Wolfgang Hattmannsdorfer im Video-Interview
"Leistung und Wettbewerbsfähigkeit brauchen ein Comeback"

Im LEADERSNET.tv-Interview spricht Wolfgang Hattmannsdorfer über die aktuelle Konjunkturentwicklung sowie notwendige Reformen bei Entbürokratisierung, Energieprojekten und Lehrlingsausbildung. Der Wirtschaftsminister plädiert für weniger Staat und mehr Freiheit, schnellere Genehmigungen sowie eine neue Zuversicht für den Wirtschaftsstandort.

Ende Februar ging in im Dachboden des Wiener Stephansdom die Hausbau Tagung 2026 über die Bühne (LEADERSNET berichtete). Bei dem Branchentreff war auch Wolfgang Hattmannsdorfer mit dabei.

Opinion Leaders Network CEO Paul Leitenmüller, der die Tagung moderierte, nutzte die Gelegenheit und holte den Wirtschafts- und Energieminister vor die LEADERSNET.tv-Kamera, um mit ihm über die allgemeine Konjunkturlage zu sprechen. Dem Anlass entsprechend geht es in der ersten Frage um die Bedeutung der Bauwirtschaft für den Standort Österreich.

LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Hattmannsdorfer, es sieht so aus, als würde die Konjunktur langsam anspringen – sehr zur Freude der Bauwirtschaft. Was tut die Bundesregierung dafür?

Wolfgang Hattmannsdorfer: Die Bauwirtschaft ist ein wesentlicher Faktor für den Wirtschaftsstandort und für unsere Konjunktur insgesamt. Wenn ein Drittel der Österreicher:innen plant, eine Immobilie anzuschaffen oder zu sanieren, ist das ein starkes Zeichen der Zuversicht. Es zeigt, dass die Menschen wieder an die Zukunft glauben und sich die Stimmung langsam aufhellt.

Als Bundesregierung versuchen wir, unseren Beitrag zu leisten: Wir senken die Energiekosten, bekämpfen die Inflation und setzen Maßnahmen, damit die Wirtschaft wieder wachsen kann. Wenn dann ein Drittel der Österreicher:innen bereit ist, in ein Eigenheim zu investieren, ist das ein Indikator dafür, dass wir in die richtige Richtung gehen.

LEADERSNET: Ein großes Thema der Hausbau Tagung war auch die Entbürokratisierung. Sie haben selbst betont, dass man gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten hier ansetzen kann. Wo stehen wir?

Hattmannsdorfer: Wir brauchen wieder weniger Staat und mehr Freiheit. Vor allem bei Genehmigungen und Verfahren müssen wir schneller werden. In meinem Zuständigkeitsbereich reformieren wir etwa die Gewerbeordnung und das Anlagenrecht. Wenn ein Betrieb eine Anlage errichten möchte und dafür eine Genehmigung benötigt, darf das kein Hürdenlauf von Pontius zu Pilatus sein.

Im Energiebereich werden wir Projekte deutlich beschleunigen. Auch bei großen Infrastrukturvorhaben – Straßen, Brücken oder Kraftwerke – müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen schneller abgewickelt werden. Es kann nicht sein, dass solche Projekte zehn oder zwanzig Jahre in Genehmigungsschleifen festhängen.

LEADERSNET: Sie haben auch das Thema Lehrberufe angesprochen. Wie kann man diese wieder attraktiver machen?

Hattmannsdorfer: Wenn sich eine Tochter oder ein Sohn für eine Lehre entscheidet und ein solides Handwerk erlernen möchte, dann ist das etwas Gutes – und darauf kann man stolz sein. Wir brauchen einen klaren Imagewandel: Die Lehre muss wieder als erstrebenswerte und hochwertige Berufsausbildung wahrgenommen werden.

Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Lehrberufe modern und attraktiv sind – sowohl für junge Menschen als auch für die Wirtschaft. Deshalb ist die Modernisierung der Lehrberufe ein klarer Schwerpunkt dieser Bundesregierung.

LEADERSNET: Es wurde viel über positive Stimmung gesprochen. Können positive "Vibrations" tatsächlich die Wirtschaftslage verbessern?

Hattmannsdorfer: Für nachhaltiges Wirtschaftswachstum brauchen wir ein Comeback von Leistung und Wettbewerbsfähigkeit – aber auch eine Trendwende in der Zuversicht. Die Situation ist herausfordernd, das bestreitet niemand. Entscheidend ist jedoch, dass wir anpacken und daran glauben, dass wir es schaffen.

Diese Stimmung der Zuversicht – der Glaube an die Kraft unseres Standortes und an die Leistungsfähigkeit unserer Menschen – ist eine wesentliche Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg.

LEADERSNET: Abschließend: Darf man sich auf die Zukunft freuen – oder sollte man ihr mit großem Respekt begegnen?

Hattmannsdorfer: Man sollte immer Respekt vor der Zukunft haben – aber gleichzeitig zuversichtlich sein und daran glauben, dass es gut wird.

LEADERSNET: Vielen Dank.

Was Wolfgang Hattmannsdorfer noch gesagt hat, sehen Sie im LEADERSNET.tv-Video.

www.bmwet.gv.at

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