"Einsatz des Baustoffs Beton ist der Schlüssel zum Erfolg"

Der Verein Beton Dialog Österreich macht auf die Vorteile des Baustoffs aufmerksam.

"Gebäudelösungen mit dem Baustoff Beton ermöglichen wertvolle Beiträge zum Klimaschutz", ist man beim Verein Beton Dialog Österreich überzeugt. "Beton ist ein Baustoff aus natürlichen Rohstoffen, regional verfügbar, hat eine hohe Speicherfähigkeit, ist unverwüstlich, brennt nicht und kann immer wieder rezykliert und zu neuem Beton verarbeitet werden." Vor allem in Städten könne der natürliche Baustoff seine Vorteile ausspielen. Der Verein verweist in diesem Zusammenhang auf ein paar aktuelle Beispiele, die die Vorteile des Baustoffs Beton hervorstreichen sollen.

Eigenständiges, nachhaltiges Energiekonzept

So entsteht etwa bis 2022 in Baumgarten im 14. Wiener Gemeindebezirk ein neues Plus-Energie-Wohnbauprojekt, das aufgeteilt auf zwei Bauplätzen – "(Tante) Käthes Grätz'l" vom Bauträger Migra und "Wientalterrassen" vom Bauträger WBV-GPA – insgesamt 380 geförderte Mietwohnungen und 97 freifinanzierte Wohnungen sowie ein Generationenzentrum und einen Bildungscampus der Stadt Wien beherbergt.

© Isochrom
Das Projekt "Wientalterrassen" in Penzing © Isochrom

In der Errichtung wird auf zwei thematische Schwerpunkte gesetzt: einerseits kostengünstiger Wohnraum und andererseits ein eigenständiges, nachhaltiges Energiekonzept. Die intensive Begrünung der Höfe, Dächer und Gemeinschaftsterrassen soll gegen sommerliche Überhitzung wirken. Gemeinsam mit den Architektenteams Christoph Lechner & Partner ZT GmbH und Berger + Parkkinnen Architekten erarbeiteten die Bauträger einen Entwurf mit verschiedenen, differenzierten Grundrisslösungen der Wohnungen und Möglichkeiten zur Partizipation, auch an der Organisation der Gemeinschafts-bereiche.

Nicht von fossilen Brennstoffen abhängig

Das Energiekonzept auf Basis eines Niedrigstenergiehaus-Standards ermöglicht eine von fossilen Brennstoffen unabhängige autarke und nachhaltige Wärme-/Kälteversorgung der gesamten Wohnhausanlage mit Bauteilaktivierung, Photovoltaik, Wärmepumpen sowie einer Anlage zur Wärmerückgewinnung aus Abwässern. Begleitet wird das Projekt vom Energy Center von UIV Urban Innovation Vienna sowie der Magistratsabteilung MA 20 Energieplanung der Stadt Wien.

"Ohne den Einsatz des Baustoffs Beton wäre ein solches Plus-Energie-Quartier nicht realisierbar", ist Thomas Mühl, Vorsitzender des Vereins Beton Dialog Österreich (BDÖ), der die vielfältigen Vorteile von Beton und seinen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz aufzeigt, überzeugt, "Es ist beeindruckend, wie viele spannende Projekte derzeit gerade im urbanen Raum entstehen. Bei diesen Projekten ist vor allem der Einsatz des Baustoffs Beton der Schlüssel zum Erfolg. Nur durch seine Eigenschaft als Energiespeicher können nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen umgesetzt werden."

Wissenschaftlich begleiteter Wohnbau

Herbert Ritter, Automatisierungsexperte, errichtet in der Nähe des Grazer Flughafens eine viergeschossige Wohnhausanlage mit vier Blöcken und 51 Wohneinheiten. Ritter, der auch Vize-Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark ist, kooperiert in diesem Projekt mit der TU Graz, die den Wohnbau wissenschaftlich begleitet.

Im Zentrum stand die Frage, mit welchen Energiekonzepten im Wohnbau auf die globale Erwärmung und den Temperaturanstieg in unseren Breiten reagiert werden kann. Ritter hatte rasch ein Lösungspaket geschnürt: Betonbauweise, Bauteilaktivierung, Wärmepumpentechnik, Photovoltaik sowie Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Das alles gesteuert über eine dezentrale Gebäudeautomatisierung mit Feldbus-Anbindungen der Aktoren und Sensoren im KNX-Standard.

Ausgeklügelte Gebäudeautomatisierung

Doch dies reichte dem Bauherrn noch nicht, er wollte es genau wissen. An kritischen Stellen in Decken und Wänden der oberen Geschosse wurden über 200 Meter faseroptische Temperaturmessleitungen verlegt. Sie ergänzen die Sensorik der kontinuierlichen Messung von Innen- und Außen-Temperaturen, der Raumluftfeuchtigkeit sowie des CO2-Gehalts in den Innenräumen der Wohneinheiten und liefern wichtige Parameter über die Trägheit im Energiespeicher Beton. Die Speicherung und Auswertung des Nutzerverhaltens der einzelnen Mieter erfolgt anonymisiert.

© Ritter
Der Rohbau des Projekts von Herbert Ritter. © Ritter

"Mitentscheidend für den prognostizierten Wohnkomfort und die Nachhaltigkeit ist das richtige Nutzerverhalten. Zur Motivation und Information visualisieren wir in jeder Wohneinheit über ein eigenes Display im Eingangsbereich den Energieverbrauch, Temperaturen und die Raumluftqualität", beschreibt Herbert Ritter die Ausstattung seines Projektes. Mit Hilfe der ausgeklügelten Gebäudeautomatisierung, gekoppelt an einen Wetterdienst, reagiert die Heizung im Winter bzw. die Kühlung im Sommer autonom. (red)

www.baustoff-beton.at

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