Fotos vom Vienna Brands Talk
Experten diskutierten Zukunft der Lehrlingsausbildung

Im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Thema "Social Sustainability Brands" standen die Rolle der Unternehmen, die Verantwortung der Ausbildner:innen und die Frage, wie junge Menschen bestmöglich gefördert werden können.

Der Vienna Brands Talk widmete sich diesmal dem Thema "Social Sustainability Brands". Diskutiert wurde dabei, wie Unternehmen ihre Marken nachhaltig stärken können und welche Rolle Education-Skills sowie die Lehrlingsausbildung dabei spielen.

Bildungssystem und Lehrlingsförderung im Fokus

Zum Auftakt sprach Bestsellerautor und Bildungsexperte Andreas Salcher über aktuelle Herausforderungen im Bildungssystem. Dabei verwies er auf Defizite bei grundlegenden Fähigkeiten vieler Jugendlicher. "Bis zu 40 Prozent der Lehrlinge können nicht sinnerfassend lesen und schreiben, beim Rechnen schaut es nicht viel besser aus", erklärte Salcher.

Für ihn brauche es daher eine stärkere Förderung der Lehrausbildung bereits im Schulsystem. "Wir brauchen Lehrlinge, nicht jeder muss ins Gymnasium gehen, das heißt, das Bildungs- und Schulsystem muss das schon von früh auf entsprechend fördern", sagte er.

Salcher bezog sich außerdem auf sein Buch "Unsere beste neue Freundin, die Zukunft". Diese solle "keine Unbekannte sein, sondern motivierend begleitend mit einem sinnvollen Verhältnis zu Leistung, KI und der mentalen Gesundheit".

Motivation als wesentlicher Erfolgsfaktor

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer:innen bei einer Podiumsrunde unter der Moderation von Ralph Vallon über Motivation, Ausbildungsqualität und Employer Branding. Nachdem Marcus Holzbauer kurzfristig verhindert war, übernahm Heimo Hammer, Agenturinhaber und Geschäftsführer von kraftwerk, auch Themenbereiche der öffentlichen Lehrlingsausbildung. Holzbauer leitet das Lehrlingsmanagement der Stadt Wien und bildet gemeinsam mit seinem Team jährlich mehr als 600 Lehrlinge aus. Seine Aufgabe beschreibt er so: "Meine Funktion liegt in der strategischen Ausrichtung. Konkret geht es darum, wie die Stadt Wien künftig Lehrausbildungen gestaltet und wie Jugendliche individuell gefördert werden können."

Hammer verwies in der Diskussion auf die Bedeutung des Umgangs mit jungen Menschen und nannte die Asfinag als Beispiel eines öffentlichen Arbeitgebers, den er beratend begleitet. "Entscheidend bleibt, wie wir mit den Lehrlingen umgehen und wie wir sie motivieren. Dazu gehört die Vorbildwirkung der AusbildnerInnen, gegenseitiger Respekt und fachliche Kompetenz", betonte Hammer. 

Zudem sprach er über seine Erfahrungen mit Lehrlingen mit Migrationshintergrund und widersprach bestehenden Vorurteilen. "Meine Erfahrungen sind hier ganz anders, ich erlebe sie als sehr fleißig, leistungsorientiert, aufmerksam und pünktlich, sie wollen einfach in ihrer neuen Aufgabe etwas weiterbringen", sagte Hammer.

Vertrauen und Verantwortung in der Ausbildung

Aus der Praxis berichtete Petra Pinker, die Unternehmen aktiv in der Lehrlingsausbildung begleitet. Gemeinsam mit Baumit-Lehrlingsausbildner Karl Postl sprach sie über Anforderungen und Herausforderungen im Ausbildungsalltag.

Dabei hob Pinker hervor, wie wichtig Verantwortung und Vertrauen in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen seien. "Mit Offenheit, Humor, Führung und Grenzen aufzeigen gelingt das gut, die Aufgabe bleibt ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, um die Aufnahme der Lerninhalte für Lehrlinge bestens zu unterstützen. Gleichermaßen müssen wir darauf schauen sowohl die Auszubildenden und die Ausbildner:innen im Fokus zu haben", erklärte Pirker. 

Außerdem präsentierte die ausgebildete Dipl. Mentalcoachin ihr neues Buch "Pinker ausbilden, 99 Fragen und Antworten". Der Ratgeber behandelt zentrale Fragen rund um die Lehrlingsausbildung und soll neue Perspektiven auf den Ausbildungsalltag vermitteln.

Menschen prägen das Employer Branding

Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass Lehrlinge und Ausbildner:innen in Zukunft noch stärker im Mittelpunkt stehen werden. Der Tenor der Gesprächsrunde: Nachhaltiges Employer Branding ist für Unternehmen zwar wichtig, entscheidend seien jedoch die Menschen selbst. Sie repräsentieren ihre Unternehmen im täglichen Arbeitsumfeld und tragen deren Werte nach innen und außen.

Zahlreiche Gäste 

Beim anschließenden Club Cuvée mit Weinen der Weingüter Martinshof, Ruttenstock und Laurer wurde der Austausch unter den Gästen fortgesetzt. Mit dabei waren u.a. die Unternehmerinnen Gabriela Schallehn-Schmidberger, Angeliki Koffer und Davul Ljuhar, Walter H. Lukner, CEO Payback, Kommunikationsleiter Markus Pohanker, Austrocontrol, Silvia Fleischhacker, WKW-Geschäftsführerin der Sparten Tourismus und Transport, Alessandra Jansky-Omat, Leitbetriebe Austria, die Kommunikationsexperten Ralf-Wolfgang Lothert und Louisa Böhringer, Jutta Mantler, Sozialbau AG, die Berater:innen Marion Pelzl, Gregor und Oliver Petri, Günter Weninger, ambientart, Herbert Rieser, cafe+co und Raphaela Vallon-Sattler, GF Vallon Relations.

LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen.

www.vie-club-cuvee.at

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