Great Place To Work Studie
Warum Kontrolle nicht der Schlüssel zu mehr Produktivität ist

| Larissa Bilovits 
| 14.05.2026

Die aktuelle Studie "Best Workplaces Austria 2026" von Great Place To Work zeigt, dass bessere Leistung nicht automatisch durch strengere Führung entsteht. Wo Vertrauen gelebte Praxis ist, fällt die Leistungsbereitschaft deutlich höher aus.

Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Anforderungen und wachsender Leistungsdruck stellen viele Unternehmen vor die Frage, wie Produktivität nachhaltig gesteigert werden kann. Die aktuelle Studie "Best Workplaces Austria 2026" von Great Place To Work liefert darauf eine klare Antwort: Nicht zusätzliche Kontrolle, sondern eine starke Vertrauenskultur scheint ein entscheidender Hebel für bessere Leistung zu sein. Die Untersuchung basiert auf rund 1,7 Millionen Antworten von mehr als 40.000 Mitarbeitenden in Österreich.

Vertrauen als Produktivitätsfaktor

Die Studienergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Unternehmen mit hoher Vertrauenskultur und österreichischen Durchschnittsbetrieben. Während Top-Arbeitgeber beim Produktivitätswert auf 83 Prozent kommen, liegt der Vergleichswert im Durchschnitt bei 55 Prozent – ein Abstand von satten 28 Prozentpunkten.

Auch bei weiteren leistungsrelevanten Faktoren schneiden Betriebe mit stark ausgeprägter Vertrauenskultur klar besser ab. So geben 85 Prozent der Mitarbeitenden in diesen Unternehmen an, bereit zu sein, über das Erwartete hinauszugehen. In Durchschnittsunternehmen liegt dieser Wert bei 56 Prozent. Ebenso erleben 78 Prozent der Beschäftigten in Top-Betrieben ihre Arbeit als sinnstiftend, während es im Durchschnitt ebenfalls lediglich 56 Prozent sind. Anerkennung erfahren laut Studie 85 Prozent der Mitarbeitenden der besten Unternehmen, im Vergleich zu 52 Prozent in durchschnittlichen Unternehmen.

Leistung lässt sich nicht verordnen

Aus Sicht der Studienautor:innen zeigt sich damit, dass zusätzlicher Einsatz nicht durch Druck angeordnet werden kann, sondern freiwillig entsteht. Besonders wichtig seien dafür drei Faktoren: Mitarbeitende müssen verstehen, warum ihre Arbeit relevant ist, sie müssen Wertschätzung für ihre Leistung erfahren und sie müssen das Gefühl haben, ernst genommen sowie eingebunden zu werden. Gerade in mittelgroßen Unternehmen werde laut Great Place To Work sichtbar, dass Produktivität nicht automatisch durch engere Kontrolle steigt. Vielmehr brauche es eine Kultur, die Orientierung bietet, Vertrauen schafft und Beschäftigte darin bestärkt, Verantwortung zu übernehmen.

"Unsere Daten zeigen eindeutig: Unternehmen, die auf Vertrauen setzen, sind nicht nur resilienter, sondern auch messbar produktiver. Produktivität entsteht dort, wo Mitarbeitende Sinn erleben, Anerkennung erfahren und sich einbringen können", fasst Jörg Spreitzer, Managing Partner Great Place To Work Österreich, die Studienergebnisse zusammen. Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssten Arbeitsplatzkultur demnach als strategischen Wettbewerbshebel verstehen – das stärke nicht nur die Leistungsfähigkeit der Organisation, sondern mache die Belegschaft auch zu aktiven Mitgestalter:innen.

Welche Unternehmen zu den "Best Workplaces Austria 2026" zählen, wird am 21. Mai 2026 veröffentlicht.

Die gesamte Studie finden Sie hier zum Download.

www.greatplacetowork.at

Über die Studie

Die Studie "Best Workplaces Austria 2026" basiert auf rund 1,7 Millionen Antworten aus Mitarbeitendenbefragungen und bildet die Erfahrungen von über 40.000 Beschäftigten in Österreich ab. Sie untersucht, wie Vertrauen, Führung und Arbeitsplatzkultur den Unternehmenserfolg beeinflussen und zeigt, welche Faktoren Organisationen nachhaltig erfolgreich machen. 

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Über die Studie

Die Studie "Best Workplaces Austria 2026" basiert auf rund 1,7 Millionen Antworten aus Mitarbeitendenbefragungen und bildet die Erfahrungen von über 40.000 Beschäftigten in Österreich ab. Sie untersucht, wie Vertrauen, Führung und Arbeitsplatzkultur den Unternehmenserfolg beeinflussen und zeigt, welche Faktoren Organisationen nachhaltig erfolgreich machen. 

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