"Remote Leadership ist eine neue Herausforderung für Führungskräfte"

Kontrollverlust: Eigene Erfahrung beeinflusst die Wahrnehmung.

Arbeit auf Distanz macht Führung auf Distanz notwendig. Der Trend zu Remote Work und Homeoffice verleiht dem Thema Remote Leadership große Aktualität. Der Hernstein Management Report greift dies auf und zeigt, wie österreichische und deutsche Führungskräfte mit dieser neuen Herausforderung umgehen.

 77 Prozent der Führungskräfte sehen das Thema demnach als große Herausforderung . Hauptursache ist vor allem das Fehlen physischer Präsenz, das zu Schwierigkeiten bei den "3K" – Kommunikation, Kontrollverlust und Koordination – führt. 

37 Prozent der Führungskräfte, die keine Gelegenheit zu Remote Work haben, schätzen die erschwerte Kommunikation und den spontanen Kontakt zu Mitarbeitenden als größte Herausforderung von Remote Leadership ein. An zweiter Stelle steht der befürchtete Kontrollverlust (26 Prozent ), an dritter die aufwendigere Planung und Koordination von Remote Work (acht Prozent ). Führungskräfte, die selbst remote arbeiten, sehen ebenfalls die Kommunikation als größte Herausforderung (27 Prozent ). An zweiter Stelle folgt bei ihnen jedoch der höhere Aufwand für Planung und Koordination (18 Prozent ), erst danach folgt der befürchtete Kontrollverlust (zwölf Prozent).

Auffällig ist dem Hernstein Management Report zufolge, dass Führungskräfte, die selbst nicht die Gelegenheit zu Remote Work haben, die dislozierte Führung kritischer sehen, als ihre Kolleginnen und Kollegen, die diese Möglichkeit haben. Offenbar beeinflusst hier die eigene Erfahrung die Sichtweise erheblich.

Ein neues Kapitel in der Führung 

Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership, zu diesen Ergebnissen: "Mit dem weit verbreiteten Einsatz von Remote Work wurde mit Remote Leadership ein neues Kapitel in der Führung aufgeschlagen. Sowohl Führungskräfte, als auch Mitarbeitende müssen sich neu orientieren. Dies betrifft formelle Abläufe und Strukturen sowie kulturelle Aspekte. Führungskräfte benötigen ein optimal aufgestelltes Team, das effizient zusammenarbeitet – auch wenn es sich nicht permanent im Büro trifft. Beispielsweise braucht es hybrid eine gut abgestimmte Kommunikation, sodass alle Mitarbeitenden die Informationen haben, die sie zum Arbeiten brauchen. Außerdem sind Führungskräfte gefragt, Online Meetings effizient zu moderieren – und diese Skills sind gut lernbar."

Machtverlust?

Als wesentliche Erschwernis von Remote Leadership gilt das Fehlen von physischer Präsenz. Auf einer Skala von 1 bis 4, wobei 1 für volle Zustimmung steht, erreicht die Aussage "Um Führung auszuüben, muss man sichtbar und physisch präsent sein" einen Mittelwert von 2,3. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei Inhaber:innen von Unternehmen (Mittelwert: 2,1). Ein empfundener Machtverlust dürfte hingegen eine geringere Rolle spielen. Dieser wird im Durchschnitt mit 2,7 bewertet. Ebenso wird der Aussage eher nicht zugestimmt, dass Mitarbeitende sich mit selbständigem Arbeiten schwertun (2,6).

Remote Work hat latentes Konfliktpotenzial

25 Prozent aller Befragten meinen, dass es aufgrund von Remote Work etwas häufiger zu Konflikten käme. "Führungskräfte benötigen gute ‚Antennen‘, um versteckte Konfliktpotenziale zu erkennen, und den Mut, heikle Themen auch im virtuellen Raum anzusprechen", so Kreitmayer. (red)

Den vollständigen Report mit Infografiken finden Sie hier.

Über die Studie

Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich und Deutschland.

Befragungszeitraum für die aktuelle Ausgabe: Mai/Juni 2021, befragte Personen: 1.676 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 616 in Österreich und 1.060 in Deutschland. Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung

Über die Studie

Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich und Deutschland.

Befragungszeitraum für die aktuelle Ausgabe: Mai/Juni 2021, befragte Personen: 1.676 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 616 in Österreich und 1.060 in Deutschland. Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung

leadersnet.TV