Swatch macht Apple Konkurrenz

Schweizer Uhrenhersteller launcht 75-Euro-Analoguhr mit der man kontaktlos bezahlen kann.

Die Apple Watch war eine der wichtigsten Innovationen der Kultmarke in dieser Dekade. Seit der Einführung der smarten Uhr sieht sich die traditionelle Uhrenindustrie gezwungen, neue Wege zu gehen: Swatch versucht nun einen Angriff auf die Apple-Front und präsentierte die "Swatch Pay": die Uhr kombiniert nun Digitales mit bewährt-Analogem. Bei der neuen Swatch Pay handelt es sich nämlich um Analoguhr, mit der kontaktlos bezahlt werden kann.

Die Uhr wurde am Donnerstag von Swatch-Österreich-Chef Helmut Saller und Wirecard Managing Director Curt Chadha präsentiert. Die Swatch Pay ist in Österreich ab Freitag zu einem Kostenpunkt von 75 Euro in sechs verschiedenen Designs erhältlich – aber nur im stationären Handel, denn die Uhr muss "auf die Platte" gelegt werden, um sie zu aktivieren, wie Swatch-Österreich-Cheg Helmut Saller erklärte.

Analog wie eine Bankomatkarte

Das Bezahlen mit der Swatch Pay funktioniert so wie man es von einer Bankomatkarte gewohnt ist: die Uhr muss nur zum Kartenleser gehalten werden. Einkäufe bis 25 Euro können mit einer Handbewegung bezahlt werden, Beträge darüber erfordern eine PIN-Eingabe. Technisch läuft das Ganze über die sogenannte Near Field Communication (NFC). Der Chip ist unter dem Ziffernblatt platziert und kommt ohne eigene Stromversorgung aus. Der Chip gibt sich gegenüber dem Bezahlterminal quasi als virtuelle Kreditkarte aus. Um die Payment-Funktion der Swatch Pay nutzen zu können, muss man zuerst zwei Apps auf seinem Handy installieren und die Uhr in einem Swatch-Shop aktiviert haben.

Eine dieser Apps ist die Boon-App des Zahlungsdienstleisters Wirecard, mit der man die Kreditkartenfunktion erstellt. Die virtuelle Prepaid-Kreditkarte kann mittels Konto- oder Kreditkartenabbuchung aufgeladen werden. Kosten für die Boon-Kreditkarte fallen nicht an. Swatch Pay funktioniert in Österreich und Deutschland ausschließlich mit der Bezahl-App. Das Wirecard-System kommt bereits bei den Zahlungsdiensten von Apple, Google, Fitbit und Garmin zum Einsatz.

Dann braucht es noch die Swatch-Pay-App, um mit der Swatch Pay Kontakt aufzunehmen und damit bezahlen zu können. Zusätzlich muss die Uhr noch in einem der Swatch-Stores aktiviert werden. Boon und Swatch werben damit, dass Zahlungen so schneller, einfacher und flexibler sind. Im Notfall könne die Zahlungsfunktion der Uhr über das Smartphone oder über eine Hotline gesperrt werden. 

Neo- Trend "Wearables"

Zahlungen mit sogenannten Wearables, also mit Uhren, Ringen, Schlüsselanhängern oder anderen Accessoires, könnten in den nächsten Jahren ein großes Geschäft werden. Mastercard teilte am Donnerstag mit, dass Zahlungen mit Wearables in Europa heuer gegenüber 2018 um das Achtfache gestiegen seien. In den Niederlanden werde bereits ein Drittel aller kontaktlosen Bezahlvorgänge mit Wearables getätigt. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen Großbritannien (18 Prozent), die Schweiz (acht Prozent) und Russland (sieben Prozent). Berücksichtigt sind dabei sowohl aktive, also intelligente, Wearables sowie auch passive Wearables wie Armbänder, Ringe und normale Armbanduhren.

Kunden können Wearables überall dort verwenden, wo kontaktlose Zahlungen akzeptiert werden. Kontaktloses Bezahlen hat sich international im Zahlungsverkehr mittlerweile etabliert. Laut Mastercard ist der Anteil im Einzelhandel schon auf 70 Prozent gestiegen. Diese starke Akzeptanz von kontaktlosen Zahlungen habe den Weg für Zahlungen über Wearables geebnet, so Mastercard.

In Österreich wurden 2018 von den 661 Millionen Transaktionen im Handel über 350 Millionen kontaktlos getätigt. Das heißt, mehr als jede zweite Zahlung erfolgte kontaktlos via NFC. Das dabei erzielte Volumen lag bei über zehn Milliarden Euro, 83 Prozent mehr als 2017.

Einen Blick auf die neuen Swatch Pay Modelle werfen können Sie in unserer Fotogalerie. (red)

www.swatch.com

www.wirecard.at

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