Das Gesundheits- und Sozialministerium, die Österreichische Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS), die Wiener Werkstätte für Suizidforschung, der Verein Kriseninterventionszentrum Wien sowie der Österreichische Presserat verleihen die Auszeichnung am 3. September 2024 bereits zum sechsten Mal.
Der Preis richtet sich an alle Medienschaffende, die in ihrer Berichterstattung die Bewältigung von Suizidalität und Krisen behandeln. "Eine ausgewogene Berichterstattung, insbesondere über bewältigte Krisen, zeigt Wege aus der Krise auf. Journalist:innen leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag, die wir mit der Verleihung des Papageno-Medienpreises entsprechend würdigen wollen", betont Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch. "Die Rekordzahl an Einreichungen für 2024 zeigt den positiven Effekt des Papageno-Medienpreises."
Shortlist
In diesem Jahr stehen fünf journalistische Werke im Finale, die allesamt die Kriterien für suizidpräventive Berichterstattung, wie in den Medienrichtlinien empfohlen, umsetzen:
- Eder, Jasmin & Martos, Daniel, "Suizidgedanken – was jetzt?" und "Suizidgedanken – Lass‘ uns reden!", kronehit Psychotalk, 17. April 2024 und 24. April 2024 sowie als Podcast
- Ickert, Natascha, "Als würde mir das Schicksal Streiche spielen", Der Standard, 20. April 2024 (Printfassung), 22. April 2024 (online)
- Kratky, Robert & Mühlmann, Meinhard, "Mental Health Festival", Ö3, 19. November 2023
- Panny, Sebastian & Windisch, Julia Ladina, "Suizid bei Männern: Der hohe Preis der Stille", moment.at, 5. September 2023
- Steiner, Miriam, "Geschichte der Genesung", Ö1, Moment, 7. Dezember 2023
Die Preisverleihung durch Bundesminister Johannes Rauch findet am 3. September 2024 in den Räumlichkeiten des Presseclub Concordia statt.
Notwendigkeit der Berichterstattung
Seit den 1980er-Jahren ist ein Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben pro Jahr 1.300 Menschen durch die eigene Hand. Das sind dreimal so viele Personen, wie jährlich im Straßenverkehr ums Leben kommen. Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auf die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen, die Österreich als eines der ersten Länder weltweit umgesetzt hat. Medienschaffende haben eine wichtige gesellschaftliche Rolle, wenn sie über Suizidalität berichten. Berichte über die Bewältigung von Suizidalität und Krisen können Suiziden aktiv entgegenwirken ("Papageno-Effekt"). Andere Berichte können Imitationssuizide ("Werther-Effekt") zur Folge haben. Das soll mit den Medienrichtlinien bestmöglich verhindert werden.
Daher wurde der Papageno-Medienpreis 2019 vom Gesundheits- und Sozialministerium, der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS), der Wiener Werkstätte für Suizidforschung und dem Verein Kriseninterventionszentrum Wien ins Leben gerufen. Er betont die Bedeutung von Medien für die Suizidprävention in Österreich. Benannt ist der Preis nach der gleichnamigen Figur aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte", die ihre anfänglichen Suizidgedanken mithilfe von Anderen überwinden konnte.
"Medien reflektieren und beeinflussen durch die Art und Weise einer Reportage oder eines Berichts über Suizid ganz wesentlich auch die gesellschaftliche Einstellung zu diesem Thema. Für Menschen in suizidalen Krisen ist es wichtig, dass das Thema nicht tabuisiert, sondern auf sensible Art und Weise über geeignete Hilfs- und Therapieangebote informiert wird. So können Leben gerettet werden", betont Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch.
www.sozialministerium.at
Wenn auch Sie Hilfe brauchen
Falls auch Sie oder ein:e Angehörige:r Hilfe brauchen, gibt es entsprechende Anlaufstellen. Unter suizid-praevention.gv.at finden Sie Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.
Weitere Telefonnummern und Internetseiten, die Ihnen helfen können:
Telefonseelsorge (0–24 Uhr, kostenlos): 142
Männernotruf (0–24 Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Frauenhelpline (0–24 Uhr, kostenlos) 0800 222 555
Rat auf Draht (0–24 Uhr, für Kinder und Jugendliche, kostenlos): 147
Kindernotruf (0–24 Uhr, kostenlos): 0800 567 567
Und eigens für Kinder und Jugendliche: bittelebe.at
Kriseninterventionszentrum (Mo–Fr 10–17 Uhr): 01 / 406 95 95,
Amike-Telefon der Diakonie (für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in Farsi, Arabisch, Deutsch, Englisch und Russisch, beschränkte Telefonzeiten)
Weitere Nummern und Anlaufstellen in den Bundesländern finden Sie hier.
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