Mythos Millennials: So denken und arbeiten junge Führungskräfte

Der aktuelle Hernstein Management Report beleuchtet auch, welche Meinung Führungskräfte der vorangegangenen Generationen über die nachkommende haben.

Der aktuelle Hernstein Management Report beleuchtet wie Führungskräfte der Generation der Millennials – geboren zwischen 1980 und 1995 – denken und arbeiten. Zudem hinterfragt der Report welche Meinung Führungskräfte der vorangegangenen Generationen über die nachkommende hat. 56 Prozent der befragten Führungskräfte schätzen Millennials hinsichtlich ihrer Werte, Prioritäten und Einstellungen ganz anders ein als die Erwerbsgenerationen davor.

Andere Einstellungen, Werte und Prioritäten

Millennials sind – je nach Definition – zwischen 1980 und 1995 geboren. Der Hernstein Management Report hat österreichische und deutsche Führungskräfte befragt, ob der "Mythos Millennials" gerechtfertigt sei. Die Mehrheit der Befragten (56 Prozent) vermutet, dass die Jungen ganz andere Einstellungen, Werte und Prioritäten haben als die Erwerbsgenerationen davor.

47 Prozent meinen, Millennials hätten einen höheren Anspruch an Sinn und Selbstbestätigung in der Arbeit. 40 Prozent beschreiben das Führen von Millennials als herausfordernder. Insgesamt sind 50 Prozent der Führungskräfte der Meinung, die Diskussion rund um Millennials sei übertrieben und es gäbe bei weitem nicht so viele Unterschiede, wie allgemein behauptet wird.

Millenials über andere Millenials

Insgesamt scheinen Millennials recht zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein. 77 Prozent der befragten Führungskräfte unter 40 Jahren bezeichnen ihren aktuellen Arbeitsplatz als sehr gut. 82 Prozent sind stolz auf das, was im Unternehmen geleistet wird. 73 Prozent können sich vorstellen, auch in fünf Jahren noch für ihr aktuelles Unternehmen zu arbeiten. Millennials sind also offen für neue Jobangebote, aber nicht grundsätzlich suchend. Es überrascht deshalb nicht, dass 70 Prozent ihren Arbeitgeber auch weiterempfehlen würden.

Die Top-3-Faktoren, die Millennials im Berufsleben besonders wichtig sind, unterscheiden sich kaum von jenen der Nicht-Millennials. 53 Prozent nennen gute finanzielle Vergütung, 44 Prozent Freiräume und 37 Prozent einen sicheren Arbeitsplatz. Nicht-Millennials sehen das ähnlich, nur in anderer Reihenfolge. Wenn junge Führungskräfte nicht über sich selbst, sondern über Millennials eine Aussage zu den Top-3-Faktoren treffen sollen, kommt man dem Mythos Millennials auf die Spur: Was ihnen selbst wichtig ist, schätzen sie für andere Millennials zwar in manchen Aspekten ähnlich, in anderen aber gänzlich anders ein.

So sind für die unter 40-jährigen Freiräume und Eigenverantwortung sehr wichtig (44 Prozent), für andere Millennials schätzen sie diesen Faktor deutlich weniger wichtig ein (28 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei den Aspekten sicherer Arbeitsplatzes und ausgeglichene Life-Balance. Millennials schreiben anderen Millennials Werte zu, die für sie selbst nicht unter den Top-3 aufscheinen.

Humanismus, Selbstbestimmung und Universalismus

Millennials und Nicht-Millennials scheinen ein sehr ähnliches Werteprofil zu haben. Beide Altersgruppen identifizieren sich vor allem mit den Werten rund um Humanismus, Selbstbestimmung und Universalismus, am wenigsten mit Konformität, Stimulanz und Macht. Bei einzelnen Aspekten zeigen sich allerdings signifikante Unterschiede: So können 26 Prozent der Führungskräfte unter 40 Jahren dem Gedanken, viel Geld zu haben und teure Sachen zu besitzen, viel abgewinnen. Bei den über 40-jährigen sind es lediglich zwölf Prozent.

Die eigenen Fähigkeiten zu zeigen und von Anderen bewundert zu werden spricht 43 Prozent der Millennials, jedoch nur 33 Prozent der Nicht-Millennials an. Auch zu den Aspekten Spaß und Abwechslung gibt es mit 43 Prozent eine höhere Zustimmung von jüngeren als von älteren Führungskräften mit nur 33 Prozent.

"Der Report zeigt auf, dass in manchen Aspekten sehr wohl Unterschiede zwischen der Generation der Millennials und ihren Vorgängern bestehen. Diese Tatsache kann zu einem gewissen Teil auf die Rahmenbedingungen – Stichwort Digitalisierung – zurückgeführt werden, die sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt und die Arbeits- und Lebensweise beeinflusst haben", erklärt Michaela Kreitmayer, Leiterin Hernstein Institut für Management und Leadership. "Allerdings sind die Unterschiede weniger ausgeprägt als weithin angenommen. So denken und arbeiten Millennials sehr ähnlich wie die Generationen vor ihnen – beispielsweise in Bezug auf die Wechselbereitschaft oder die Top-3-Faktoren, die ihnen bei der Arbeit wichtig sind." (as)

www.hernstein.at

Über die Studie

Der Hernstein Management Report erhebt seit 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich und Deutschland.

Befragungszeitraum für die aktuelle Ausgabe: April 2018, befragte Personen: 1.516 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 510 in Österreich und 1.006 in Deutschland. Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von vieconsult GmbH.

Den vollständigen Report mit Infografiken finden Sie hier.

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