Wien ist nicht nur eine der lebenswertesten Städte der Welt, wenn nicht sogar die lebenswerteste, sondern auch ein beliebtes Reiseziel zahlreicher Tourist:innen. Wie beliebt genau die österreichische Bundeshauptstadt bei Reisenden allerdings ist, zeigte das kürzlich stattgefundene Mediengespräch "Wiener Tourismus-Bilanz 2025 und Ausblick auf 2026" am 28. Jänner 2026 im k47. Beteiligt waren die Wirtschaftsstadträtin und Präsidentin des WienTourismus Barbara Novak, der Geschäftsführer von WienTourismus Norbert Kettner sowie der Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG Othmar Frühauf und der Chief Operating Officer von Austrian Airlines Stefan-Kenan Scheib.
Gesteigerte Ankunfts- und Nächtigungszahlen
"2025 war das erfolgreichste Jahr für Wiens Städtetourismus seit Beginn der Aufzeichnungen: Mit 20 Millionen Nächtigungen hat Wien einen neuen Referenzpunkt geschaffen und seine Bedeutung als europäische Tourismusmetropole unter Beweis gestellt", zeigte sich Novak mit Blick auf die Bilanz zufrieden. Insgesamt hat die Stadt 8.573.000 Nächtigungsgäste (Ankünfte) gezählt, was einem Plus von fünf Prozent zu 2024 entspricht, sowie 20.065.000 Gästenächtigungen verzeichnet und somit ein Plus von sechs Prozent. Das satte Plus zeigt sich entsprechend auch beim Beherbergungsumsatz. Bis dato sind schon einmal die Umsätze von Jänner bis November ausgewertet, bei denen sich mit 1.254.168.000 Euro ein Plus von vier Prozent ergibt – wobei der November selbst mit 131 Millionen Euro bzw. einem Plus von zehn Prozent beigetragen hat, so die Verantwortlichen.
"Die bisherige Höchstmarke von 1,4 Milliarden Euro aus dem Jahr 2024 werden wir 2025 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit überschreiten. Ich danke den Unternehmer:innen unserer Visitor Economy und ihren Mitarbeiter:innen aufs Allerherzlichste – sie haben diesen Erfolg trotz einer Vielzahl an Herausforderungen möglich gemacht", so Novak weiter. Im Februar soll schließlich auch der Beherbergungsumsatz für Dezember feststehen.
Wien als starker Wirtschaftsmotor
Die Wirtschaftsstadträtin erklärte weiter, dass der Wiener Tourismus ein "zentraler Motor innovativer Standortpolitik" sei, der nicht nur für "nachhaltiges Wachstum in der Visitor Economy sorge", sondern auch "für breite Zustimmung in der Bevölkerung". Wien stehe weltweit für Lebensqualität, kulturelle Vielfalt und Weltoffenheit. Zudem behaupte sich die Stadt als führender "Kongress- und Diplomatiestandort mit internationaler Relevanz". "Diesen Weg gehen wir mutig weiter, orientiert an globalen Standards. Unser Ziel: eine Zukunft, in der Gäste Wien lieben, Unternehmen erfolgreich wirtschaften und die hier lebenden Menschen profitieren. Daran messen wir unseren Erfolg", so Novak.
Wien Tourismussprecher Markus Ornig fügte hinzu: "Dass Wien heute eine der begehrtesten Destinationen ist, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer großartigen Gemeinschaftsleistung. Als Aufschwungskoalition haben wir wichtige Schritte gesetzt, von der alle Wiener:innen profitieren. Wir ruhen uns auf den 20 Millionen Nächtigungen und dem Rekordjahr 2025 aber sicher nicht aus, sondern bauen die Stärke dieser Stadt weiter aus: Mit einer Angebotsvielfalt, mit einem Erlebniswert, mit hoher Lebensqualität – damit Wien auch in Zukunft eine der ersten Adressen für Gäste aus aller Welt bleibt." Aktuelle Analysen des Regionalen Tourismussatellitenkontos würden zeigen, dass jeder neunte Vollzeit-Job in Wien dem Tourismus und der Freizeitwirtschaft zuzurechnen sei. "Diese enge Verzahnung mehrerer Branchen beweist, dass Wiens Ganzjahrestourismus wie ein Präzisionsuhrwerk funktioniert. Trotz internationaler wirtschaftlicher Herausforderungen sind wir stolz auf diese starke Bilanz, die ein klares Zeichen dafür ist, dass der Wiener Weg wirkt", betonte die Wirtschaftsstadträtin. Demnach leistet Wien mit einer Wertschöpfung von jährlich 5,3 Milliarden Euro etwa ein Fünftel (18 %) der gesamtösterreichischen Wertschöpfung im Tourismus. Die Einnahmen aus Tourismusausgaben betragen 6,82 Milliarden Euro. "In beiden Werten zeigt sich: Unser Städtetourismus macht Wien zum zweitstärksten Tourismusbundesland Österreichs", so Novak.
