Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie
So tickt die heimische Generation Z

| Redaktion 
| 15.05.2024

Eine Generation voller "faulen, ängstlichen und verweichlichten" Menschen? Die aktuelle Jugendstudie widerlegt diese Klischees. Allerdings sehen die Heranwachsenden für die Gesellschaft eher schwarz.

Wie sieht die junge Generation des Landes ihr Leben, was fühlt sie, was belastet sie, wo fühlt sie sich alleingelassen, was ist ihr wichtig, was nicht, was stimmt sie zuversichtlich, was fordert sie, was will sie einbringen? Vier Wochen lang hat sich Ö3 dieser Fragen angenommen. Insgesamt wurden rund 30.000 Mitglieder der GenZ (zwischen 1995 und 2010 geboren) befragt. Die Ergebnisse räumen mit ein paar Mythen und Vorurteilen auf.

Grundsätzlich zufrieden

Die gute Nachricht zuerst: Ganze 86 Prozent sind mit ihrem Leben zufrieden. Allen voran gelte dies für das soziale Umfeld, also für die Beziehung zu den Eltern (87 Prozent) und Freundinnen und Freunden (86 Prozent). Das eigene Zuhause sei dabei klar die Komfortzone. So gut wie alle jungen Menschen fühlen sich in ihrer Wohnung sicher, zwei Drittel ziehen den "Granny-Lifestyle" mit Zeit zu Hause und frühen Bettgehzeiten anderen Lebensstilen vor. 

Arbeit ein zentraler Faktor

Entgegen der sich hartnäckig haltenden Vorurteile ist Arbeit für die GenZ ein wichtiger Faktor in der Gestaltung des Lebens, allerdings in Verbindung mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Nur mehr allein für die Arbeit zu leben, wird nicht als erstrebenswert gesehen. Ganz oben auf der Prioritätenliste für ihr Berufsleben stehen daher neben einer sinnstiftenden Tätigkeit (für 76 Prozent wichtig) und einem sicheren Arbeitsplatz (74 Prozent) auch genügend Freizeit (65 Prozent). Daran anschließend seien auch flexible Arbeitszeiten relevant (57 Prozent). Weniger wichtig seien dagegen ein hohes Einkommen (43 Prozent) und der Leistungsgedanke als allgemeine Grundhaltung (30 Prozent).

Dabei sei der Gen Z Leistungsdruck nicht fremd, stellt die Studie fest. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten gab an, das Gefühl zu kennen, in Schule, Ausbildung oder Arbeit nicht mithalten zu können. Für die Mehrzahl von 61 Prozent sei auch klar, dass sie sich bei der Arbeitssuche um Jobs umsehen müssten und nicht umgekehrt. 

Kaum Vertrauen in die Politik

Im Hinblick auf den aktuellen globalen Zustand machen Krieg (79 Prozent), Terrorismus (66 Prozent) und der Klimawandel (59 Prozent) der Gen Z die größten Sorgen. Beim Blick auf den Klimawandel sieht die überwiegende Mehrzahl der jungen Menschen (77 Prozent) auch weiterhin dringenden Handlungsbedarf in Österreich. Mit rund einem Fünftel essen im Vergleich zu älteren Generationen auch deutlich mehr junge Menschen vegetarisch.

Ein Auto ist für die Gen Z allerdings weiterhin wichtig (87 Prozent). Auch dem Fleisch (83 Prozent) oder Fliegen (67 Prozent) will man nicht abschwören. Für Politik interessieren sich immerhin rund zwei Drittel der jungen Menschen. Das Vertrauen in jene fällt mit 19 Prozent allerdings dürftig aus.

Vier Fünftel seien zudem pessimistisch für die Zukunft der Welt und jeweils rund 60 Prozent sehen für Europa sowie Österreich "eher schwarz", hieß es. Für das eigene Leben bleibe die Perspektive jedoch positiv: 83 Prozent sehen optimistisch in ihre Zukunft.

Ö3-Senderchef Michael Pauser: "Die Ö3-Jugendstudie ist für uns als Radiosender von enormer Bedeutung. Junge Menschen sind die Zukunft, nicht nur für uns als Medium, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Ihre Meinungen, Vorlieben und Bedürfnisse zu kennen, ist entscheidend, um relevante und ansprechende Inhalte zu produzieren. Durch die Ö3-Studie erhalten wir wertvolle Einblicke in ihre Lebenswelten, ihre Musikpräferenzen, ihre Kommunikationsgewohnheiten und vieles mehr. Wir werden diese Forderungen, die Meinungen und die Kritik aber nicht nur weitergeben, sondern wir wollen auch zur Diskussion darüber beitragen. Auf dieser Basis können wir sicherstellen, dass Ö3 als Plattform für Junge auch in Zukunft ein verlässlicher Begleiter bleibt."

www.oe3.orf.at

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