Barcelona als Innovationshotspot
Das sind die Highlights des Mobile World Congress 2026

| Larissa Bilovits 
| 03.03.2026

Barcelona steht dieser Tage ganz im Zeichen der Innovation und zieht noch bis zum 5. März Tech-Freaks aus aller Welt an. Internationale Hersteller zeigen vor Ort eine Bandbreite außergewöhnlicher Neuheiten – von ultradünnen Geräten und modular erweiterbaren Smartphones bis hin zu einem Handy mit integriertem "Zigarettenanzünder".

Der Mobile World Congress (MWC) zählt seit Jahren zu den zentralen Plattformen der internationalen Mobilfunk- und Digitalbranche und gilt sozusagen als "Seismograf" für technologische Trends. Von 2. bis 5. März 2026 richtet sich nun auch heuer wieder der Blick der Tech-Welt nach Barcelona, wo auf dem Messegelände Fira Gran Via neue Geräte, KI-Lösungen und Netzwerktechnologien vorgestellt werden. Welche Highlights bislang präsentiert wurden, hat LEADERSNET hier für Sie zusammengefasst.

Samsung präsentiert weitere Details zur Galaxy S26 Serie

Eines der großen Highlights war im heurigen Jahr der Messeauftritt von Samsung, in dessen Rahmen der Techkonzern seine erweiterte Vision für Galaxy AI und das vernetzte Galaxy-Ökosystem vorstellte. Im Mittelpunkt stand natürlich die neue Galaxy S26 Serie, die vergangene Woche im Rahmen des Launch-Events "Galaxy Unpacked" enthüllt wurde (LEADERSNET berichtete). In Barcelona wurde nun die Flagship-Reihe als "agentic" KI-Begleiter präsentiert, der Nutzerbedürfnisse vorhersagt und Aufgaben proaktiv unterstützt. Zudem lag ein Schwerpunkt der Präsentation auf einer tieferen Integration von KI-Funktionen über Smartphones, Wearables, Tablets und PCs hinweg – etwa durch personalisierte, intuitive Erlebnisse und ein nahtlos verbundenes Nutzererlebnis. Samsung zeigte darüber hinaus KI-gestützte Netzwerk- und Infrastruktur-Lösungen und betonte seine langfristige Strategie, mit KI-Innovation in Bereichen wie intelligenten Fertigungen und Gesundheitsanwendungen voranzutreiben.

SamsungIm Mittelpunkt stand bei Samsung die neue Galaxy S26 Reihe. © Samsung

Deutsche Telekom setzt auf integrierte KI 

Auch die Deutsche Telekom war auf dem Kongress präsent und stellte unter dem Motto "Magenta AI at Scale. Human at Heart" seine Vision vor, KI-Dienste direkt ins Mobilfunknetz zu integrieren – ohne Apps oder spezielle Geräte. Im Mittelpunkt stand die Weltpremiere des "Magenta AI Call Assistant", einer KI-Assistenz, die Telefongespräche in Echtzeit mit Funktionen wie Live-Übersetzung, Gesprächszusammenfassungen und kontextueller Unterstützung auf Zuruf ("Hey Magenta") bereichert und so klassische Sprachtelefonie neu definieren soll. Darüber hinaus zeigte die Telekom Konzepte wie KI-gestützte Netzsteuerung, AI Glasses für freihändige Assistenz im Alltag sowie zukunftsweisende Technologien für 6G, Quantennetzwerke und digitale Identitäten.