Weiters betonte sie, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass man auch nach zehn Jahren sagen könne: "Die Balance aus Tourismusakzeptanz und Gästezufriedenheit passt in Wien." Laut einer Befragung des Marktforschungsinstituts Manova hätten neun von zehn befragten Bewohner:innen den Tourismus 2025 positiv gesehen. Auch würde Wien im österreichweiten Akzeptanz-Index der Statistik Austria am besten von allen Bundesländern abschneiden.
Spillover-Effekte für Handel im Dezember
Im Dezember vergangenen Jahres konnte ebenfalls die Zwei-Millionen-Marke bei den Nächtigungen geknackt werden (+9 %). "Hier zeigen sich die Spillover-Effekte aus dem Tourismus auf den Handel am deutlichsten, denn das Weihnachtsgeschäft entscheidet bekanntlich über den Erfolg eines ganzen Geschäftsjahres. Ohne internationalen Tourismus wäre ein zweiprozentiges Plus, wie es der Handelsverband für ganz Österreich kommuniziert hat, in Zeiten kritischer Wirtschaftslage und einer Psychologie des Sparens, nur schwer machbar. Wien kommt eine Vorreiterrolle zu, denn zwei Drittel aller österreichweiten Shoppingausgaben von Nicht-EU-Ländern passieren hier", erklärte Norbert Kettner.
Die Zimmerauslastung bei Hotels lag im Dezember demnach bei rund 90 Prozent (2024: rund 87 %), jene der Betten bei 69,3 % (2024: rund 66,9 %). Im Gesamtjahr betrug die Zimmerauslastung dafür rund 71 Prozent, was sich mit 2024 deckt. Die Betten erreichten wiederum eine von 54,6 Prozent (1–12/2024: 54,5 %).
Herkunftsorte der Gäste und Bettenkapazität
Rund 83 Prozent der Gästenächtigungen des vergangenen Jahres stammen aus dem Ausland - 2024 belief sich der Wert noch auf 82 Prozent. Angeführt wird die Tabelle dabei von Deutschland mit 3.543.000 Nächtigungen (+2 % zu 2024), gefolgt von Österreich mit 3.381.000 Nächtigungen (+1 %). An dritter Stelle rangieren wiederum die USA mit 1.259.000 Nächtigungen (+3 %). Die europäischen Märkte Italien, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Polen, die Schweiz und Rumänien komplettieren schließlich die Top 10 - wobei China am Beherbergungsumsatz gemessen auf Platz zehn liegt. Erfreuliches Wachstum würden dafür Länder wie Kanada (235.000, +17 %), Südkorea (232.000, +7 %) und Japan (202.000, +24 %) zeigen.
Die Bestandsstatistik 2025 weist zudem 84.600 Betten in 42.400 Zimmern von 450 Hotelbetrieben aus – was einem Plus von drei Prozent mehr Betten, vier Prozent mehr Zimmer und in Summe 17 Betriebe mehr als 2024 entspricht. Mit Blick auf den im Mai anstehenden Eurovision Song Contest merkte Novak an: "Wien wird zum weltgrößten Musikwettbewerb gut gebucht, aber nicht ausgebucht sein. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel."
2026 sollen aber auch zahlreiche internationale Meetings in Wien stattfinden. Knapp 50 Großtagungen werden erwartet. "Im November tagt mit der Global Business Travel Association eine internationale Vereinigung in der Stadt, bei der wir auf einen Schlag 1.200 Entscheidungsträger:innen aus der Meetings Industry erreichen. Rund 290 Bewerbungen laufen aktuell für Meetings bis ins Jahr 2038", so Kettner. Weiter heißt es: "2026 steht der Ausbau unserer Legacy-Programme auf der Agenda, die Mehrwert für Wiens Bevölkerung schaffen. Auch den ESC nutzen wir, um der Branche zu zeigen, wie professionell Wien bei der Umsetzung von Großevents agiert."
