Das Internet als Vertriebsweg optimal zu nutzen, ist nicht nur für Online-Händer, sondern auch für Produzenten ein Gebot der Stunde. Angefangen vom eigenen Webshop, der Nutzung von Handelsplattformen bis hin zur Direktbelieferung von Online-Händlern. Immer beliebter wird auch das sogenannte "Dropshipping". Bei dieser Vertriebsform bieten Händler Produkte im Internet an, ohne diese selbst auf Lager zu haben.
Aber welche individuellen Absatzkanäle für Produzenten sind dafür geeignet? Der CEO des auf elektronischen Datenaustausch spezialisierten Unternehmens Gerd Marlovits hat drei Tipps:
1. Vertrieb über Online-Marktplätze
Jeder kennt die internationalen Anbieter wie Amazon, eBay oder regionale Anbieter wie Shöpping und markta. Aber kennt man wirklich alle Feinheiten der einzelnen Plattformen?
Beim weltgrößten Online-Händler Amazon beispielsweise gibt es ein Seller-Programm, das sich primär an Händler richtet, und ein Vendoren-Programm für Produzenten. Die Seller verkaufen ihre Artikel in Eigenregie und zahlen dafür eine Provision. Vendoren sind hingegen meist bekannte Markenartikel-Hersteller, die von Amazon zur Teilnahme eingeladen werden. Sie verkaufen nicht direkt an die Konsumenten, sondern beliefern Amazon. Im Zuge dessen muss das Warenwirtschaftsprogramm (ERP) der Produzenten mittels Elektronischem Datenaustausch (EDI) an Amazon angebunden werden, was den Workflow enorm vereinfacht.
2. Verkauf über Online-Fachportale
Spezialisierte Händler gibt es mittlerweile für unzählige Warengruppen, angefangen von Sportschuhen bis zu Laptops. Sie alle sind potenzielle Geschäftspartner für Produzenten. Allerdings muss man auch hier differenzieren. Manche dieser Händler kaufen die Waren selbst an und halten diese auf Lager. Andere sind oft reine "Dropshipper". Diese treten zwar als Verkäufer auf, haben selbst aber keinen physischen Kontakt mit den Waren. Lagerhaltung, Verpackung und Versand übernehmen entweder die Warenhersteller oder spezielle "Dropshipping"-Partner. Die Konsumenten nehmen davon in der Regel keine Notiz. Die Vernetzung der ERP-Systeme ist beim "Dropshipping" ebenfalls sehr wichtig. Dadurch können z.B. Bestellbestätigungen, Lieferscheine, Rechnungen oder Sales Reports automatisch generiert werden.
3. Warenvertrieb mittels Omni-Channel-Strategie
Manchmal lohnt es sich auch, nicht zu kompliziert zu denken. Für Lebensmittel-Produzenten, die ihre Waren an Online-Händler liefern wollen, ist auch der stationäre Handel ein ausgezeichneter Ansprechpartner. SPAR, REWE und andere große Namen aus der Branche haben nämlich im Internet längst auch ausgezeichnete Online-Shops inklusive Hauszustellung etabliert. Der Elektronische Datenaustausch ist dort seit Jahren Usus, damit Bestell- und Lieferinformationen in Echtzeit und automatisiert verarbeitet werden können. "Die ERP-Systeme größerer Produzenten werden in der Regel über vollintegrierte Schnittstellen an den Handel angebunden, für kleinere Hersteller sind günstigere Zugänge mittels Web-EDI-Portalen empfehlenswert", so Marlovits. (red)
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