Erinnern zu Weihnachten: Welche Trauerrituale helfen, wenn jemand fehlt

| 15.12.2021

Weihnachten steht vor der Türe und läutet die Zeit der Besinnlichkeit, Nächstenliebe und Ruhe ein. Doch wie gehen die Österreicher:innen damit um, wenn ein geliebter Mensch am Heiligen Abend fehlt?

Aus dem Himmelblau Report 2021 "Im Leben für den Tod vorsorgen", einer repräsentativen Studie des größten privaten Bestattungsunternehmen Himmelblau in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut "marketagent", geht hervor, welche Trauerrituale hierzulande den höchsten Stellenwert innehaben.

Beschäftigen wir uns mit dem Tod?

Solange wir nicht durch den Tod eines uns bekannten oder sogar nahestehenden Menschen mit dem Thema Sterben-Tod-Trauer konfrontiert sind, beschäftigen wir uns kaum damit, sagt Georg Haas, Geschäftsführer von Bestattung Himmelblau. Erst schwerere Erkrankungen, Todesfälle oder Feiertage wie Allerseelen würden uns mit unserer eigenen Endlichkeit beschäftigen lassen. 

"Trauer ist nichts Pathologisches, sondern zutiefst Menschliches. Dafür müssen wir in der Gesellschaft im Leben der Menschen bewusst Raum schaffen. Raum für unterschiedliche Formen der Trauer-Verarbeitung – vom Tragen eines Ringes über das regelmäßige Kerzen anzünden bis hin zur Einhaltung eines Trauerjahres", betont Haas.

Kultur der Trauer

In der Vorweihnachtszeit erleben Riten, Traditionen und Zeremonien ihre Hochkonjunktur. Österreich ist bekannt dafür, großen Wert auf kulturelle und religiöse Rituale zu legen. Der Himmelblau Report 2021 "Im Leben für den Tod vorsorgen" zeigt, dass die Teilnahme am Begräbnis für mehr als drei Viertel der Befragten (84,1 Prozent) wichtig ist. Herr und Frau Österreicher nehmen dieses Trauerritual als finalen Verabschiedungs- Trauer- und Realisierungsprozess wahr.

Können wir noch (sichtbar) Trauern?

In den letzten Jahrzehnten sind in unserer Gesellschaft viele Trauerrituale abhandengekommen. Das Tragen der schwarzen Schleifen am Ärmel ist zur Gänze aus dem Straßenbild verschwunden.

Mehr als ein Drittel der befragten Österreicher:innen (35,2 Prozent) gab allerdings an, dass sie das Tragen eines Andenkens des Verstorbenen als eines der wichtigsten Trauerrituale empfinden. Dass Wertschätzung, und so auch Trauer, nicht nur durch materiell getragene Gegenstände manifestiert werden kann, zeigen auch die Ergebnisse der Studie: So ist etwa das regelmäßige Schmücken und die Pflege der Bestattungsstätte für mehr als die Hälfte (57,5 Prozent) von hoher Bedeutsamkeit. Für beinahe die Hälfte  (46,2 Prozent) stellt der Besuch der Grabstätte zu Allerheiligen die oberste Form der Trauer dar.

"Die Bedeutung einer würdevollen Verabschiedungszeremonie ist für den Großteil der Österreicher:innen extrem hoch. Sie bietet Raum für Wünsche, Hoffnungen und erweist die letzte Ehre. Darüber hinaus wird der Grabpflege, der Einhaltung von Todestagen und der Aufbewahrung von Andenken hierzulande eine hohe Wertigkeit zugeschrieben", führt Haas aus.

Sterben Trauerrituale aus?

Dies kann laut Hass ohne Zweifel mit Nein beantwortet werden. Aber es würde Veränderungen geben. Das Internet und die daraus resultierende Informationsvielfalt lasse viele (alte) Trauerrituale wieder aufleben und sorgt auch in Österreich für neue Strömungen. Viele neue Bestattungsformen hielten allerdings auch in den letzten Jahren hierzulande Einzug. Von Naturbestattung über Diamantenbestattung bis hin zur Seebestattung. 

Trauer-Vorbereitung, aber wie?

Bestattung Himmelblau bietet mehrmals im Jahr einen Tag der offenen Tür an. "Im Leben für den Tod vorsorgen" ist nicht nur der Titel der Studie, sondern auch eine Empfehlung, noch zu Lebzeiten das Gespräch mit einem Bestatter zu suchen. So lerne man besser mit der Angst vor dem eigenen Tod fertig zu werden und habe das Gefühl, alles erledigt zu haben. Das diese Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit positiv zu bewerten ist, dies wird auch anhand des Himmelblau Reports 2021 bestätigt: Der Mensch will offensichtlich wissen, wo er hingehört – auch nach seinem Tod. (ca)

www.bestattung-himmelblau.at

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