Neun ORF-Kandidat:innen
Rennen um wichtigsten Medien-Chefsessel des Landes geht in die finale Phase

| Janet Teplik 
| 09.06.2026

Am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, entscheidet der ORF-Stiftungsrat, wer ab 2027 als neue Generaldirektor:in die Geschicke des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leiten wird. Nach einem ersten medialen Kräftemessen am Montagabend wuchs das Bewerberfeld am Dienstag überraschend von sieben auf neun Personen an.

Der ORF-Stiftungsrat kürt am kommenden Donnerstag auf dem Wiener Küniglberg jene Person, die ab 2027 die Generaldirektion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks übernimmt. Nach dem ersten großen TV-Schlagabtausch am Montagabend kam am Dienstag unerwartet neue Dynamik in das Prozedere: so wurden gleich zwei weitere Frauen nachnominiert. Damit kämpfen nun im entscheidenden Hearing unmittelbar vor dem Votum insgesamt neun Branchenkenner:innen um die Führung des Hauses.

Spontaner Zuwachs

Nach dem Ende der Bewerbungsfrist hatten sich aus insgesamt 77 Bewerbungen 13 Kandidat:innen für den Posten als ORF-Chef:in herauskristallisiert (LEADERSNET berichtete). Zwei hochkarätige Runden fühlten den sechs aussichtsreichsten Bewerber:innen danach an nur einem Tag auf den Zahn. Während die TV-Debatte auf Puls4 von einem heftigen Schlagabtausch geprägt war, forderte der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft (FAMA) beim Round-Table konkrete Antworten: Die Kandidat:innen mussten erklären, wie sie den wichtigsten Millionen-Partner der Kreativbranche absichern wollen (LEADERSNET berichtete). 

Das Rennen um die ORF-Spitze ab 2027 geht nun in die entscheidende Phase und hat sich überraschend auf neun Personen ausgeweitet. In der ORF-III- und ORF On-Sendung "ORF-Wahl 26: Vor der Entscheidung" präsentierten am Montagabend, dem 8. Juni, zunächst sieben Kandidat:innen ihre Konzepte. Unter der Moderation von ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher und Reiner Reitsamer stellten sie sich den kritischen Fragen von Belegschaft, Publikum und Gremienmitgliedern. Am Dienstag wurden schließlich zwei weitere Bewerberinnen bekannt. Trotz des Ablaufs der internen Nominierungsfrist am Montag um 12:00 Uhr wurden die ehemalige ORF-Managerin Petra Höfer und die langjährige ORF-Journalistin Sonja Sagmeister nachnominiert. Medienberichten zufolge ging diese Initiative von der SPÖ-nahen Stiftungsrätin Andrea Schellner aus, womit sich das gesamte Bewerberfeld vor der finalen Entscheidung des 35-köpfigen Stiftungsrats am Donnerstag vergrößert hat.

Wer kandidiert?

Zum Kreis der Kandidat:innen gehören demnach neben Petra Höfer und Sonja Sagmeister – in alphabetischer Reihenfolge – der ehemalige ServusTV-Chefredakteur Robert Altenburger, der frühere Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker (Hier geht's zum LEADERSNET-Interview), der vormalige Hulu- und HBO-Manager Johannes Larcher, der ehemalige APA-Chef Clemens Pig (Hier geht's zum LEADERSNET-Interview), die Exxpress-Miteigentümerin Eva Schütz (LEADERSNET berichtete u. a. hier und hier), die ORF-Magazinchefredakteurin Lisa Totzauer sowie die ORF-III-Kogeschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz.

Die offiziellen Hearings finden am Donnerstag, direkt vor der entscheidenden Wahl, im ORF-Zentrum statt.

www.orf.at

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