Von EU-Innovationsrat
Heimisches Agrar-Start-up erhält Millionenförderung

Im Rahmen des Förderprogramms des Europäischen Innovationsrats erhält ein Ensemo Unterstützung aus Brüssel. Entwickelt wird eine bahnbrechende Technologie zur Behandlung von Saatgut.

Mit der Auswahl im aktuellen EIC-Accelerator-Call rückt Niederösterreich einmal mehr ins europäische Innovationsschaulicht. Insgesamt wurden 61 Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus 17 Ländern mit Fördermitteln in Höhe von 467 Millionen Euro bedacht. Als einziges Unternehmen aus Österreich erhielt nun die Ensemo GmbH mit Sitz im accent Makerspace Tulln eine Zusage des Europäischen Innovationsrats (EIC). Das Agrar-Start-up entwickelt ein Verfahren zur Behandlung von Saatgut, das in der Landwirtschaft eingesetzt werden soll und zur Reduktion von CO₂ in der Atmosphäre beitragen kann.

"SeedJection" soll Landwirtschaft revolutionieren

Am accent Makerspace Tulln, einer ehemaligen landwirtschaftlichen Fachschule, sind derzeit 19 wissenschaftsbasierte Start-ups angesiedelt. Der Standort wird von der accent Inkubator GmbH des Landes Niederösterreich betrieben und begleitet die Jungunternehmen mit Coachings und Workshops. Für Forschung und Entwicklung stehen mehrere Glashäuser, Obst- und Gemüsegärten sowie größere Feldflächen zur Verfügung, die praxisnahe Tests unter realen Bedingungen ermöglichen.

Von dieser Infrastruktur profitiert auch Ensemo rund um Gründerin Birgit Mitter. Das Unternehmen hat eine Technologie namens "SeedJection" entwickelt, mit der Saatgut aufgeschnitten und mit Mikroorganismen wie stickstoffbindenden Bakterien versehen wird. Dadurch soll der Einsatz mineralischer Stickstoffdünger reduziert werden, was potenziell positive Effekte auf Klima und Umwelt habe. Derzeit könne man laut eigenen Angaben 3.500 bis 4.000 Samen pro Sekunde behandeln und anschließend wieder versiegeln.

2,4 Millionen Euro Fördermittel

Der EIC Accelerator zählt zu den wichtigsten EU-Förderprogrammen für Deep-Tech-Unternehmen und kombiniert öffentliche Zuschüsse mit privaten Investitionen. Vor Ensemo haben erst rund ein Dutzend Unternehmen aus Österreich diese renommierte Förderung erhalten. Für die Weiterentwicklung ihrer Technologie sicherte sich das Unternehmen nun insgesamt 2,4 Millionen Euro an Fördermitteln sowie die Option auf ein Investment der Europäischen Investitionsbank.

"Die Unterstützung durch den EIC Accelerator ermöglicht uns, unsere Technologie schneller zur Marktreife zu bringen und nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft international zu skalieren", betont Ensemo-Gründerin Birgit Mitter. Künftig wolle man die Maschine weiter automatisieren, neben Soja auch Mais behandeln und den Markteintritt unter anderem in Brasilien, wo der Sojaanbau eine zentrale Rolle spielt, vorantreiben.

NÖ als "starker Boden für zukunftsweisende Technologien"

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert: "Innovative Unternehmen wie Ensemo zeigen eindrucksvoll, dass Niederösterreich ein starker Boden für zukunftsweisende Technologien ist. Die EIC-Förderung bestätigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Start-ups und unterstreicht die Wirksamkeit unserer gezielten Innovationsförderung."

Und auch Julia Uhlik, Leiterin accent Makerspace, meint: "Ensemo steht exemplarisch für die Entwicklung eines Hightech-Start-ups – von der Inkubation über Prototyping bis zur internationalen Ausrichtung als erfolgreiches Scale-up. Der accent Makerspace bietet entsprechende Unterstützung, europaweite Partnerschaften und Infrastruktur für Grüne Chemie, Agritech und biobasierte Produktion, um Innovationen rasch in Anwendungen zu überführen."

www.ensemo.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV