Der größte Börsengang in London seit sieben Jahren könnte in Kürze über die Bühne gehen. Der britische Lieferdienst Deliveroo will rund 385 Millionen neue Aktien ausgeben und biete Medienberichten zufolge Aktien in einer Preisspanne von 3,90 bis 4,60 britische Pfund je Papier an. Vor dem Hintergrund, dass die britische Regierung die Regeln abgeändert hat, damit der Gründer trotz des Verkaufs von Anteilen die Kontrolle über sein Unternehmen behalten kann, werden angeblich zwei Arten von Aktien herausgegeben.
Insgesamt entspreche dies einer Marktkapitalisierung von 7,6 bis 8,8 Milliarden Pfund und wäre der voraussichtlich größte IPO 2021 in Großbritannien. Organisiert wird die Emission, die für 31. März 2021 geplant wird, maßgeblich von den Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan.
Experten zufolge könnte Deliveroo in die Fußstapfen des Essenslieferdienstes Doordash aus den USA treten, dem im vergangenen Jahr ein gigantisches Debüt an der US-Börse gelang. Doordash hatte mit der Erstnotiz rund 3,4 Milliarden Dollar eingesammelt (umgerechnet 2,8 Milliarden Euro), was einer Unternehmensbewertung von 39 Milliarden Dollar entsprach. Der Ausgabepreis lag bereits deutlich über der zuletzt angehobenen Preisspanne.
Wer steckt hinter Deliveroo?
2.000 Mitarbeiter mit über 115.000 Restaurantpartnern in zwölf Ländern und sechs Millionen Kunden sind die Eckdaten von Deliveroo, das 2013 von Will Shu, der auch aktuell als CEO im Einsatz ist, gegründet wurde. 2019 wurde das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde mit Amazon mit rund 1,5 Mrd. US-Dollar bewertet.
Der Gang an die Frankfurter Börse erfolgte bereits vor vier Jahren. Im Jänner 2021 erreichte die Aktie ein Hoch bei 147 Euro bevor es dann wieder nach unten ging. (jw)
deliveroo.co.uk