Fotos & Video der "Vorsorgepass"-Präsentation
SVS belohnt Gesundheitsvorsorge künftig mit Bonuszahlungen

| Larissa Bilovits 
| 21.05.2026

Mit dem neuen "Vorsorgepass" will die Sozialversicherung der Selbständigen 1,3 Millionen Versicherte stärker zu Prävention motivieren. Für bestimmte Gesundheitschecks, Impfungen, Krebsvorsorgeuntersuchungen und Mundhygiene-Maßnahmen gibt es künftig Punkte, die in Geld umgewandelt werden können. LEADERSNET.tv war bei der Präsentation dabei und fragte nach, wie das Programm konkret funktioniert.

Prävention gilt im Gesundheitswesen als einer der wichtigsten Hebel, um Erkrankungen früher zu erkennen, Risiken zu senken und langfristig mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen. Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) setzt nun genau dort an und startet mit dem neuen "Vorsorgepass" ein Programm, das Gesundheitsvorsorge übersichtlicher machen und zugleich finanziell belohnen soll. Präsentiert wurde es am Mittwochvormittag von SVS-Obmann Peter Lehner gemeinsam mit Edgar Wutscher (Vizepräsident der Ärztekammer und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte), Paul Sevelda (Präsident der Österreichischen Krebshilfe), Birgit Vetter-Scheidl (Präsidentin der Zahnärztekammer) sowie SVS-Chefärztin Isabella Bauer-Rupp im Rahmen einer Pressekonferenz.

"Der Vorsorgepass schafft einen Überblick über die individuellen Vorsorgemaßnahmen, zeigt den persönlichen Vorsorge-Status und belohnt Prävention", erklärte Peter Lehner. Gleichzeitig soll das Programm 1,3 Millionen Versicherte zur Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen motivieren und sei laut Lehner damit "die größte Vorsorgeaktion Österreichs" sowie ein weiterer Schritt, mit dem die SVS ihre Rolle als Vorreiter in der Prävention unterstreiche.

So funktioniert der neue Vorsorgepass

Zum Start umfasst der Vorsorgepass unter anderem die allgemeine Vorsorgeuntersuchung für alle ab 18 Jahren, den Gesundheitscheck Junior für Sechs- bis 18-Jährige, mehrere Krebsvorsorgeuntersuchungen, Impfungen sowie die jährliche Mundhygiene. Dazu zählen etwa die Gebärmutterhalskrebsvorsorge für Frauen ab 18 Jahren, die Brustkrebsfrüherkennung für Frauen ab 45 Jahren, die Prostatakrebsvorsorge für Männer ab 45 Jahren sowie die Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer ab 45 Jahren. Bei den Impfungen werden unter anderem jährliche Grippeimpfungen für alle Generationen sowie Herpes-Zoster- und Pneumokokken-Impfungen ab 60 Jahren berücksichtigt.

Für jede absolvierte Maßnahme erhalten SVS-Versicherte Punkte, die in einen Bonus umgewandelt werden können. 500 Punkte entsprechen 50 Euro, 1.000 Punkte 100 Euro. Zusätzlich gibt es ein Statusprogramm mit den Stufen Bronze, Silber und Gold. Bronze wird mit der absolvierten Vorsorgeuntersuchung erreicht, Silber steht für die Hälfte aller zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen, Gold für das komplette Programm.

Abrufbar ist der Vorsorgepass über die svsGO App oder das Webportal. Wer svsGO noch nicht nutzt, kann das Programm nach Terminvereinbarung in den Kundencentern oder bei Beratungstagen aktivieren lassen. Berücksichtigt werden laut SVS alle Vorsorgeaktivitäten seit Anfang 2026. Die Gutschrift erfolge automatisch auf Basis der ärztlichen Leistungsabrechnung, eine gesonderte Einreichung durch die Versicherten sei nicht notwendig. Auch die Auszahlung soll über App, Webportal, Kundencenter oder Beratungstage möglich sein. Der Vorsorgepass gilt für alle bei der SVS krankenversicherten Personen sowie deren mitversicherte Angehörige.

Für die Bonuszahlungen sei ein jährliches Budget von 50 Millionen Euro vorgesehen. "Ziel ist, die Vorsorgemaßnahmen um zehn Prozent jährlich zu steigern", betonte Lehner. Damit wolle man die Vorsorge auf die nächste Ebene heben und in der Vorsorge-Transformation einen entscheidenden Schritt weitergehen. Neben dem Angebot und dem finanziellen Anreiz brauche es dafür aber auch "Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Gesundheitskompetenz".

