Fotos von der Pressekonferenz
Ein Jahr Einwegpfand: Österreich erreicht 81,5 Prozent Sammelquote

Die erste Jahresbilanz zum neuen Einweg-Pfandsystem fällt positiv aus. Die durchaus sportlichen Zielvorgaben für 2025 wurden erreicht. Österreich setzt damit ein starkes Zeichen für funktionierende Kreislaufwirtschaft und rückt den EU-Zielen deutlich näher.

Schon beim Betreten des APA-Pressezentrums in Wien war klar: Dieses Thema bewegt. Zahlreiche Kameras, dicht gedrängte Journalist:innen und reges Interesse prägten die Präsentation der ersten Jahresbilanz zum Einweg-Pfandsystem. Auch KEYaccount/LEADERSNET war vor Ort, als Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich und Umweltminister Norbert Totschnig Bilanz zogen und aktuelle Zahlen präsentierten. Zur Erinnerung: Mit 1. Jänner 2025 startete eines der größten Umwelt- und Recyclingprojekte Österreichs. Ziel war es, Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und das achtlose Wegwerfen von Flaschen und Dosen nachhaltig zu reduzieren. Ein Jahr später zeigt sich: Das System ist im Alltag angekommen.

Zielvorgaben erreicht, EU-Ziele im Blick

Die österreichische Pfandverordnung sieht eine Sammelquote von 80 Prozent im ersten Jahr vor, die bis 2027 auf 90 Prozent steigen soll. Mit 81,5 Prozent wurde das Ziel für 2025 erreicht. Österreich kommt damit den europäischen Vorgaben einen entscheidenden Schritt näher und will die 90-Prozent-Marke bereits zwei Jahre früher als von der EU gefordert erfüllen. "Getränkeverpackungen aus PET und Metall sind wertvolle Rohstoffe, die getrennt gesammelt und ausgezeichnet recycelt werden können. Das Einweg-Pfandsystem ist ein entscheidender Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in Österreich", sagte Umweltminister Totschnig.

1,4 Milliarden Gebinde zurückgeführt

2025 war noch von einer Übergangsphase geprägt. Bis Ende März konnten Getränkeverpackungen ohne österreichisches Pfandlogo produziert werden, bereits abgefüllte Produkte durften bis Jahresende verkauft werden. Insgesamt wurden rund zwei Milliarden Flaschen und Dosen in Verkehr gesetzt. Davon wurden 1,4 Milliarden Einwegpfand-Gebinde erfolgreich retourniert. Unter Berücksichtigung von Gewicht und Verweildauer ergibt sich die Sammelquote von 81,5 Prozent.

"Mehr als acht von zehn Pfandgebinden finden den Weg zurück in den Kreislauf. Flasche zu Flasche beziehungsweise Dose zu Dose wird damit Realität", erklärte Monika Fiala. Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt zudem, dass rund drei Viertel der Bevölkerung das Pfandsystem befürworten, 85 Prozent fühlen sich gut informiert. Neun von zehn erkennen pfandpflichtige Einwegverpackungen am österreichischen Pfandsymbol.

98 Prozent in Automaten

Die Rückgabe erfolgt überwiegend automatisiert: 98 Prozent der Pfandgebinde werden über Rückgabeautomaten im Handel retourniert. Österreich zählt mit mehr als 6.400 Automaten zu den Ländern mit der höchsten Rückgabedichte in Europa. Pro Rückgabe werden im Schnitt 13 Flaschen oder Dosen zurückgebracht. 

Durch die getrennte und sortenreine Sammlung verbessert sich die Recyclingqualität deutlich. Getränkeproduzenten erhalten ein Vorkaufsrecht auf die zurückgegebenen Materialien. Gleichzeitig entfaltet das System eine ökologische Lenkungswirkung, da Verpackungen erstmals nach ihrer Recyclingfähigkeit bewertet werden. "Das Einweg-Pfandsystem ist erfolgreich gestartet und im Alltag angekommen. Auf dieser starken Basis bauen wir nun auf, um die Sammelquote weiter zu steigern und die Kreislaufwirtschaft in Österreich nachhaltig zu stärken", so Fiala abschließend.

LEADERSNET war bei der Presseveranstaltung. Alle Fotos finden Sie hier.

www.recycling-pfand.at

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