mit der Ö3-Redaktion nun die besten 20 Podcasts aus Österreich ermittelt. Außerdem gewürdigt wurden die beliebtesten Newcomer-Podcasts sowie die besten Corporate-Podcasts heimischer Unternehmen. Die Verleihung fand schließlich am Mittwoch im ORF-Zentrum am Küniglberg statt; präsentiert wurden die Preisträger:innen dann der Öffentlichkeit am Donnerstag im Ö3-Wecker. Als Hosts fungierten heuer Jana Petrik und Fabian Kotschwar.
Das sind die Top 3
Als Publikumsfavorit und somit als großer Gewinner des diesjährigen Ö3-Podcast-Awards ging "Liebreizend Extreme" von Sarah und Stefan Ager hervor. Für das Tiroler Ehepaar ist es der bisherige Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung: Nachdem der Podcast vor drei Jahren bereits mit dem Newcomer-Award ausgezeichnet wurde (LEADERSNET berichtete), vor zwei Jahren auf Platz sieben landete (LEADERSNET berichtete) und im Vorjahr Rang drei erreichte (LEADERSNET berichtete), reichte es heuer nun endlich für den ersten Platz. In ihrem wöchentlichen Format sprechen die beiden über den Alltag mit Zwillings-Kleinkindern, über den Balanceakt zwischen Elternschaft und Partnerschaft sowie darüber, wie sich persönliche Träume trotz Familienleben weiterverfolgen lassen. "Wir haben geträumt und gehofft. Dass wir das jetzt geschafft haben und dass unsere Community bei unseren Diskussionen dabei ist, das ist überwältigend", freute sich das Ehepaar.
Auf Rang zwei landete mit "Dr. Horror" ein Format, das zeigt, dass auch abseits des Mainstreams großes Publikumspotenzial liegt. Stefan Sonntagbauer widmet sich in seinem Podcast dem Genre Horror und beleuchtet dieses nicht nur als Quelle des Gruselns, sondern auch als Spiegel menschlicher Erfahrungen. "Horror ist nicht nur zum Gruseln, sondern sagt uns auch viel darüber, was es heißt, Mensch zu sein", so der Oberösterreicher, der dabei nicht nur persönliche Leidenschaft, sondern auch fachliche Expertise einbringt, da er sich als Kulturwissenschaftler nämlich auch beruflich mit Horrorforschung beschäftigt. Zudem war er bis zur Auflösung der Band Bassist von "Krautschädl".
Den dritten Platz sicherte sich "Ketchup With A Friend" von Stefanie Harms und Sophia Plätzer. Damit bestätigte sich zugleich ein Trend, der sich bereits im Vorjahr abgezeichnet hatte: Besonders gefragt sind weiterhin lockere Gesprächsformate, die stark von der Chemie ihrer Hosts leben – sogenannte "Laber-Podcasts". Bemerkenswert ist dabei vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich der Podcast in der Community etabliert hat, denn das Format der beiden Salzburgerinnen besteht erst seit knapp einem Jahr. Umso größer war die Überraschung bei der Preisverleihung, wie die beiden selbst einräumten: "Wir haben mit gar nichts gerechnet und haben uns auf gut Glück beworben."
Newcomer-Award für leise Geschichten
Den Newcomer-Award sicherte sich Helene Eder mit ihrem Podcast "Zwischenton". Darin widmet sie sich, wie sie selbst sagt, "leise Geschichten von Menschen, die leicht übersehen werden". Das Spektrum der Gäste reicht etwa von einem Vater in einer männerdominierten Branche, der über seine Elternkarenz berichtet, über eine vom Hochwasser betroffene Person bis hin zu einer Jakobsweg-Pilgerin, die ihr Ziel mit Unterstützung anderer erreichte. Die Idee sei aus persönlichen Erfahrungen entstanden, wie die Preisträgerin erklärt: "Ich bin vor zwei Jahren an ME/CFS erkrankt und habe seither gelernt, anders zuzuhören. Ich habe gemerkt, dass jeder eine Geschichte hat, die es wert ist, gehört zu werden."
Rotes Kreuz NÖ sichert sich Corporate-Award
Seit dem Vorjahr zeichnet Ö3 mit dem Corporate-Award auch die besten Unternehmenspodcasts des Landes aus. Heuer ging die Auszeichnung an "Am Berufungsort" vom Roten Kreuz Niederösterreich. Das Format gibt Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Organisation und beleuchtet, was sich hinter den Kulissen von Rettungsdienst, Katastrophenhilfe, sozialen Diensten und Innovationen wie Telemedizin abspielt. Entgegengenommen wurde der Award von Florian Schodritz gemeinsam mit Medea Thiery und Christine Werner-Pickart. Dabei betonte Schodritz: "Mit dem Podcast zeigen wir die Arbeit unserer Mitarbeiter:innen auf. Der Award ist deshalb eine Auszeichnung für sie."
Alle Gewinner:innen im Überblick sowie die weiteren Platzierungen sehen Sie in unserer Infobox.
LEADERSNET war bei der Verleihung dabei. Eindrücke finden Sie in unseren Galerien hier und hier.
www.oe3.orf.at
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