Bedeutung des Luxussegments
Etwa 60 Prozent des Wiener Hotelbettenangebots sind der 4- und 5-Stern-Kategorie zuzuordnen. Somit hatte Wien mit Ende 2025 über 26 Luxushotels. Auch bei der Umweltzertifizierung sei Wien tonangebend, denn rund 100 hiesige Beherbergungsbetriebe verfügen über eine Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder einem international anerkannten Label. Weitere Schwerpunktsetzungen, so Kettner, liegen derzeit auf dem Thema Barrierefreiheit. Im Bereich der Beherbergung und bei Betrieben im Kunst- und Kulturbereich startete der WienTourismus Ende 2025 mit Barrierefreiheit-Sensibilisierungstrainings. "2026 arbeiten wir mit einem Marketing-Budget von 15,7 Millionen Euro", erklärt der Geschäftsführer von WienTourismus. Rund 1,8 Millionen davon werde man im Rahmen von Vienna Meeting Fund und Vienna Film Incentive einsetzen – beides Förderinstrumentarien mit mehrjähriger Laufzeit, die internationale Meetings bzw. Dreharbeiten nach Wien holen.
2026 will der WienTourismus zwölf internationale Herkunftsmärkte aktiv bearbeiten: in Europa Großbritannien, Spanien, Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Italien sowie auf Fernmärkten wie den USA, Kanada, Japan und Südkorea. In China und den Golfstaaten spricht Wien ausschließlich Luxusreisende an, selbes gilt für Kooperationen im Bereich der Reisebüros innerhalb Europas. "Im Marketing verfolgen wir eine strategische Fokussierung auf die Themen Kultur, Kongresse und Luxus. Klassische Travel-Trade-Kooperationen außerhalb des Luxussegments gibt es in Europa ab sofort keine mehr – wobei dies nicht als Ausgrenzung, sondern als weitere Fokussierung im Marketing zu verstehen ist", betont Kettner. Für die Bereiche Meetingindustrie, Luxus und Air bzw. Rail Service Development gelte darüber hinaus ein globaler Zugang.
Blick auf die Mobilität
Laut Analyse seien 2025 das Flugzeug (39 %) und die Bahn (32 %) die Verkehrsmittel der Wahl bei der Wien-Anreise. Zudem sei ein knappes Viertel (23 %) mit dem Auto angereist. Der Rest habe sich auf andere Verkehrsmittel aufgeteilt. "Globale Verkehrsanbindung ist die Lebensader des Städtetourismus, weswegen wir die Zusammenarbeit mit unseren Home Carriern Austrian Airlines und Österreichische Bundesbahnen intensiv fortführen. Im Rahmen unseres Air Service Development kooperieren wir außerdem eng mit dem Flughafen Wien, dem ich mit dem Erreichen des 32-millionsten Passagiers Ende 2025 herzlich zu einer historischen Höchstmarke gratulieren darf", führte Kettner aus. Das gemeinsame Kooperationsbudget mit Austrian Airlines beträgt 2026 laut den Verantwortlichen 2,2 Millionen Euro – wobei jeder Partner die Hälfte beiträgt. Rund 400.000 Euro macht zudem das gemeinsame Budget mit den ÖBB aus – wobei auch hier WienTourismus wie die ÖBB jeweils 50 Prozent Anteil übernehmen. Eingesetzt werden die Mittel etwa bei Kampagnen, im Digitalmarketing oder bei Buchungs- und Reiseportalen.
Darüber hinaus sollen alle Flugzeuge der Flotte zwischen 2026 und 2029 mit leistungsstarkem Highspeed-Internet von Starlink ausgestattet werden. Dieses neue Internet-Angebot soll auf allen Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen allen Statuskund:innen, Fluggästen mit Travel-ID-Registrierung sowie allen Miles & More-Kund:innen kostenfrei über alle Reiseklassen hinweg zur Verfügung stehen.
