Weltweit stufen Investor:innen die Inflation (67 Prozent), wirtschaftliche Volatilität (62 Prozent) und geopolitischen Konflikt (37 Prozent) als die größten Gefahren für Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten ein. Direkt danach folgen Cybersecurity-Risiken (36 Prozent) und der Klimawandel (22 Prozten). Das zeigen die Ergebnisse der Global Investors Survey 2022 von PwC.
Die fünf Top-Prioritäten für Unternehmen
Dennoch erwarten die Investor:innen von Manager:innen, einen Schwerpunkt auf den Schutz des Klimas zu legen: 44 Prozent der befragten Investor:innen sind der Meinung, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel zu den fünf Top-Prioritäten von Unternehmen zählen sollten. Daneben haben die Innovationsfähigkeit (83 Prozent), die Profitabilität (69 Prozent) sowie Datenschutz & -sicherheit (51 Prozent) oberste Priorität.
Im Gegensatz dazu werden Aspekte wie Arbeitnehmer:innen-Schutz und -Sicherheit (27 Prozent) als weniger wichtig erachtet. Die Verbesserung von Diversität, Inklusion und Gleichstellung in der Belegschaft von Unternehmen stellt für lediglich 25 Prozent der Investor:innen eine Priorität dar.

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Investor:innen haben Vertrauensprobleme
Allerdings, so die Studie, seien Investor:innen einem schwierigen Informationsumfeld ausgesetzt und hätten wenig Vertrauen in die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen: 87 Prozent der Investor:innen glauben, dass Unternehmen zumindest in einem gewissen Ausmaß Greenwashing betreiben. Davon vermuten drei Viertel (78 Prozent), dass "unbestätigte Behauptungen" sogar in hohem Maße im Reporting vorkommen.
Nur zwei Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Berichterstattung von Unternehmen ausschließlich bestätigte Angaben zu Nachhaltigkeit enthält. Angaben von ESG-Ratingagenturen lösen das Vertrauensproblem nicht, da nur 22 Prozent der Investor:innen angeben, diese in einem hohem oder sehr hohem Ausmaß zu nutzen.
"Unternehmen sollte das aufhorchen lassen"
"Wenn weltweit betrachtet fast neun von zehn Investor:innen angeben, dass sie Greenwashing in der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen vermuten, sollte dies Unternehmen und Aufsichtsbehörden aufhorchen lassen. Der Mangel an Vertrauen ist beunruhigend, da Nachhaltigkeitsangaben ständig an Bedeutung gewinnen, sowohl für Entscheidungen von Investor:innen als auch anderer Stakeholder", erläutert Agatha Kalandra, Vorstandsmitglied und Head of ESG bei PwC Österreich. "Es ist notwendig, dass Unternehmen ihre Daten, Systeme und Governance verbessern – und dass Aufsichtsbehörden sich weiter für global ausgerichtete und kompatible Standards für Berichterstattung und Prüfung einsetzen."
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