Warum Prävention früher ansetzen soll

Neben dem finanziellen Anreiz stand bei der Präsentation vor allem die medizinische Bedeutung regelmäßiger Vorsorge im Mittelpunkt. "Die etablierten Früherkennungsuntersuchungen, wie sie im Vorsorgepass empfohlen werden, können bei diesen Krebserkrankungen die Chancen auf ein gesundes Überleben erhöhen", erklärte Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Gleichzeitig verwies er darauf, dass auch ein gesunder Lebensstil und weitere Vorsorgemaßnahmen eine zentrale Rolle spielen. Besonders wirksam seien Maßnahmen, die Krebserkrankungen von vornherein verhindern können, etwa regelmäßige Bewegung, vernünftige Ernährung, der Verzicht auf Nikotinkonsum sowie die HPV-Impfung für Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr, die in Österreich kostenlos angeboten wird und laut Sevelda sechs Krebserkrankungen sehr wirksam verhindern könne.

Darüber hinaus betonte Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte: "Vorsorge ist mehr als die Krebsvorsorge, denn mit der Vorsorge werden Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und idealerweise Erkrankungen, wie etwa Hypertonie, Übergewicht oder Diabetes verhindert." Bei Vorsorgeuntersuchungen stehe das Gespräch im Mittelpunkt. Dabei gehe es um Risikofaktoren, Impfungen, Krebsvorsorge und Suchtverhalten. "Ein umfassendes Vorsorgeprogramm kann helfen, die gesunden Lebensjahre zu erhöhen", so Wutscher.

Dass auch die Zahnmedizin Teil des neuen Programms ist, begrüßte Birgit Vetter-Scheidl, Präsidentin der Zahnärztekammer. "Gerade in der Zahnmedizin ist Prävention ein nachgewiesener Faktor, um die Anzahl der gesunden Lebensjahre der Bevölkerung sowohl im zahn- als auch im humanmedizinischen Bereich zu erhöhen", erklärte sie. Es freue sie daher, dass zahnmedizinische Prävention Eingang in den neuen Vorsorgepass der SVS gefunden habe und die SVS damit die Agenda der Österreichischen Zahnärztekammer unterstütze, die Mundgesundheit in Österreich zu verbessern.

SVS-Chefärztin Isabella Bauer-Rupp verwies abschließend auf die ärztliche Praxis. Ärzt:innen seien täglich damit konfrontiert, was der Verlust von Gesundheit für Betroffene und deren Umfeld bedeute. "Prävention schützt Gesundheit, bevor Krankheit entsteht", so Bauer-Rupp, und ergänzte: "Damit Prävention gelingt, braucht es neben der ärztlichen Begleitung das Bewusstsein der Menschen, für ihre eigene Gesundheit mitverantwortlich zu sein."

Unsere Interviewpartner:innen

LEADERSNET.tv holte im Rahmen der Pressekonferenz Peter Lehner (Obmann SVS), Isabella Bauer-Rupp (Leitende Ärztin SVS), Paul Sevelda (Präsident Österreichische Krebshilfe), Edgar Wutscher (Vizepräsident Österr. Ärztekammer u. Obmann Bundeskurie niedergelassene Ärzte) und Birgit Vetter-Scheidl (Präsidentin Zahnärztekammer) vor die Kamera.

Eindrücke finden Sie zudem in unserer Galerie.

www.svs.at

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Der neue SVS-Vorsorgepass

Der Vorsorgepass umfasst aktuell zum Start des Programms folgende Maßnahmen:

  • Vorsorgeuntersuchung für alle ab 18 Jahren
  • Gesundheitscheck Junior: die "Vorsorgeuntersuchung" für die junge Generation zwischen 6 und 18 Jahren
  • Krebsvorsorgeuntersuchungen: Gebärmutterhalskrebs für Frauen ab 18, Brustkrebsfrüherkennung für Frauen ab 45, Prostatakrebsvorsorge für Männer ab 45 und Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer ab 45
  • Impfungen: jährliche Grippeimpfungen für alle Generationen, Herpes Zoster und Pneumokokken ab 60 Jahre
  • Jährliche Mundhygiene

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Der neue SVS-Vorsorgepass

Der Vorsorgepass umfasst aktuell zum Start des Programms folgende Maßnahmen:

  • Vorsorgeuntersuchung für alle ab 18 Jahren
  • Gesundheitscheck Junior: die "Vorsorgeuntersuchung" für die junge Generation zwischen 6 und 18 Jahren
  • Krebsvorsorgeuntersuchungen: Gebärmutterhalskrebs für Frauen ab 18, Brustkrebsfrüherkennung für Frauen ab 45, Prostatakrebsvorsorge für Männer ab 45 und Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer ab 45
  • Impfungen: jährliche Grippeimpfungen für alle Generationen, Herpes Zoster und Pneumokokken ab 60 Jahre
  • Jährliche Mundhygiene

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