Fotos vom Event "People. Law. Trust"
Warum Vertrauen für die Gen Z zur wichtigsten Führungswährung wird

| Larissa Bilovits 
| 25.06.2026

Bei der zweiten Ausgabe der Veranstaltungsreihe "People. Law. Trust.", initiiert von Great Place To Work, LeitnerLaw Rechtsanwälte und LEADERSNET, diskutierten namhafte Expert:innen darüber, wie Unternehmen Performance, Vertrauen und die Erwartungen verschiedener Generationen in Einklang bringen können.

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung (LEADERSNET berichtete) haben Great Place To Work und LeitnerLaw Rechtsanwälte am Dienstag, dem 23. Juni, in Kooperation mit LEADERSNET zur bereits zweiten Ausgabe der Afterwork-Reihe "People. Law. Trust. – The Afterwork Connection for Leaders" geladen. Zahlreiche Gäste, darunter HR- und Legal-Leaders sowie C-Level-Manager:innen, folgten der Einladung zum Event in der Kanzlei von LeitnerLaw Rechtsanwälte am Schwarzenbergplatz, das unter dem Motto "New Work Reality Check – Zwischen Performance, Arbeitsrecht und Generationenwandel" stand und damit ein Thema in den Mittelpunkt rückte, das HR-Verantwortliche und Arbeitsrechtler:innen derzeit gleichermaßen beschäftigt.

Die neue Realität von Performance

Den inhaltlichen Auftakt machte Jörg Spreitzer (Managing Partner, Great Place To Work) mit einer Keynote, die schon im Titel zuspitzte, ob alle Jungen faul seien oder sich gerade unsere Vorstellung von Performance verändere. Seine Antwort fiel eindeutig aus. Wer den Jungen mangelnden Arbeitswillen unterstelle, liege falsch. Es gehe ihnen vielmehr darum, dass die eigene Tätigkeit einen erkennbaren Sinn ergebe. Gefragt seien eine Führung, der man vertrauen könne, ein Klima, in dem Teams funktionieren, Raum für Innovation und nicht zuletzt die eigene psychische Gesundheit samt einer Balance zwischen Job und Privatleben. Den gemeinsamen Nenner all dieser Punkte bilde Vertrauen.

Dass sich diese Vertrauenskultur auch betriebswirtschaftlich rechnet, untermauerte Spreitzer mit konkreten Zahlen. Betriebe mit besonders guter Arbeitsplatzkultur, im Programm als Great Workplaces geführt, kommen demnach im Mittel auf einen um 8,5 Prozent höheren Umsatz als der Durchschnitt ihrer Branche. Zum Abschluss seiner Keynote brachte er es auf den Punkt: "Wir diskutieren oft über Generationen, dabei liegt die eigentliche Herausforderung im System. Eine starke HR-Funktion hat heute die Aufgabe, Arbeit wieder sinnvoll, wirksam und zukunftsfähig zu gestalten und wird damit zum echten Performance-Treiber", so Spreitzer.

Recht trifft Unternehmenskultur

Den anschließenden Expert Talk moderierte Karin Bauer (Ressortleiterin Karriere, Der Standard) und führte dabei Perspektiven aus Arbeitsrecht, Unternehmenskultur und Leadership zusammen. Auf dem Podium diskutierten Daniela Wakefield (Hilton Hotels Austria), Zoe Mathé (tristar Austria), Sebastian Zankel (Bitpanda), Christina Hödlmayr (Partnerin, LeitnerLaw Rechtsanwälte) und Christian Trübenbach (Great Place To Work) darüber, warum Generationenkonflikte oft missverstanden werden und welche rechtlichen Herausforderungen Führungskräfte aktuell prägen.

Den kulturellen wie rechtlichen Rahmen steckte zuvor Barbara Gruszkiewicz von LeitnerLaw Rechtsanwälte ab: "Flexibilität, Performance Ansprüche und unterschiedliche Erwartungen der Generationen stellen Unternehmen vor neue rechtliche und kulturelle Herausforderungen. Wie können diese Ansprüche rechtssicher und zugleich praxistauglich gestaltet werden? Junge Mitarbeiter:innen sind nicht weniger leistungsbereit, sie definieren Leistung, Sinn und Entwicklung jedoch bewusster. Gleichzeitig bleiben erfahrene Mitarbeiter:innen mit ihrem Know-how und ihrer Stabilität ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zukunftsfähige Unternehmen schaffen Rahmenbedingungen, in denen unterschiedliche Generationen voneinander lernen, Leistung transparent gesteuert und gute Performance auch anerkannt wird."

