Finanzexperten bieten kostenlose Orientierungsgespräche in Geld-Fragen

Der Österreichische Verband Financial Planners nimmt den World Financial Planning Day am 6. Oktober zum Anlass, um Konsument:innen anzuregen, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. 

Auch wenn die Zeichen wirtschaftlich gesehen langsam wieder auf Erholung stehen, werden die Nachwirkungen der Corona-Krise die Menschen noch länger beschäftigen. Daten der OECD und des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zeigen, dass der Arbeitsmarkt sich frühestens 2023 erholt, die Pleitewelle bei Unternehmen und Privatpersonen rollt wohl erst an. Viele Konsument:innen gerieten in eine finanzielle Schieflage, weil sie Einkommensverluste durch Kurzarbeit hinnehmen mussten oder ihren Job verloren – konkret sind die Löhne im Vorjahr real um 0,7 bzw. 0,8 Prozent zurückgegangen.

"Die Pandemie hat viele Personen in wirtschaftliche Unsicherheit getrieben, weshalb es umso wichtiger ist, sich proaktiv mit der eigenen finanziellen Situation auseinanderzusetzen", ist Claudia Figl, stellvertretende Vorstandsvorsitzender des Verbandes Financial Planners und Partnerin bei der Bank Gutmann, überzeugt.

Pro-Bono-Beratung von Vorarlberg bis Wien

In diesem Sinne initiiert der Verband Financial Planners heuer zum vierten Mal eine Pro-Bono-Beratungsaktion in Geld-Fragen. Von 4. bis 8. Oktober stellen mehr als 60 Finanzexpert:innen aus acht Bundesländern, die das Gütesiegel CFP (Certified Financial Planner" tragen, ihre Zeit und ihr Wissen kostenlos zur Verfügung.

"In den Vorjahren konnten unzählige Interessenten beraten werden. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben uns auch heuer wieder dazu bewogen, einen Rundruf zu starten und qualifizierte Berater von einer Teilnahme zu überzeugen", sagt Figl. Die Gespräche finden entweder persönlich, am Arbeitsplatz des jeweiligen Experten, oder auf Wunsch virtuell, via Video-Call, statt.

Finanzplanung ist Lebensplanung

Finanzplanung bedeutet dabei mehr als nur Zahlen und die Berechnung von Geldbeträgen. Bereits Fehler bei der Finanzierung des Eigenheims oder die fehlende Absicherung der Familie und der Arbeitskraft können nicht nur die Lebensqualität mindern, sondern zur Gefährdung der eigenen Existenz führen.

"Im Endeffekt geht es darum, sein Leben möglichst selbstbestimmt nach seinen eigenen Vorstellungen leben zu können. Für ein gewisses Maß an Freiheit und für die Erreichung etlicher Lebensziele ist nun einmal Geld erforderlich, oder zumindest förderlich", ergänzt Figl. Denn bereits der römische Philosoph Seneca sagte: Für ein Schiff, das seinen Hafen nicht kennt, ist kein Wind der richtige.

Tabu-Thema Geld im Fokus

Zudem glänzen Österreicher:innen bisher nicht durch ihr Finanzwissen: Dem Finanzministerium zufolge würden 70 Prozent nicht wissen, was ein Fonds ist und überhaupt legen nur neun Prozent aller Konsument:innen hierzulande ihr Geld in Wertpapieren an. Rund 40 Prozent der jungen Erwachsenen fühlten sich nicht sicher genug, um eine Wohnung oder ein Auto zu kaufen, zu mieten oder zu leasen. Ebenso ist jeder dritte Haushalt verschuldet – dies dürfte zu einem Großteil zwar nicht auf mangelndes Finanzwissen zurückzuführen sein, zeigt aber die Notwendigkeit zur Aufklärung über den besseren Umgang mit dem eigenen Vermögen.

"Wir als Verband arbeiten weiterhin daran, das bewusste Thematisieren von Geld in Österreich populärer zu machen. Denn nur wer darüber spricht, kann auch dazu lernen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit unsicheren Aussichten sollte man sich nicht als Einzelkämpfer versuchen, sondern sich fundiert und umfassend beraten lassen. Nutzen Sie das Know-how von unabhängigen, ganzheitlich denkenden, gut ausgebildeten und integren Experten", ruft Figl zur Teilnahme auf. (red)

www.cfp.at

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