Warum schaffen es trotz Talent, Leistungsfähigkeit und entsprechender Voraussetzungen noch immer vergleichsweise wenige Frauen an die Spitze des Motorsports? Genau dieser Frage widmete sich die Initiative "Equal Play" (LEADERSNET berichtete) von win2day und den Österreichischen Lotterien am 1. Juni 2026 beim Equal Racing Day am Red Bull Ring. Gemeinsam mit Motorsportgrößen, Nachwuchstalenten, internationalen Förderinitiativen und prominenten Unterstützer:innen wurde dort darüber gesprochen, welche Rahmenbedingungen junge Fahrerinnen brauchen, um im Motorsport mehr Chancen zu bekommen.
Motorsport bleibt männlich geprägt
Der Motorsport zählt nach wie vor zu jenen Sportarten, in denen Männer den Spitzenbereich besonders stark dominieren. Weibliche Talente sind zwar vorhanden, bleiben aber oft weniger sichtbar. Hinzu kommen fehlende Fördermodelle, hohe Kosten, begrenzte Netzwerke und nicht immer klar erkennbare Wege vom Nachwuchs bis in den Profibereich. Genau hier soll die Initiative ansetzen, wie Erwin van Lambaart, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Lotterien, erklärt: "Mit Equal Play wollen wir nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern konkrete Zukunftsthemen im Sport sichtbar machen. Gerade im Motorsport sehen wir enormes Potenzial – aber auch strukturelle Hürden, die bis heute bestehen. Unser Ziel ist es, Sichtbarkeit und Vorbilder zu schaffen und jene Menschen zusammenzubringen, die aktiv an Veränderung arbeiten."
Beim Equal Racing Day mit dabei waren zahlreiche Profis und prominente Unterstützer:innen, darunter das frisch vermählte Ehepaar, Rennfahrerin Corinna und Profitänzer Danilo Kamper-Campisi (LEADERSNET berichtete), Rennfahrer Alexander Wurz, Nachwuchshoffnung Ivonn Simeonova, Sängerin Virginia Ernst, Moderatorin Conny Kreuter, Ex-Tennisprofi Thomas Muster, Model Verena-Katrien Gamlich, und Schauspieler Jakob Seeböck, sowie Vertreterinnen des internationalen Förderprogramms "More than Equal".
Neben dem eigenen Erleben auf der Rennstrecke stand vor allem die Frage im Raum, was junge Fahrerinnen brauchen, um sich im Motorsport behaupten zu können. "Die Diskussion darüber, ob Frauen Motorsport auf höchstem Niveau betreiben können, sollte längst vorbei sein. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern ob Talente früh erkannt, professionell gefördert und auf ihrem Weg unterstützt werden", stellte Alexander Wurz, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Motorsport-Experte, klar.
More than Equal setzt auf Forschung
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Tages war die internationale Initiative "More than Equal", die von Karel Komárek und David Coulthard ins Leben gerufen wurde. Ihr erklärtes Ziel ist es, die erste weibliche Formel-1-Weltmeisterin zu entwickeln. Das Programm setzt dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse, gezielte Förderung und klare Entwicklungswege. Laut der Initiative zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass Frauen die körperlichen und kognitiven Voraussetzungen für Spitzenleistungen im Motorsport mitbringen. Die größeren Hürden liegen demnach nicht beim Talent selbst, sondern im Umfeld – etwa bei Zugangsmöglichkeiten, Finanzierung, Netzwerken, Sichtbarkeit und professioneller Begleitung.
"Die wissenschaftliche Evidenz zeigt klar, dass Frauen das Potenzial für Spitzenleistungen im Motorsport mitbringen. Die Herausforderung besteht nicht darin, Talent zu finden, sondern darin, die richtigen Entwicklungswege, Förderstrukturen und Chancen zu schaffen, damit sich dieses Potenzial entfalten kann", erklärte Fran Longstaff, Chief Innovation Officer bei More than Equal.
Auch Corinna Kamper-Campisi sieht die entscheidenden Herausforderungen nicht nur auf der Rennstrecke. Für junge Fahrerinnen sei es besonders wichtig, wahrgenommen zu werden und dadurch neue Möglichkeiten zu bekommen. "Wer heute im Motorsport erfolgreich sein möchte, braucht Talent, harte Arbeit und das richtige Umfeld. Gerade für junge Fahrerinnen ist Sichtbarkeit entscheidend, denn sie schafft Vorbilder, Aufmerksamkeit und letztlich auch neue Möglichkeiten", ist sich die ehemalige Rennfahrerin sicher.
Österreichische Nachwuchshoffnung am Red Bull Ring
Dass bereits eine neue Generation an Fahrerinnen nachkommt, zeigte sich beim Equal Racing Day ebenfalls. Mit der 15-jährigen Ivonn Simeonova war eine österreichische Nachwuchshoffnung vor Ort, die Teil des More than Equal Förderprogramms ist. Für sie geht es nicht nur darum, mehr Aufmerksamkeit für Frauen im Motorsport zu schaffen, sondern um den konkreten Weg an die Spitze.
"Programme wie More than Equal zeigen jungen Fahrerinnen, dass große Träume im Motorsport realistisch sein können. Für meine Generation ist es wichtig zu sehen, dass es Menschen gibt, die an uns glauben und uns auf diesem Weg unterstützen. Und mein Ziel ist klar: Ich möchte die erste weibliche Formel-1-Weltmeisterin werden", zeigte sich Simeonova selbstbewusst.
Eindrücke vom Event finden Sie in unserer Galerie.
www.win2day.at
www.lotterien.at
Kommentar veröffentlichen