"Ich möchte Österreich zum digitalen Best-Practice-Land machen"

Beim zweiten Digital Fairness Dialog der iab austria mit Margarete Schramböck drehte sich alles um Bildung und Kompetenzvermittlung.

Digitale Kompetenzen zu vermitteln sei essenziell für die gesellschaftliche Entwicklung im modernen Zeitalter – "Österreich soll in der Europäischen Union zu einem Best-Practice-Land werden, wenn es um digitale Fitness geht", begrüßte Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck am Montagabend zum zweiten Digital Fairness Dialog auf Initiative des interactive advertising bureau austria (iab) im weXelerate Innovation Hub.

Vergleichbar mit der bestehenden Spracheinstufung möchte Schramböck ein Bewertungssystem für digitale Kenntnisse einführen, das Orientierung über die eigenen Fähigkeiten gibt. Basierend auf den Ergebnissen sollen zielgerichtete Weiterbildungsmöglichkeiten kostenlos angeboten werden. Ein wesentliches Anliegen der Bundesregierung ist die Wissensvermittlung an ältere Generationen: Nur 60 Prozent der über 60-jährigen Österreicher seien laut Statistik aktiv im Internet unterwegs, während es in Schweden etwa 85 Prozent sind.

Once-Only-Prinzip für die Verwaltung

Neben Initiativen für Klein- und Mittelunternehmen in Zusammenarbeit mit der Digitalisierungsagentur plant Schramböck das "Once-Only-Prinzip", um den Verwaltungsaufwand für Unternehmen zu reduzieren. Datenmeldungen sollen vereinheitlicht und der Datenaustausch innerhalb der Verwaltung optimiert werden. Bereits seit Dienstag, 19. März 2019, steht das Digitale Amt als neue Plattform und als App zum Austausch mit Behörden zur Verfügung. Diese Plattform soll die Interaktion mit den Bürgern deutlich vereinfachen und beispielsweise an das Ablaufdatum des Reisepasses, die Beantragung von Wahlkarten oder die Meldung bei einem Umzug erinnern. Auch werdende Eltern sollen durch den digitalen "Baby Point" entlastet werden.

"Angst vor dem Wischomat" nehmen

Bei der anschließenden Diskussion wurde der Ruf der Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitskräften laut, den Unternehmen unterschiedlich beantworteten. Microsoft Österreich investiert beispielsweise gemeinsam mit Business-Partnern in einem eigenen "Career Campus", der Mitarbeiter auf die Aufgaben im Umfeld des globalen IT-Konzerns vorbereitet. Einen hohen Bildungsbedarf ortet auch fit4internet-Generalsekretärin Ulrike Domany-Funtan bei älteren Menschen. Mit bedarfs- und praxisorientierten Bildungsveranstaltungen wie dem "Café Digital" möchte sie Offliner zu Onlinern machen und die Angst vor dem "Wischomat" (Smartphone) nehmen.

Hannes Raffaseder von der FH. St. Pölten fasste zusammen, dass es neue Talente braucht, um die digitale Transformation  positiv zu bewältigen. Die Etablierung einer digitalen Kultur, die neue Formen der Zusammenarbeit, Flexibilität und Kreativität fördert, sieht er abseits technologischer Entwicklung als wesentliches Element des Wandels zu einer Digitalgesellschaft.

Impressionen vom zweiten Digital Fairness Dialog der iab austria finden Sie in unserer Fotogalerie. (red)

www.oesterreich.gv.at

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