Immobilien-Deals werden am Verhandlungstisch entschieden, aber offenbar immer öfter auch auf dem Rennrad, bei der 5-Kilometer-Runde oder zwischen Padel-Wänden.
Es gibt bereits Immo-Radclubs mit mehr als hundert Mitgliedern, Laufgruppen mit beinahe doppelt so vielen, sowie Padel-Courts als neue Netzwerkbörse. Die Immobilienbranche zeigt sich also buchstäblich in Bewegung.
LEADERSNET Immobilien hat einen Blick hinter die Kulissen dieser Bewegungen geworfen.
Auf dem Rennrad
Der Real Estate Cycle Club (RECC) hat sich binnen kürzester Zeit zu einer festen Institution entwickelt. Für Peter Ulm, Gründer der allora Immobilien GmbH, ist die Parallele zwischen dem Sattel und dem Immobiliengeschäft offensichtlich: "Der Club hat bereits 108 Mitglieder aus der Immobilienbranche. Das Motto beim Radfahren hieß schon immer ‚Steady pace wins the race‘. Eine mehr als treffende Parallele zur Immobilienbranche, in der Nachhaltigkeit nicht nur im ökologischen Sinn, sondern als Grundhaltung des Handelns wesentlich ist. Radfahren benötigt Vorbereitung, Ausdauer und manchmal, wenn es auf hohe Berge raufgeht, auch viel Leidensfähigkeit. Gerade in Zeiten der Transformation einer gesamten Branche, die wir gerade erleben, sind diese Eigenschaften wesentlich. Natürlich wie immer gepaart mit Professionalität und viel Begeisterung."
Für Ulm ist der Sport weit mehr als bloßer Zeitvertreib, nämlich ein mentaler Katalysator: "Jeder Sport, der sich in der Natur abspielt – ob Radfahren, Laufen, Bergwandern etc. – macht den Kopf frei und gerade Radfahren ist ein Sport, der die Ausdauer trainiert und damit auch die mentale Leistungsfähigkeit genauso verbessert wie die Stressresistenz."
Ulm startet jeden Tag mit einer morgendlichen Sporteinheit. Es gehe ihm nicht um Work-Life-Balance, sondern um einen Ausgleich zwischen geistiger (und oft auch sitzender Tätigkeit) Anstrengung und körperlichem, wohltuendem Ausgleich.
Die sportlichen Ambitionen bleiben dabei hoch. Für Ulm steht im Juli ein echtes Highlight an: der Maratona dles Dolomites, der durch Südtirol führt. Dass er dabei nicht alleine ist, schätzt er besonders: "Ich habe das Glück, dass unser RECC bereits 108 Mitglieder aus der Immobilienbranche zählt und ich daher mit vielen Kolleg:innen mein Hobby teilen darf! Umso mehr hat es mich aber gefreut, dass die Real Estate Runners gemeinsam mit den Real Estate Cyclers den Wings for Life World Run unterstützt haben und ich so auf neue Kolleginnen gestoßen bin."
Teamplay und Respekt im Peloton
Auch Sandra Hochleitner, Geschäftsführerin RESH Advisory, sieht im Rennradsport das perfekte Spiegelbild für unternehmerischen Erfolg. Es komme für sie eben nicht nur auf die eigene Beinkraft an, sondern auf das Kollektiv.
"Insbesondere der Radsport – ich kann nur für den Rennradsport sprechen – ist eine Disziplin, wo es auf jede:n Einzelne:n aber auch das Zusammenspiel im Team ankommt. Die Tour de France gewinnt der Fahrer, der das beste Team um sich hat, und selbst auch die beste Leistung zu erbringen fähig ist. Das, und trotz der harten Konkurrenz im Wettbewerb respektvoll miteinander umzugehen, machen meiner Meinung nach erfolgreiche Ausdauersportler:innen und erfolgreiche Unternehmer:innen aus."

Für Hochleitner ist die Bewegung an der frischen Luft essenziell, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen: "Für mich ist Bewegung, vor allem im Freien, kein nice to have sondern lebenswichtig. Wenn ich alleine Rennrad fahre, kann ich in Ruhe über Themen nachdenken oder mich einfach körperlich auspowern. In der Gruppe geht es mir meist ums Plaudern mit Gleichgesinnten, durchhalten und dranbleiben."