TelekomAuf dem Mobile World Congress 2026 stellt die Telekom als Weltpremiere den Magenta AI Call Assistant vor. Abdu Mudesir, Vorstand Product and Technology, erklärt die Vision des KI-unterstützten Telefonats mit einem intelligenten Anrufassistenten. © Deutsche Telekom

Feuer machen mit dem Smartphone

Dass Smartphones Feuer fangen, ist leider nichts Neues – man denke nur an das Samsung Galaxy Note 7, dessen Akku-Probleme 2016 weltweit für Schlagzeilen und Rückrufaktionen sorgten. Und auch ein auf dem heurigen Kongress vorgestelltes Handy soll für Brände sorgen – doch hier handelt es sich nicht um einen technischen Defekt, sondern um ein bewusst integriertes Feature: Der chinesische Hersteller Oukitel hat mit dem Oukitel WP63 nämlich ein Outdoor-Smartphone vorgestellt, das über einen eingebauten elektrischen Zünder verfügt, vergleichbar mit einem Zigarettenanzünder im Auto. Hinter einer Schutzabdeckung verbirgt sich also eine Heizspirale, die per App aktiviert wird und etwa Papier oder Grillanzünder entflammen kann – gedacht für Notfälle oder Camping-Ausflüge ohne Streichhölzer. Darüber hinaus bietet das robuste, 27 Millimeter dicke Gerät einen 20.000-mAh-Akku, einen besonders lauten Lautsprecher sowie ein integriertes USB-C-Kabel zum Laden anderer Geräte. Preislich soll das WP63 bei rund 500 US-Dollar liegen – und setzt damit klar auf Funktionalität statt dünnes Design.

Innovative Netzwerkpower

Nicht zuletzt gab der Berliner Netzwerkspezialist Fritz (ehemals AVM) auf dem Kongress eine Erweiterung seines Portfolios um neue Geräte mit dem aktuellen WLAN-Standard bekannt: Mit der FritzBox 6835 5G bringt das Unternehmen erstmals einen 5G-Mobilfunkrouter mit Wi-Fi 7 auf den Markt, der im WLAN hohe Datenraten ermögliche und sowohl Stand-alone- als auch Non-Stand-alone-5G-Netze unterstütze. Dank Nano-SIM- und eSIM-Support, USB-C-Stromversorgung und optionalem Betrieb per Powerbank eigne sich das Modell auch als flexible Backup-Lösung bei Ausfällen von Festnetzanschlüssen; für kabelgebundene Geräte stehen schnelle LAN-Ports bereit. Ebenfalls neu ist der FritzRepeater 6700 Pro, ein Tri-Band-Repeater mit Wi-Fi 7 inklusive 6-GHz-Band, der besonders hohe theoretische Übertragungsraten verspricht und mit 10-Gigabit- sowie 2,5-Gigabit-Anschluss auch als leistungsstarke LAN-Brücke genutzt werden kann. Preise für beide Geräte wurden bislang nicht genannt.

FritzboxMit der "FritzBox 6835 5G" bringt das Unternehmen erstmals einen 5G-Mobilfunkrouter mit Wi-Fi 7 auf den Markt. © Fritz

Ein Smartphone nach eigenen Wünschen bauen

Auf ein radikal schlankes Smartphone-Konzept setzt dagegen Hersteller Tecno mit seiner "Modular Magnetic Interconnection Technology": Das nur 4,9 Millimeter dünne Gerät – abgesehen vom Kamerabereich – ist extrem leicht und unterbietet damit selbst Modelle wie das iPhone Air oder das Samsung Galaxy S25 Edge, die ihre schlanke Bauweise mit Abstrichen bei Akku oder Kamera erzielten. Tecno will diese Kompromisse allerdings durch ein modulares System vermeiden: Magnetisch andockbare Erweiterungen wie Zoom-Kamera, Mikrofon, Action-Cam oder Zusatzakkus haften an der Rückseite und werden über Pogo-Pins mit Strom versorgt, während die Datenübertragung kabellos erfolgt. Besonders auffällig ist die Möglichkeit, mehrere externe Akkus zu stapeln, wodurch sich die Laufzeit deutlich verlängern lassen soll – notwendig scheint das auch, da das Gerät selbst lediglich rund acht Stunden durchhalte. Marktstart und Preis blieben jedoch bislang offen.

