Fotos von der Roof Top Reception
Experten fordern bessere Kapitalisierung europäischer Marken

Bei einem Networking-Event anlässlich des World Brand Day 2026 diskutierten Entscheider:innen über den globalen Wettbewerb um Markenmacht. Dabei wurde auch vor Defiziten bei der europäischen Markenfinanzierung gewarnt.

Anlässlich des World Brand Day luden die Kanzlei Lansky, Ganzger, Goeth + Partner (LGP) und das European Brand Institute (EBI) am Montagabend zu einer Roof Top Reception mit Panoramablick über Wien. Zahlreiche Markenverantwortliche, Medienvertreter:innen und Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft nutzten die Veranstaltung, um über die strategische Relevanz und den wirtschaftlichen Wert von Marken in Zeiten geopolitischer und technologischer Umbrüche zu diskutieren. Der World Brand Day wurde im Jahr 2023 vom ISO-Komitee für Markenevaluierung ins Leben gerufen und wird jährlich am 10. Mai begangen.

Gerhard Hrebicek, Präsident des European Brand Institute (EBI) und Referent bei der diesjährigen Hauptkonferenz in Hongkong, berichtete von einer zunehmenden Verschiebung der globalen Markenmacht. Hongkong positioniere sich vermehrt als Finanzierungshub für internationale Marken. Besonders die strategische Entwicklung in Asien sei bemerkenswert: Chinesische Marken strebten laut Hrebicek nicht mehr nur nach reinem Volumen, sondern gezielt nach Vertrauen, Reputation und internationaler Relevanz, mit dem klaren Ziel, global und insbesondere in Richtung Europa zu expandieren.

Europa hat ein Markenfinanzierungsproblem

Für den europäischen Markt sieht der Markenexperte darin eine Herausforderung. Zwar verfügten Europa und Österreich über eine enorme Markenkompetenz und internationale Strahlkraft von Traditionsnamen wie LVMH, Gucci und Porsche bis hin zu Rolex oder Red Bull, allerdings gebe es strukturelle Nachteile. "Europa hat kein Markenproblem – Europa hat ein Markenfinanzierungsproblem", stellte Hrebicek fest. Während andere Regionen Marken konsequent als strategische Vermögenswerte verstünden und kapitalmarktfähig machten, würden Markenwerte in Europa vielfach noch unterschätzt. Der World Brand Day sei daher "ein internationaler Aufruf, Marken als zentrale Zukunftsressource von Unternehmen, Standorten und Volkswirtschaften zu verstehen".

Diese Einschätzung teilten auch die anwesenden Beiratsmitglieder des EBI. Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria, unterstrich, dass eine starke Marke nachhaltig die Reputation, die Unternehmenskultur sowie die Identifikation präge.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends lag auf der rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Absicherung. Gerald Ganzger, Managing Partner bei LGP Lawyers, betonte in diesem Zusammenhang "die zentrale Bedeutung eines konsequenten Markenschutzes in einer global vernetzten Wirtschaft". Herbert Kovar, Managing Partner bei Deloitte Tax & Legal, ergänzte, dass gut gepflegte und richtig strukturierte Marken gerade in disruptiven Zeiten als stabiler Sicherheitsanker fungieren.

Mit dabei waren

Beim anschließenden Networking wurden unter anderem die EBI-Beiräte Paul Leitenmüller (Opinion Leaders Network), Richard Mauerlechner (Weekend Magazin), Gian Paolo Spadola (WKW), Renate Altenhofer (European Brand Institute), Stefan Petters und Philipp Bodzenta (Coca-Cola) gesichtet. Zudem nahmen Sigrid Krassnig (Staud's), Herbert Kovar (Deloitte Tax), Christoph Schuh (APG), Gabriel Lansky (LGP Lawyers), Cornelia Spitzer (HLB), Jürgen Felber (Gretecsol), Eric Zhang (Hainan Airlines), Weixi Gong (Williams Holding), Thomas Jungreithmeir (TJP Oaklins), Christoph Jünger (UNICEF), Kurt Kaiser (Burgenland Tourismus), Robert Hierhold (Landesholding Burgenland), Anastasia Gappmaier (LGP Lawyers), Anton Haiden (HYPO Niederösterreich), Erwin Zeiler (Tut Gut), Andreas Rudas und Klaus Wölfer (LGP Lawyers) an der Veranstaltung teil.

LEADERSNET war bei der Roof Top Reception. Fotos sehen Sie in unseren Galerien hier und hier.

www.europeanbrandinstitute.com

www.lansky.at

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