Gerade in stressigen Phasen setzt sie auf bewusste Erdung statt auf Überlastung. Dennoch dürfen die Pläne für das restliche Jahr nicht zu kurz kommen: Zwei Bike-Packing-Abenteuer durch Österreich und Japan stehen an – und ein Fixpunkt im Branchenkalender: "Und als drittes – mittlerweile Fixpunkt – die Radtour mit Kollegen und Kolleginnen nach München zur Expo."
Ideenfindung im Fünf-Kilometer-Takt
Wer es unkomplizierter mag, greift zu den Laufschuhen. Die Real Estate Runners beweisen, dass man für erfolgreiches Networking nicht viel Ausrüstung braucht. Anna Gross (LZH Group) und Co-Founder der Real Estate Runners schätzt genau diese Pragmatik des Laufens.
"Laufen ist oft der beste Weg, den Kopf freizubekommen. Ich bin nicht jeden Tag motiviert, aber ich habe gelernt, wie wertvoll diese Zeit für mich ist. Das Schöne daran ist die Einfachheit: Egal ob zuhause, auf Geschäftsreise oder im Urlaub, Laufschuhe passen immer ins Gepäck und 30 min finden sich auch immer wo. Gerade das Laufen in der Gruppe, wie bei den Real Estate Runners, motiviert mich zusätzlich", so Gross. Viele der besten geschäftlichen Einfälle kommen ihr genau dann, wenn der Asphalt unter den Füßen vorbeizieht: "Sport hilft mir, Abstand zu gewinnen und Themen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Gerade beim Laufen entstehen oft die klarsten Gedanken und kreativsten Lösungen, weil der Kopf frei wird und man Raum hat, Ideen entstehen zu lassen.“
Struktur ist für sie dabei alles. Die Einheiten werden von ihr wie geschäftliche Meetings behandelt und fest im Alltag verankert: "Sport ist ein fixer Bestandteil meines Alltags und nicht mehr wegzudenken. Ich habe fixe Sporttage, die ich bewusst zu Beginn der Woche einplane. Wenn die Einheiten im Kalender stehen und ich sie auch konsequent durchziehe, fühle ich mich ausgeglichener, fokussierter und einfach wohler.“
Neben einem Trailrun in Wien, einem Hyrox-Wettkampf in Barcelona und ihrer neuen Leidenschaft Padel-Tennis, steht für sie vor allem das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Dieses Credo trägt sie direkt in die wachsende Community der Immobilien-Läufer hinein: "Bei den Real Estate Runners haben wir mittlerweile rund 190 Mitglieder in der Gruppe und ich freue mich über jede einzelne Person, die mit uns die 5-km-Ringrunde läuft. Genau das macht die Community für mich aus: Menschen aus der Immobilienbranche auf eine unkomplizierte und persönliche Art zusammenzubringen. Besonders freue ich mich auch über Kooperationen wie mit RECC oder FORE Sports. Mein Motto dabei ist ganz klar: the more, the merrier. Je mehr Menschen wir für gemeinsame Bewegung, Austausch und Community begeistern können, desto besser."
Analoge Begegnungen im rasanten Tempo
Wer den direkten, schnellen Austausch sucht, landet momentan unweigerlich beim Padel-Tennis. Der Sport boomt – und zieht auch die Immobilienbranche magisch an. Alexander Sommer-Fein, der hinter dem Format "Smash" steht, erklärt den rasanten Aufstieg des Racketsports: "Padel bringt Menschen unglaublich schnell zusammen. Egal ob alt oder jung, sportlich oder nicht, man ist sofort im Spiel und es macht sehr schnell sehr viel Spaß. Genau das macht den Reiz aus. Es braucht keine lange Lernkurve und man hat keine Einstiegshürde. Der Ball fliegt, das Spiel läuft und die Energie auf dem Court passiert fast automatisch und ist sofort spürbar. Padel holt einfach jeden sofort ab."
