Fotos der Veranstaltung
Politik und Wirtschaft diskutierten über die Zukunft der Gleichberechtigung

| Larissa Bilovits 
| 02.03.2026

Anlässlich des Weltfrauentags lud Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zur Podiumsdiskussion "Starke Frauen und starke Männer" ins Congress Center Baden. Im Mittelpunkt standen dabei Fortschritte, strukturelle Herausforderungen und die wirtschaftliche Bedeutung echter Gleichstellung in Niederösterreich.

Kommenden Sonntag, den 8. März, macht der alljährliche Weltfrauentag rund um den Globus auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam, die selbst in Österreich noch lange nicht als erreicht gilt. Dem zum Anlass lud die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Montag, dem 2. März, zahlreiche hochrangige Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft zur Podiumsdiskussion "Starke Frauen und starke Männer" ins Congress Center Baden. 

Zahlreiche Erfolge, aber noch viel zu tun

Laut Mikl-Leitner sei eines der zentralsten Themen der heutigen Zeit, Frauen sichtbar zu machen, wie sie gleich zu Beginn der Veranstaltung hervorhob. "Heute tragen Frauen Verantwortung in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, aber wir wissen, dass es noch sehr viel zu tun gibt." Dies betreffe etwa strukturelle Ungleichheiten, wie etwa den Gender Pay Gap, die immer noch hauptsächlich auf Frauen lastende Care-Arbeit sowie die Unterrepräsentation von Frauen in Spitzenpositionen. Dabei betonte die Landeshauptfrau, dass Gleichstellung auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Dringlichkeit zukomme: "Wenn wir Wohlstand erhalten wollen, dürfen wir nicht auf die Hälfte der Bevölkerung verzichten."

In weiterer Folge gab Mikl-Leitner einen Überblick über die Situation von Frauen in Niederösterreichs Wirtschaft – hier gehe man im Bundesländer-Vergleich mit gutem Beispiel voran und beschäftigte beispielsweise die erste Landesamtsdirektor-Stellvertreterin und die erste Baudirektorin in der Geschichte Niederösterreichs. Zudem habe Niederösterreich die meisten Bürgermeisterinnen unter Österreichs Bundesländern, wobei man auch als einziges Bundesland ein Gesetz verabschiedet habe, das es Bürgermeisterinnen erlaubt, in Karenz zu gehen. Des Weiteren treibe man Themen wie Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie voran und gestalte Mentoring-Programme für Frauen. Nicht zuletzt setze man auch auf Netzwerktreffen gemeinsam mit Männern, denn: "Wenn es um Frauenförderung und Gleichberechtigung geht, können wir auf die Unterstützung der Männer nicht verzichten", so Mikl-Leitner. 

Land der Gründerinnen

Ebenso betonte Mikl-Leitner, dass fast die Hälfte aller Unternehmen in Niederösterreich von Frauen gegründet wird und zwei Drittel der Gründerinnen nach fünf Jahren noch immer erfolgreich im Geschäft seien. Diese Zahlen bestätigte auch WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, der selbst bereits "eine gute Mischung aus Frauen und Männern" in Niederösterreichs Unternehmen wahrnehme. Um hier aber noch stärker zu fördern, habe die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Land NÖ die Marke "Gründerland Niederösterreich" ins Leben gerufen, "um Gründerinnen dort abzuholen und zu unterstützen, wo sie Hilfe benötigen", so Ecker. 

Frauenförderung sei ein "Must-have", betonte auch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Vielmehr noch: "Talente nicht zu fördern ist eine wirtschaftliche Verschwendung, sowohl bei Frauen als auch bei Männern." Künftig mehr Frauen in Führungspositionen zu ermöglichen, liege auch in der Verantwortung der Politik. "Unsere Frauen sind heute top-ausgebildet und wir dürfen nicht auf dieses weibliche Potenzial verzichten", appellierte Zehetner. 

Struktureller Wandel gefordert

Darüber hinaus zeigten Vertreter:innen heimischer Unternehmen auf, wie Frauenförderung und Gleichstellung in der Praxis gelebt wird, und wo man künftig noch verstärkt ansetzen müsse. So meinte Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes, etwa: "Schon vor einem Jahr waren 47 Prozent unserer Basismitarbeiterinnen weiblich, doch je höher man in der Vereinsstruktur schaute, desto geringer wurde der Frauenanteil. Hier haben wir mit dem Mentoring-Programm 'Die Rotkreuzlerin' einen wichtigen Schritt getan."

Karin Meier-Martetschläger, Pfandleihanstalt Martetschläger und Bildungsbotschafterin Rotes Kreuzes, wiederum sagte: "Egal, ob Männer oder Frauen – es sollen immer die besten Köpfe in Führungspositionen kommen." Zudem müsse man endlich auch in den Aufsichtsräten lernen, gut ausgebildete Frauen zu erkennen, "denn es sind die Aufsichtsräte, die die Vorstände bestimmen."

Laut Alexandra Wittmann, Vorstandsmitglied der EVN, brauche es dementsprechend einen Strukturwandel in Unternehmen: "Dafür müssen Frauen und Männer gemeinsam Führung und Verantwortung neu denken." Überdies erklärte sie, dass die nächste Generation mehr Diversität fordere: "Sie wächst bereits viel nachhaltiger, digitaler und egalitärer auf und erwartet eine Unterschiedlichkeit in Führungsteams, will gemeinsam resilient sein und will Verschiedenartigkeit."

Weiters führte Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CCO Enterprise von A1, diverse Frauenförderungsmaßnahmen im A1 Konzern aus, so sprach er beispielsweise vom "Shared-Leadership". Zudem erläuterte er, dass auf 6.000 Mitarbeitende bei A1 rund 300 Führungskräfte kommen, wovon rund einhundert weiblich seien. "In der Vorstands- und Bereichsleitungsebene sind wir mit 50:50 gut aufgestellt." Im technischen Bereich sei der Frauenanteil hingegen gering, weswegen der Konzern bereits Projekte mit Schulen gestartet habe, um Mädchen schon früh für MINT-Berufe zu begeistern.

Nicht zuletzt sprach Carmen Jeitler-Cincelli, Bürgermeisterin von Baden, einen Appell an die Männer aus, deren Unterstützung dringend gefragt sei, damit Frauen Beruf und Familie unter einen Hut bringen können. Zudem forderte sie: "Wir müssen unsere jungen Mädchen motivieren, groß zu träumen und müssen sie unterstützen, damit sie diese Träume auch verwirklichen können."

Weitere Teilnehmer:innen

Ebenfalls an der Podiumsdiskussion beteiligten sich die Unternehmerinnen Kristina Hentschel (Unternehmerin Healthcare/Gründerin HC Busineswomen's Association Austria), Corinna Hintenberger (Next Generation Award Gewinnerin) und Katharina Schönbauer-Manak (Gewinnerin des "Haute Couture Award 2025"). Sie hoben die Bedeutung der Unterstützung durch die Gründeragentur des Landes Niederösterreich, riz up, hervor und betonten, wie essenziell starke Netzwerke sowie gegenseitiger Rückhalt für Frauen in der Wirtschaft seien. Abschließend fassten sie zusammen: "Wir müssen nicht nur fleißig und gut, sondern vor allem sichtbar sein."

LEADERSNET war dabei und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.

www.noe.gv.at

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