 

TecnoDie sogenannte "Modular Magnetic Interconnection Technology" soll es Kund:innen ermöglichen, sich ihr Smartphone nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. © Tecno

Zwei Innovationen aus dem Hause Honor

Auch Honor setzte beim MWC wieder auf besonders dünne und innovative Geräte: Mit dem Honor Magic V6 präsentierte die Marke ein neues Falt-Smartphone, das trotz extrem schlanker Bauweise von rund 8,75 mm im zusammengefalteten Zustand – deutlich dünner als die Falthandy-Konkurrenz – und hoher Wasser- und Staubschutz-Ratings einen großen Akku, starke Leistung und hochwertige Displays bieten soll. Überdies wagte das Unternehmen mit dem "Robot Phone" einen Blick in die Zukunft: Dieses ungewöhnliche Konzept verbindet klassisches Smartphone-Design mit einem ausklappbaren, motorisierten Kamera-Gimbal, der dank KI Bewegungen verfolgen, reagieren und sogar "ausdrucksstark" agieren könne. Ziel bei der Entwicklung sei ein Gerät gewesen, das nicht nur auf Berührungen reagiert, sondern durch physische Interaktion und smarte Kamera-Funktionalität neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. 

Leica steigt ins Smartphone-Business ein

Mit dem Leica Leitzphone betritt der deutsche Kamerahersteller Leica erstmals selbst den Smartphone-Markt – technisch basiert das Gerät weitgehend auf einem Xiaomi-Modell, erhält jedoch ein eigenständiges, markentypisches Design mit geriffeltem Aluminiumrahmen, strukturierter Rückseite und markanter, runder Kameraeinheit samt rotem Logo. Im Mittelpunkt steht klar die Fotografie: Verbaut ist ein Triple-Kamerasystem mit großem 1-Zoll-Hauptsensor, hochauflösendem Periskop-Tele und Ultraweitwinkel, ergänzt um typische Leica-Bildstile sowie zahlreiche Profi- und RAW-Optionen; Videos sind bis 8K möglich. Ein frei belegbarer, mechanischer Kameraring erlaubt direkte manuelle Eingriffe bei Zoom oder Belichtung. Dazu kommen ein sehr helles 6,9-Zoll-OLED-Display mit adaptiver Bildrate, ein aktueller Highend-Prozessor, ein großer Akku mit Schnellladefunktion, modernes WLAN sowie Android 16 mit Xiaomis Oberfläche. Preislich liegt das Gerät bei rund 2.000 Euro und richtet sich damit klar an ein Premium-Publikum.

Leica LeitzphoneDas Leitzphone basiert technisch weitgehend auf einem Xiaomi-Modell. © Leica

Faltbarer Spielspaß zum Mitnehmen

Auch Lenovo sorgte auf dem MWC für Aufmerksamkeit, und zwar mit einem ungewöhnlichen Konzept: dem Lenovo Legion Go Fold. Dabei handelt es sich um eine faltbare Gaming-Handheld-Konsole mit flexiblem Display, das aufgeklappt auf 11,6 Zoll anwächst oder zusammengefaltet ein kompakteres 7,7-Zoll-Format bietet. Abnehmbare Controller, verschiedene Befestigungspunkte für Hoch- und Querformat sowie eine Standfunktion über ein Cover ermöglichen unterschiedliche Spiel- und Nutzungsvarianten. Darüber hinaus lässt sich das Gerät mit einer Tastatur über Pogo-Pins in einen Laptop-ähnlichen Modus verwandeln; ein Gamepad kann dank integriertem Sensor und Scrollrad sogar als Maus dienen und verfügt zusätzlich über ein kleines OLED-Display für Widgets oder Touch-Eingaben. Noch handelt es sich allerdings lediglich um ein Konzept – ob und zu welchem Preis das Gerät jemals auf den Markt kommt, ist offen.

Lenovo Legion

Beim Lenovo Legion Go Fold handelt es sich um eine faltbare Gaming-Handheld-Konsole. © Lenovo

www.mwcbarcelona.com

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