Für den Gründer bietet der Court eine perfekte Blaupause für das Business und ein dringend nötiges Digital Detox: "Padel ist ein Mannschaftssport – man gewinnt und verliert gemeinsam. Kommunikation, Vertrauen, das richtige Timing spielen dabei eine zentrale Rolle. Das kenne ich auch aus meinem Alltag als Gründer sehr gut. Gleichzeitig ist Padel ein bewusster Gegenpol zur digitalen Welt: Menschen kommen analog zusammen, tauschen sich aus, erleben echte Begegnungen. Genau das macht den Sport so besonders."

Fore Padel Cup
Am 29. Mai steigt der 1. Fore Padel Cup in Wien – presented by FORE – Future of Real Estate, AluKönigStahl und Raiffeisen Immobilien.
Im Padeldome Alte Donau erwartet die Gäste ein sportlich-entspannter Nachmittag mit reservierten Courts, exklusivem Setting direkt neben der Summer Lodge, eine herzhafte Grillerei, Drinks und viel Gelegenheit zum Austausch. "Padel liegt voll im Trend: Der Sport verbindet Bewegung mit Lifestyle und ist zugleich unterhaltsam und kompetitiv. Da fast immer im Doppel gespielt wird, stehen Kommunikation, gemeinsames Taktieren und viel Lachen im Mittelpunkt. Genau dieser soziale Aspekt macht Padel so beliebt", so David Beran, Standortleiter Fore Wien und Markenbotschafter von IMMOunited.
Mentale Stärke in volatilen Märkten
Wie fließend die Grenzen zwischen absolutem Spitzensport und der harten Realität der Immobilien- und Investmentwelt sind, zeigt das Beispiel von Yvonne Weilharter. Als gewerbliche Vermögensberaterin und aktive Profifußballerin zieht sie eine glasklare Bilanz: "Für mich sind Spitzensport und Unternehmertum in vielen Bereichen fast identisch. In beiden Welten geht es nicht darum, kurzfristig Erfolge zu feiern, sondern über Jahre konsequent an einem Ziel zu arbeiten. Ein Cup-Titel entsteht nicht an einem Wochenende, dahinter stecken tägliche Disziplin, Rückschläge und harte Arbeit über Jahre. Genauso ist es beim Aufbau eines Unternehmens. Es gibt Phasen, in denen Ergebnisse nicht sofort sichtbar sind, und genau dann entscheidet sich, wer seiner Vision konsequent weiter nachgeht."

(c) Daniel Shaked
Besonders in Phasen von Marktveränderungen und wirtschaftlicher Transformation erweist sich die sportliche Schule als unschätzbarer Vorteil für die Beratungspraxis: "Der Profisport hat mich persönlich geprägt, vor allem mental. Ich habe gelernt, unter Druck ruhig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen mit klarem Fokus zu treffen. Genau das hilft mir heute in der Investment- und Immobilienberatung enorm. Märkte verändern sich, Situationen entwickeln sich manchmal anders als geplant und gerade dann brauchen Menschen jemanden, der Ruhe bewahrt und Orientierung gibt. Gerade in einem Bereich, in dem Vertrauen, klare Entscheidungen und langfristiges Denken entscheidend sind, ist mentale Stärke ein großer Vorteil."
Ihre berufliche Mission verbindet das Beste aus beiden Welten: "Meine Vision ist es, als aktive Profifußballerin meine Erfahrungen aus dem Sport zu nutzen, um Menschen dabei zu unterstützen, kluge Investmententscheidungen zu treffen und sie gleichzeitig bei der notwendigen Absicherung professionell zu beraten."
Wettbewerb, aber anders
Das ImmoScout24 Wuzzel-Turnier hat sich nach seiner Premiere im Vorjahr (LEADERSNET berichtete) als fixer Bestandteil im Veranstaltungskalender der Immobilienbranche etabliert. 2026 wurde das Format weiter ausgebaut und ging mit rund zehn Prozent mehr Teams an den Start. "Die Idee hinter dem Wuzzel-Turnier ist, dass wir alle zusammenkommen und das, was wir im Business machen wollen, nämlich gewinnen, hier auch ausleben", sagte Markus Dejmek, Managing Director, ImmoScout24 Österreich.