OeNB-Falschgeld-Bilanz 2025
In Österreich sind weniger "Blüten" im Umlauf

| Janet Teplik 
| 01.03.2026

Die Nationalbank meldet einen leichten Rückgang bei den sichergestellten Falschgeldnoten. Damit setze sich der Trend zur erhöhten Bargeldsicherheit fort.

Wer glaubt, dass das schnelle Geld in Wien nur im Casino oder an der Börse gemacht wird, der irrt – manche versuchen es nämlich immer noch ganz klassisch mit der eigenen Druckerpresse. Doch das Handwerk der sogenannten "Blüten-Produzent:innen" verliert im Land der Bargeld-Liebhaber:innen zusehends an Zulauf. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) für 2025, laut der es im vergangenen Jahr einen Rückgang der Falschgeldfälle gab.

OeNB zieht positive Bilanz

Insgesamt wurden 2025 10.089 gefälschte Banknoten aus dem Umlauf sichergestellt – was einem Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Am häufigsten sichergestellt wurden dabei gefälschte 50-Euro-Banknoten. In Summe waren das 5.851, was 57,9 Prozent ausmacht. Gefolgt vom 20-Euro-Schein mit 1.811 Fälschungen (18 %) und der 100-Euro-Banknote mit 1.335 Fälschungen (13,2 %).

Der Blick auf die Landkarte verrät, dass es die Falschmünzer bevorzugt in die Großstadt zieht. Mit 5.061 sichergestellten Fälschungen entfällt gut die Hälfte des gesamten Aufkommens auf Wien. Damit führt die Bundeshauptstadt das Ranking mit 50,2 Prozent an. Dahinter folgen Niederösterreich (1.601 Stück) und Oberösterreich (878 Stück) auf den Plätzen zwei und drei. Der Gesamtschaden sank 2025 laut Oesterreichischer Nationalbank auf rund 611.000 Euro. Das ist ein sattes Minus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neben den von der OeNB erfassten Fälschungen, also all jene, die tatsächlich wirtschaftlichen Schaden z. B. im Handel angerichtet haben, wurden von der Polizei insgesamt 13,614 Fälschungen sichergestellt, bevor diese für Zahlungen verwendet wurden. "Uns ist eine zeitnahe und enge Abstimmung mit der Polizei wichtig. Mithilfe der Daten und Analysen der OeNB kann die Polizei der Fälschungskriminalität noch gezielter begegnen", so Thomas Steiner, Mitglied des OeNB-Direktoriums. Die Euro-Banknoten sind mit international führenden Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die eine zuverlässige Verifizierung ohne technische Hilfsmittel ermöglichen. Um die Echtheit einer Banknote zu bestimmen, empfiehlt die OeNB die Anwendung der drei Prüfschritte "Fühlen – Sehen – Kippen". Durch das Ertasten des Reliefs, das Betrachten der Note gegen das Licht sowie das Bewegen des Scheins zur Kontrolle der Kippeffekte sollen Verbraucher:innen Fälschungen effektiv und eigenständig erkennen können.

Neugestaltung der Euro-Banknoten

Nach der Ankündigung der Neugestaltung der Euro-Banknoten wurden sieben potenzielle Themen für die neuen Banknoten identifiziert, woraus in einer breit angelegten öffentlichen Umfrage "Europäische Kultur" sowie "Flüsse und Vögel" als zentrale Motive ausgewählt wurden. 2025 startete der Design-Wettbewerb, bei dem Grafikdesigner:innen aus der EU ihre Entwürfe einreichen konnten. Bis Ende März 2026 müssen die ausgewählten Teilnehmer:innen ihre finalen Gestaltungsvorschläge vorlegen.  Eine unabhängige Jury wird anschließend bis zu zehn Entwürfe (fünf pro Thema) auswählen.

Zwischen Juni und Dezember 2026 hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, auf der Website der Europäischen Zentralbank (EZB) über die finalen Designentwürfe abzustimmen. Auf Basis dieses Feedbacks wird der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026 die Entscheidung über das künftige Erscheinungsbild verkünden. Nach der Designfestlegung folgt die mehrjährige technische Phase, in der neue Sicherheitsmerkmale integriert und die Produktion vorbereitet werden. Der genaue Zeitpunkt für die Herstellung und Erstausgabe der neuen Serie wird im Anschluss durch den EZB-Rat festgelegt. Ziel dieser Überarbeitung sei es, den Euro als sicheres und nachhaltiges Zahlungsmittel technologisch weiterzuentwickeln und die kulturelle Identität Europas stärker im Design zu verankern.

www.oenb.at

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