Der Hernstein Management Report Nr. 1/2021 widmet sich einerseits dem Thema, wie weit Homeoffice und Remote Work unter österreichischen und deutschen Führungskräften verbreitet sind, und andererseits, welche persönlichen Auswirkungen sich für die Führungskräfte selbst und die von ihnen geleiteten Teams ergeben.
65 Prozent der Führungskräfte haben die Möglichkeit aus der Distanz zu arbeiten, bei 30 Prozent ist es aufgrund der Tätigkeit nicht möglich, lediglich bei 5 Prozent wird dies von der Organisation nicht zugelassen. Die Covid-19-Krise hat als Beschleuniger gewirkt. Davor wurden 15 Prozent der Arbeitszeit remote geleistet, derzeit sind es 52 Prozent. Für die Zukunft erwarten Führungskräfte 39 Prozent ihrer Arbeitszeit remote zu arbeiten, also bei Vollzeit 2 von 5 Arbeitstage pro Woche.
Führungskräfte kommen mit Homeoffice gut zurecht
55 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass ihre Wohnsituation voll und ganz für Homeoffice geeignet ist, weitere 32 Prozent eher. 24 Prozent mussten Adaptierungen oder Investitionen vornehmen, um die eigenen vier Wände homeofficetauglich zu machen. Wie sehen die Umstände abseits der physischen Bedingungen aus? 31 Prozent geben an, dass ihr privates Umfeld sehr verständnisvoll auf berufliche Stress-Situationen im Homeoffice reagiert, 51 Prozent eher. Im Großen und Ganzen gibt es also Akzeptanz, wenn auch ein gewisses Konfliktpotenzial nicht auszuschließen ist. Verständnis ist jedenfalls notwendig, denn 74 Prozent der Führungskräfte meinen, dass im Homeoffice die berufliche und private Welt ineinanderfließen und eine Trennung kaum möglich ist.
Teil der Regelorganisation und Auswirkungen auf das Team-Gefüge
54 Prozent erwarten, dass die Mitarbeitenden künftig verstärkt von zu Hause aus arbeiten werden. Überdurchschnittlich ist diese Einschätzung im oberen Management (63 Prozent). Homeoffice dürfte somit Teil der Regelorganisation werden und das wirft unter anderem die Frage nach den Auswirkungen auf das Team-Gefüge auf. Eine Mehrheit der Führungskräfte stimmt der Aussage „Die Meisten sind im Homeoffice lockerer und der Umgang ist entspannter“ zu. Auf einer Skala von 1 bis 4 (1 = „stimme voll und ganz zu“) erreicht diese einen Durchschnittswert von 2,4 und liegt somit im positiven Bereich. Dagegen wird dem Statement "Die Stimmung im Team und das Team-Gefüge haben (im Homeoffice) gelitten" mit einem Mittelwert von 2,7 eher widersprochen. Diese beiden Hypothesen stehen stellvertretend für ein Set an Aussagen, welches das Verhältnis Homeoffice und Team-Gefüge beschreibt. Das Gesamtbild ist klar: Homeoffice hat aus Sicht der Führungskräfte keine negativen Auswirkungen auf die sozialen Strukturen, sondern sorgt eher für eine Verbesserung. Besonders positiv ist die Einschätzung von Homeoffice im IT- und Telekom-Bereich, überdurchschnittlich skeptisch hingegen im Sozial- und Gesundheitssektor.
Gekommen, um zu bleiben
"Remote Work ist für viele Führungskräfte Teil des Arbeitsalltags und gekommen, um zu bleiben. Diese Situation stellt sie vor neue Herausforderungen. Denn es gilt nun, die hybride Zusammenarbeit innerhalb des auf Büro und Homeoffice aufgeteilten Teams, so gut wie möglich zu gestalten. Durch das neue Setting verändert sich die Teamdynamik und das wirkt sich auch auf die Führung aus. Mit der passenden Haltung und den entsprechenden Tools können Führungskräfte diese Transformation aufgreifen und nutzen", kommentiert Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership. (jw)
www.hernstein.at
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