Wirtschaftstalk mit Gerald Eder-Schmidinger & Oliver Schnöll
"Trotz datengestützten Informationen bleibt das Bauchgefühl wichtig"

Im neuen Wirtschaftstalk sprechen Gerald Eder-Schmidinger (Executive Director Sales, Crif Austria) und Oliver Schnöll (Geschäftsführer, Hogast Care) u.a. darüber, wie sich Zahlungsausfälle mit datengetriebenen Analysen verhindern lassen, warum Nachhaltigkeit messbar zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt – und weshalb trotz aller Daten am Ende auch das Bauchgefühl eine Rolle spielt.

Die neue Folge "Peter & Paul" dreht sich dieses Mal rund um das Thema "Zahlungsausfälle". Dazu spricht Paul Leitenmüller (CEO Opinion Leaders Network) mit seinen beiden Gästen Gerald Eder-Schmidinger (Executive Director Sales, Crif Austria) und Oliver Schnöll (Geschäftsführer, Hogast Care). Gedreht wurde die aktuelle Folge in den Räumlichkeiten von Crif Austria in Wien und somit bei einem der Gäste, der damit zum Gastgeber wurde.

Zahlungsausfällen mit Daten vorbeugen

Gerald Eder-Schmidinger ist Executive Director Sales bei Crif Austria, einem international tätigen Fintech-Unternehmen und datengetriebenen Informationsdienstleister, das vor allem als Wirtschaftsauskunftei bekannt ist. Das Unternehmen sammelt und analysiert kredit- und wirtschaftsrelevante Daten über Privatpersonen und Unternehmen und stellt diese Banken, Finanzinstituten, Handels- und Telekommunikationsunternehmen, E-Commerce-Anbietern sowie weiteren Organisationen zur Verfügung. Ziel sei es, fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Eine Partnerschaft in diesem Bereich besteht unter anderem mit Hogast Care. Das Unternehmen, das Teil der Hogast-Gruppe ist und in dem Oliver Schnöll als Geschäftsführer fungiert, spezialisiert sich auf den Einkauf für Einrichtungen im Gesundheits-, Pflege-, Betreuungs- und Bildungsbereich. Konkret bündle man das Beschaffungsvolumen seiner Mitglieder – darunter Seniorenheime, Kliniken und Rehazentren –, verhandle bessere Konditionen mit Lieferanten und unterstütze mit digitalen Bestelllösungen, Preisvergleichen, Rechnungskontrollen sowie administrativem Support. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt liege überdies auf der sorgfältigen Bonitätsprüfung neuer Lieferpartner, um die Versorgungssicherheit für die Mitgliedsbetriebe zu gewährleisten. Gerade vor dem Hintergrund vergangener Krisen werde in Zusammenarbeit mit Crif genau analysiert, mit wem man Geschäftsbeziehungen eingeht. "Wir prüfen, wenn wir mit neuen Lieferpartnern in Verhandlungen treten, unsere Partner auf Bonitäten, auf Sicherheiten", betont Schnöll. So könne man Risiken frühzeitig erkennen und sicherstellen. "Wenn der Kunde bestellt, dann bekommt er das Produkt geliefert", so der Hogast Care Geschäftsführer.

Nachhaltigkeit als Faktor für wirtschaftlichen Erfolg

Die Kooperation beschränkt sich jedoch nicht auf Bonitätsfragen. Eine weitere zentrale Säule der Zusammenarbeit ist das Thema Nachhaltigkeit. Crif hat dazu eine eigene Studie durchgeführt und eine digitale Plattform entwickelt, über die sich Lieferanten mittels standardisiertem Fragebogen zertifizieren und ESG-Nachweise erbringen können. Ergänzend wurde ein mathematisches Modell mit 140 Datenpunkten geschaffen, das eine Echtzeit-Bewertung der Nachhaltigkeit aller österreichischen Unternehmen ermögliche. "Wir haben jedes österreichische Unternehmen mit den ESG-Indikatoren beurteilt und dabei eine Korrelation erkannt: Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind im Schnitt um rund 15 Prozent wirtschaftlich erfolgreicher", fasst Eder-Schmidinger zusammen.

Auf dieses Analysesystem von Crif greift auch Hogast Care zurück. Denn der Einkauf werde zunehmend datengetrieben, wie Schnöll betont. Mitgliedsbetriebe würden dadurch nicht nur Einblick in die monetäre Stabilität ihrer Lieferpartner erhalten, sondern auch in deren Nachhaltigkeitsperformance entlang der Lieferkette – perspektivisch sogar bis hin zur CO₂-Betrachtung. Durch die Streckenfaktura und die gebündelte Datenbasis könnten Informationen von zehn oder zwanzig Lieferpartnern auf Knopfdruck abgerufen und individuell aufbereitet werden. So entsteht ein praxisnaher 360-Grad-Blick, der Transparenz schaffe und differenzierte Entscheidungen im Einkauf ermögliche.

Daten kombiniert mit Bauchgefühl

Zum Abschluss der Diskussion ging es schließlich um die Frage, welche Rolle Daten im Entscheidungsprozess tatsächlich spielen. "Datengestützte Informationen sind für mich ganz klar ein Segen. Gleichzeitig darf man das Bauchgefühl nicht unterschätzen – ganz ausschalten wird man es nie können, weil es einem oft die richtige Richtung vorgibt", meint Schnöll. Und auch Eder-Schmidinger plädiert für ein Zusammenspiel beider Ansätze: "Bauchentscheidungen sind oft sehr gut und auch richtig. Trotzdem würde ich datengetriebene Entscheidungen einfließen lassen, die vielleicht dann auch mein Bauchgefühl unterstützen oder bestätigen."

Was Gerald Eder-Schmidinger und Oliver Schnöll zum Thema "Zahlungsausfälle" noch sagen, sehen Sie in unserem Video und hören Sie in unserem Podcast. Zwischen den Themenblöcken gibt es im Video wie gewohnt ein Business-Event, dieses Mal von der "Seitenblicke"-Gala für Licht ins Dunkel.

Alle "Wirtschaftstalk"-Folgen zum Nachschauen finden Sie hier

www.crif.at

www.hogast.com/care

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