Unnötige Arbeitgeber-Goodies
Diese Benefits fallen bei Arbeitnehmern in Österreich komplett durch

| Tobias Seifried 
| 20.05.2026

Aus der Wechselwilligkeitsstudie 2026 geht hervor, welche scheinbaren Lifestyle-Goodies bei heimischen Beschäftigten und Bewerber:innen in Wahrheit kein Interesse stoßen, und welche tatsächlich hoch im Kurs stehen.

Viele Unternehmen versuchen im "Kampf um Talente" mit hippen Lifestyle-Angeboten zu punkten. Jetzt zeigt die Wechselwilligkeitsstudie 2026 von Xing, für die forsa 1.006 unselbstständig Beschäftigte in Österreich befragt hat, dass sie dabei aber oft am Ziel vorbeischießen. Denn viele sogenannte "Nice-to-have"-Angebote entpuppen sich demnach bei der Jobsuche überraschend oft als absolute Nebensache.

Der Büro-Hund bleibt auf der Strecke

Laut der Studie hat der vermeintliche Recruiting-Liebling ausgedient. Fast der Hälfte der Befragten (49 %) ist es völlig unwichtig, ob Hunde mit ins Büro genommen werden dürfen. Damit führen die Vierbeiner das Ranking der unwichtigsten Arbeitgeber-Angebote an. Auch andere gut gemeinte Goodies fallen bei den Beschäftigten durch. So stufen 38 Prozent das Modell Jobsharing als unwichtig ein. Auf den weiteren Plätzen der Benefit-Flops landen Unterstützungsangebote zur Kinderbetreuung (35 %), Workations (34 %) und Sabbaticals (21 %).

Was Bewerber:innen tatsächlich sehen wollen

Statt symbolischer Lifestyle-Gesten fordern Beschäftigte handfeste Rahmenbedingungen. Echte Relevanz im Bewerbungsprozess genießen der Studie zufolge vor allem Remote Work und Gehaltstransparenz. Nur jeweils 15 Prozent der Befragten bezeichnen diese beiden Faktoren als unwichtig. Der Rest der Studiengruppe sieht darin entscheidende Kriterien. Wie stark die Geschmäcker auseinandergehen, zeigt ein weiteres Studienergebnis: Gerade einmal sechs Prozent aller Befragten gaben an, dass ihnen überhaupt alle in der Studie genannten Benefits wichtig sind.

Lebensphase und Geschlecht machen den Unterschied

Wie wichtig ein Benefit bewertet wird, hängt laut Xing stark von der demografischen Struktur ab. Während bei den 18- bis 39-Jährigen nur ein Viertel das Thema Kinderbetreuung als unwichtig abhakt, sind es bei den Beschäftigten ab 50 Jahren folgerichtig 50 Prozent.

Spannende Unterschiede zeigen sich zudem beim Blick auf die Geschlechter, insbesondere beim Thema Geld. Während 19 Prozent der Männer eine transparente Angabe des Einkommens als unwichtig einstufen, sind es bei den Frauen lediglich elf Prozent. Frauen messen der Gehaltstransparenz somit eine deutlich höhere Bedeutung bei als ihre männlichen Kollegen.

Fazit

Für Arbeitgeber bedeutet das den Studienautor:innen zufolge ein klares Signal zum Umdenken. Die Ergebnisse machten deutlich, dass nicht jeder angebotene Benefit automatisch die Attraktivität als Arbeitgeber steigere oder einen echten Wettbewerbsvorteil bringe. Unternehmen sollten ihre Zielgruppen und deren konkrete Bedürfnisse exakt analysieren. Wer im Recruiting erfolgreich sein will, sollte demnach relevante Vorteile wertschätzend und authentisch in Stellenanzeigen sowie im weiteren Bewerbungsprozess kommunizieren.

www.xing.com

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