25 Gläubiger betroffen
Wiener Probiotika-Start-up schlittert in Millionenpleite

Das auf pflanzliche Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen musste ein Konkursverfahren eröffnen. Betroffen sind 25 Gläubiger:innen.

Wie der KSV1870, der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und Creditreform bekanntgaben, wurde am Mittwoch über das Vermögen der SlimBiotics GmbH mit Sitz in der Wiener Innenstadt am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren auf Eigenantrag eröffnet. Das 2019 gegründete Unternehmen war auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten zur Gesundheitsvorsorge spezialisiert. Im Fokus standen pflanzliche Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel, deren Grundlage fermentierte Perlhirse aus Kenia bildet. Die Gesellschaft war im Bereich Forschung und Entwicklung tätig und beschäftigte zuletzt einen Mitarbeiter.

Forderung gegenüber US-Tochter belastete Unternehmen

Als wesentliche Ursache für die Zahlungsunfähigkeit wird eine offene Forderung von rund 500.000 Euro gegenüber der US-Tochtergesellschaft SlimBiotics Inc. in Los Angeles genannt. Darüber hinaus hätten sich die schwierige internationale Wirtschaftslage, die US-Zollpolitik sowie deutliche Kostensteigerungen negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. Dadurch sei die Liquidität des Unternehmens zunehmend unter Druck geraten.

Laut Firmenbuch zählten zuletzt mehrere prominente Kapitalgeber:innen zum Gesellschafterkreis. Größter Anteilseigner und zugleich Geschäftsführer war der Wiener Kunstsammler und Mäzen Helmut Essl. Weitere Beteiligungen hielten die liechtensteinische Alex Schütz Familienstiftung sowie die Grazer Beteiligungsgesellschaft eQventure GmbH.

Sanierung derzeit nicht vorgesehen

Die Passiva werden laut den Kreditschützer:innen mit rund 1,74 Millionen Euro angegeben. Von der Insolvenz seien rund 25 Gläubiger:innen betroffen. Eine Fortführung oder Sanierung des Unternehmens sei nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.

Die erste Gläubigerversammlung, die Prüfungstagsatzung sowie die Berichtstagsatzung finden am 18. August 2026 am Handelsgericht Wien statt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Anton Kassmannhuber bestellt.

www.ksv.at

www.akv.at

www.creditreform.at

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