Wie viel Gestaltungsspielraum Unternehmen dabei tatsächlich bleibt, ordnete Christina Hödlmayr ein: "Unternehmen verfügen bei der Gestaltung moderner Arbeitsmodelle trotz rechtlicher Vorgaben über einen gewissen Handlungsspielraum. Heute sind vor allem flexible Arbeitszeitmodelle gefragt und ortsunabhängige Arbeitsformen wie Remote Work. Bei grenzüberschreitenden Modellen, etwa Workation, sind jedoch die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen besonders zu beachten." Zugleich plädierte Hödlmayr für klar definierte Spielregeln, da sich informelle Freiräume ohne festen Rahmen schnell zum Problem entwickeln könnten. Auch generationenspezifische Angebote seien mit Vorsicht zu gestalten, weil unterschiedliche Regelungen rasch zu Diskriminierungsfragen führten. Entscheidend sei am Ende, dass ein Arbeitsmodell zum Unternehmen und seiner Kultur passe, erst danach gehe es an die rechtliche Ausgestaltung.

Was die Gen Z von Führung erwartet

Aus der Praxis berichteten die Vertreter:innen der ausgezeichneten Arbeitgeber. Daniela Wakefield rückte das Mitarbeitererlebnis in den Mittelpunkt und betonte den Wert von Transparenz und generationenübergreifendem Lernen, bei dem unterschiedliche Generationen über Mentoring voneinander profitieren. Den Ausschlag gebe am Ende die Führung selbst. Erst wo Vertrauen herrsche, zugehört und offen kommuniziert werde, entstünden Engagement und Entwicklung. Klare Ziele, regelmäßige Entwicklungsgespräche und Transparenz über die gemeinsame Richtung schafften zusätzlich Orientierung.

Auch Zoe Mathé hob die frühe Einbindung der Mitarbeitenden hervor, die bereits im Recruiting beginne und sich über regelmäßige Jahres- und Feedbackgespräche sowie gezielte Führungskräfte-Trainings fortsetze. Um den Austausch zwischen den Generationen zu stärken, brauche es zudem Teamevents und gemeinsame Aktivitäten. Mit Blick auf die Gen Z seien Sinnstiftung, klare Ziele und kontinuierliches Feedback die zentralen Erwartungen an moderne Führung. Wie wichtig dieses permanente Feedback ist, machte Mathé als Gen-Z-Vertreterin an sich selbst fest: "Ich bin mit permanentem Feedback durch Social Media groß geworden, das erwarte ich auch im Job, auch von meiner Führungskraft."

Sebastian Zankel warnte wiederum davor, die Generation Z zu pauschalisieren. Die Bandbreite innerhalb dieser Altersgruppe sei enorm, bei Lebensentwürfen ebenso wie bei Werten und Ansprüchen. Sie reiche von durchaus traditionellen Vorstellungen bis zu dem ausgeprägten Wunsch, möglichst flexibel und mobil zu arbeiten. Entsprechend sollten Incentives und Benefits möglichst vielfältig gestaltet sein. Sichtbare Angebote wie ein kostenloses Mittagessen seien zwar attraktiv, aber nicht für alle gleichermaßen relevant.

Dass direktes Feedback ein wesentliches Asset für attraktive Arbeitgeber:innen ist, betonte Christian Trübenbach und untermauerte dies mit aktuellen Daten. Laut dem Jobselling Report Österreich 2026 stimmen beim Thema Ziele 36 Prozent der Gen Z zu, bei den über 50-Jährigen sind es nur 21 Prozent. Während in vielen österreichischen Betrieben noch Babyboomer-Führungsstile mit klassischen Hierarchien dominierten, seien die Best Workplaces bereits einen Schritt weiter. Transformationale Führung spreche nicht nur die Gen Z an, sondern sei auch wirtschaftlich nachhaltiger. Entscheidend seien dabei Vorbilder im Top-Management. So stimmen bei den Best Workplaces 86 Prozent der Mitarbeitenden zu, dass die oberen Führungskräfte die besten Eigenschaften vorleben, in Durchschnittsunternehmen sind es nur 45 Prozent. Für Trübenbach liegt darin vor allem eine Chance: "Die Generation Z erobert die Arbeitswelt, das ist auch die Chance auf eine neue Leadership-Kultur, nutzen wir sie!"

Afterwork-Networking mit inspirierendem Austausch

Im Anschluss an die Expertendiskussion hatten die interessierten Gäste, darunter zahlreiche HR- und Legal-Leaders und C-Level-Manager:innen, die Möglichkeit, beim entspannten Afterwork-Networking auf der Dachterrasse von LeitnerLaw Rechtsanwälte in den persönlichen Austausch zu kommen. Drinks, Snacks und Beats gaben den passenden Rahmen dafür.

Angesichts des großen Zuspruchs ist eine Fortsetzung der Eventreihe "People. Law. Trust." bereits in Planung.

LEADERSNET war vor Ort und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.

www.greatplacetowork.at

www.leitnerlaw.eu

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