Zudem habe die Koralmbahn (LEADERSNET berichtete) die Städteverbindungen optimiert. "Wien zählt zu den europaweit bestangebundenen Städten im Bahnverkehr und verfügt damit über einen zentralen Standortvorteil im Tourismus. Rund 30 Prozent der Wien-Gäste reisen mit der Bahn an – ein europäischer Spitzenwert", betonte Othmar Frühauf, Vorstand ÖBB Personenverkehr. "Die neu eröffnete Koralmbahn stärkt Wiens Position weiter: Zwischen Graz und Wien wird ein durchgehender Halbstundentakt angeboten, die Fahrzeiten aus Kärnten haben sich deutlich verkürzt. Wien und Klagenfurt rücken auf 3:10 Stunden zusammen. Durch die Koralmbahn werden auch bedeutende internationale Quellmärkte noch besser angebunden. Mit dem neuen Fahrplan rücken etwa Wien und Italien näher zusammen: Wien ist aus Triest erstmals direkt in nur 6:38 Stunden (statt 9:18) erreichbar, aus Venedig in rund 7:10 Stunden." Zusätzliche internationale Direktverbindungen von Wien ausgehend sollen die Rolle als nachhaltig erreichbare Städtedestination festigen. "Neben neuen Angeboten unter anderem nach Polen und Tschechien wird noch in diesem Jahr eine neue Direktverbindung von Belgrad nach Wien mit einer Fahrzeit von rund sechs Stunden eingeführt. Damit wird der touristische Markt Serbien wieder direkt auf der Schiene an Wien angebunden. Daneben werden weitere Nachtverbindungen auf den Nightjet der neuen Generation upgegradet. Ab Mitte Juni kommt der neue Nightjet auch auf der Verbindung von Wien nach Zürich zum Einsatz", so Frühauf.
Jahresthema 2026: "Vienna Bites: Küche, Kultur, Charakter"
Das Strauss-Jahr 2025 schlug mit 7.500 nationalen Medienberichten zu Buche. Weitere 1.300 Medienberichte griffen auch bereits das Jahresmotto 2026 auf: "Vienna Bites: Küche, Kultur, Charakter". "Über ein Drittel der österreichischen Gastro-Beschäftigten arbeitet in Wien, ebenso wird ein Drittel der gastronomischen Wertschöpfung des Landes hier in Wien erwirtschaftet. Die Wiener Küche prägt Identität und Atmosphäre der Stadt. 2026 wollen wir Wiener Betrieben eine internationale Plattform geben und präsentieren die Vielfalt der Stadt – authentisch, aber nicht provinziell, weltläufig, aber nicht verwechselbar. Wir richten die Scheinwerfer auf die gesamte kulinarische Opulenz, ob Spitzengastronomie oder Wiener Würstelstand", so Kettner.
So werden etwa mehr als 500 Gastrobetriebe mit Wort und Bild in der Destinations-App ivie dargestellt. Zudem ist ein eigener "Wirtshaus & Beisl Guide" in der App verfügbar. Darüber hinaus zieht der Sternekoch Lukas Mraz in der YouTube-Reihe "Hungry for more" ab Februar mit dem deutschen Sternekoch Tim Mälzer durch die gastronomischen Einrichtungen Wiens.
Travel-App ivie
Der Johann Strauss Walk samt Schnitzeljagd zum Themenjahr "King of Waltz- Queen of Music" nahmen 12.000 Teilnehmer:innen wahr. International überzeugte sie mit einer weltweiten Platzierung bei den "Internet Oscars", den in New York vergebenen Webby Awards als eine der Top 5 Travel-Apps - 1,8 Millionen Downloads und eine halbe Million aktive Nutzer:innen im Jahr. Die Vienna City Card feiert mit rund 350.000 verkauften Stück zudem ihr zweitbestes Jahr seit Bestehen. Vollständig in ivie integriert, erfolgt in den Tourist Infos nun die komplette Umstellung des Verkaufs auf Digitalvertrieb inklusive Print@home-Option. Ein weiterer digitaler Meilenstein war, als 2025 die Social-Media-Kanäle des WienTourismus erstmals die Marke von 1,9 Millionen Follower:innen überschritten – fast so viele, wie Wien Einwohner:innen zählt.
Der Eurovision Song Contest
Rund zwei Drittel der Wiener:innen würden den Song Contest in der Stadt laut Tourismusakzeptanzanalyse des WienTourismus positiv bewerten. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Ab April soll schließlich die Destinations-App ivie zur offiziellen Host City App des 70. Eurovision Song Contest werden – inklusive ESC-City-Guides, Fanzonen-Infos und einer interaktiven ESC-Schnitzeljagd samt Gewinnspiel. Im Anschluss an das Event will der WienTourismus in Kooperation mit dem WIFO die Auswirkungen des ESC auf Wertschöpfung und Gästeverhalten analysieren, so die Verantwortlichen.
Einen Eindruck vom Mediengespräch können Sie sich mittels Galerie verschaffen.
www.b2b.wien.info/de
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