Diskontgeschäft 2025
Lidl Österreich knackt erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Marke

| Wolfgang Zechner 
| 22.06.2026

Neben dem Rekordumsatz meldet das Unternehmen für 2025 Höchstwerte bei der Zusammenarbeit mit heimischen Lieferanten. Die Bilanz ist zugleich die letzte von CEO Michael Kunz, der im Herbst an Benny Klein übergibt.

Für Lidl Österreich endet das Geschäftsjahr 2025 mit einer symbolträchtigen Marke. Der Diskonter steigerte seinen Umsatz um knapp sieben Prozent auf insgesamt zwei Milliarden Euro und überschritt damit erstmals diese Schwelle. Wachstumstreiber waren laut dem Unternehmen sowohl eine höhere Kundenfrequenz als auch steigende Durchschnittseinkäufe. "Dieser Meilenstein ist eine wertvolle Bestätigung für unseren Weg", sagt CEO Michael Kunz. Der Fokus auf regionale Qualität und attraktive Preise habe wesentlich zum Wachstum beigetragen. 

Die aktuellen Geschäftszahlen fallen in eine Phase des Umbruchs. Wie KEYaccount/LEADERSNET Anfang Mai berichtete, wird Kunz mit 1. Oktober an die Spitze von Lidl Schweiz wechseln. Sein Nachfolger wird der bisherige COO Benny Klein, der bereits seit vielen Jahren für das Unternehmen tätig ist.

Starke Rolle heimischer Produzenten

Von der Expansion profitierten auch österreichische Lebensmittelhersteller. Laut Lidl erwirtschafteten heimische Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit dem Diskonter im vergangenen Jahr eine Wertschöpfung von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Rund 600 Millionen Euro davon entfielen auf Exporte an andere Lidl-Landesgesellschaften in Europa.

Besonders gefragt waren Molkereiprodukte aus Österreich. Sie machten mit mehr als 150 Millionen Euro rund ein Viertel der gesamten Export-Wertschöpfung aus. Insgesamt arbeiten laut dem Unternehmen mehr als 300 österreichische Lebensmittelbetriebe sowie rund 1.700 Bäuerinnen und Bauern mit Lidl zusammen.

Auch das Filialnetz wächst weiter. Bis Mitte 2026 sollen neue Standorte in Gmünd, Eisenstadt, Gralla und Linz eröffnet werden. Parallel dazu wird das bestehende Filialnetz modernisiert.

Bio und pflanzliche Produkte legen zu

Wachstum verzeichnete Lidl auch in mehreren strategischen Sortimentsschwerpunkten. Die Bio-Eigenmarke Ein gutes Stück Heimat erzielte laut Unternehmen ein Umsatzplus von rund 20 Prozent. Bei Bio-Obst und Bio-Gemüse lag das Wachstum bei rund 15 Prozent.

Auch pflanzliche Produkte entwickelten sich überdurchschnittlich. Die Eigenmarke Vemondo legte beim Umsatz um mehr als 13 Prozent zu. Bereits seit 2024 werden zahlreiche vegane Alternativen zum gleichen Preis wie vergleichbare tierische Produkte angeboten. Nach Unternehmensangaben umfasst das vegane Sortiment inzwischen mehr als 1.000 Produkte. Bis 2030 soll der Anteil pflanzenbasierter Proteinquellen am Sortiment auf 20 Prozent steigen.

Investitionen in die Logistik

Parallel zum Umsatzwachstum investiert Lidl Österreich weiter in die Logistik. Das Ziel lautet, bis 2030 sämtliche Filialen emissionsfrei zu beliefern. Derzeit sind österreichweit 20 E-Lkw im Einsatz, die bereits rund 20 Prozent der gefahrenen Kilometer abdecken. Einen weiteren Ausbauschritt plant das Unternehmen in Großebersdorf in Niederösterreich. Dort entsteht nach dem Vorbild des Standorts Laakirchen ein Ladepark mit 30 Ladepunkten und einer Ladeleistung von jeweils 800 Kilowatt. Bis Mitte 2027 sollen dadurch rund 42 zusätzliche Elektro-Lkw auf Österreichs Straßen unterwegs sein. Damit soll das gesamte Liefergebiet im Osten Österreichs vollständig elektrisch bedient werden können.

www.lidl.at

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