Fotos vom Österreichischen Logistiktag
Resiliente Lieferketten werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Der 33. Österreichische Logistiktag stand im Zeichen geopolitischer Unsicherheiten und technologischer Transformation. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem bereits zum 18. Mal der Logistikpreis vergeben.

Der 33. Österreichische Logistiktag des Vereins Netzwerk Logistik (VNL) im Design Center Linz stellte die zentrale Bedeutung von Logistik für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und industrielle Zukunft in den Mittelpunkt. Unter dem Leitmotiv "Im Umbruch agieren" wurde deutlich, dass Logistik nicht als reine Unterstützungsfunktion, sondern als strategischer Standortfaktor zu verstehen ist.

Geopolitik, Technologie und neue Unsicherheiten

Mehr als 70 Expert:innen diskutierten im Rahmen von Keynotes, Fachsessions und Praxisbeispielen über geopolitische Spannungen, Rohstoffabhängigkeiten, volatile Kostenentwicklungen sowie neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und Robotics. Auch die politische Dimension wurde sichtbar. Die Teilnahme von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstrich die industriepolitische Relevanz der Logistikfrage.

Forderung nach konsequentem Handeln

VNL-Obmann Franz Staberhofer betonte in seiner Eröffnungsrede, dass nach dem Erkennen und Entscheiden nun das Handeln im Mittelpunkt stehen müsse. Zukunftstechnologien müssten konkret in Beschaffung, Produktion, Lagerlogistik und Transportnetzwerken zur Anwendung kommen. Künstliche Intelligenz sei kein Selbstzweck, sondern entfalte ihren Nutzen erst im Zusammenspiel von Mensch, Prozess und Anwendung.

Grenzen reiner Effizienzstrategien

Die Diskussionen machten deutlich, dass klassische Effizienzorientierung nicht mehr ausreicht. Rohstoffe, Handelsrouten und Zölle würden zunehmend geopolitisch genutzt, wodurch Unternehmen ihre Lieferkettenstrategien neu ausrichten müssten. Wer ausschließlich auf Kostenoptimierung setze, riskiere Produktionsausfälle und Wettbewerbsnachteile.

Resiliente und digitale Lieferketten als Zielbild

Im Fachprogramm wurde ein klarer Wandel beschrieben. Gefragt seien resiliente, diversifizierte und digital steuerbare Lieferketten. "Globale Supply-Chain-Herausforderungen der 2020er Jahre erfordern ein gesamtheitliches Supply-Chain- und Risikomanagement. Strategisches Supply Chain Management war noch nie so wichtig wie heute", sagte Markus Leopoldseder (McKinsey & Company Austria).

Michael Tost (Montanuniversität Leoben) verwies darauf, dass Europa bei wichtigen Rohstoffen weiterhin über Jahre hinweg abhängig bleiben könne.

Netzwerke als Basis für Resilienz

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage der internationalen Vernetzung. Resiliente Lieferketten entstünden nicht durch Abschottung, sondern durch stabile Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Digitale Transparenz und moderne Planungssysteme unterstützten Entscheidungen, die eigentliche Stabilität entstehe jedoch erst im Zusammenspiel von Daten, Prozessen und Vertrauen.

Zentrale Handlungsfelder für Unternehmen

Abschließend wurden im Rahmen des Logistiktages mehrere Handlungsfelder definiert: Produktivität müsse durch Technologieeinsatz gesteigert werden, ohne sich auf reine Kostensenkung zu beschränken. Resilienz erfordere belastbare Netzwerke und alternative Beschaffungsoptionen. Zudem müsse Technologie stärker in die operative Umsetzung überführt werden. Qualifikation und Fachkräftesicherung würden zu zentralen Standortfaktoren, während Nachhaltigkeit wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden müsse.

Gurkerl.at holt den Logistikpreis

Ergänzend zum inhaltlichen Schwerpunkt des Logistiktages wurde im Rahmen der Veranstaltung bereits zum 18. Mal der Logistikpreis vergeben. Der Sieg im Jahr 2026 ging an Gurkerl.at mit seiner hochautomatisierten Fulfillment-Lösung. Das Unternehmen versorgt den Großraum Wien innerhalb von ein bis drei Stunden und hat dafür sein Fulfillment Center umfassend modernisiert.

Zuvor stark manuell geprägte Abläufe wurden dabei in einen weitgehend automatisierten und digital gesteuerten Prozess überführt. Kern der Lösung seien zwei AutoStore-Systeme mit insgesamt mehr als 36.000 Behältern und über 200 Robotern, die unterschiedliche Temperaturzonen abdecken und eine platzsparende sowie schnelle Bereitstellung der Waren für die Kommissionierung ermöglichen sollen. Ergänzend kommen vier KI-gestützte Roboterarme zum Einsatz, die vorbereitende Kommissionierschritte übernehmen und Produkte in Lagerbehältern konsolidieren. Die finale Zusammenstellung und Verpackung der Bestellungen erfolgt anschließend durch Mitarbeitende (Siehe zusätzlich Infobox).

Die weiteren Finalisten 2026 waren Lidl Österreich  mit "Zero Emission Supply Chain" und Voestalpine Stahl mit "wellDun". 

Einen Eindruck vom Logistiktag und von der Verleihung können Sie sich hier machen. 

www.vnl.at

Projektdetails zur Lagerautomatisierung von Gurkerl.at

Eine zentrale Rolle spielt die von Gurkerl.at selbst entwickelte Software. Das Warehouse Execution System steuert Wareneingang, Bestandsmanagement, Kommissionierung, Versand und Tourenplanung in Echtzeit. Es priorisiert Aufträge, koordiniert die Automatisierungstechnik und verteilt Bestände intelligent auf die Behälter, um Roboterwege zu verkürzen und parallele Pick-Vorgänge abzusichern.

Besonders wirkungsvoll ist die enge Verbindung von Lager und Zustellung. Fertig kommissionierte Bestellungen bleiben zunächst im AutoStore, werden dort automatisch nach Lieferrouten sortiert und genau zum richtigen Zeitpunkt für die Auslieferung bereitgestellt. So entsteht ein durchgängiger Prozess vom Wareneingang bis zum Lieferfahrzeug.

Die Ergebnisse sind klar messbar: Rund 70 Prozent aller Bestellungen werden vollständig automatisiert abgewickelt, die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt bei etwa 30 Minuten. 94 Prozent der Lieferungen erfolgen ohne Verspätung, Reklamation oder Ersatzprodukt. Pro Roboter sind bis zu 600 Artikel pro Stunde möglich, zugleich werden täglich mehr als 100 Stunden manueller Arbeit eingespart.

Seit der Automatisierung stieg die Produktivität des Fulfillment Centers um rund 50 Prozent, während das Bestellvolumen um mehr als 200 Prozent wuchs. Damit zeigt Gurkerl.at, wie Automatisierung, Robotik und Software im Online-Lebensmittelhandel zu einem skalierbaren Gesamtsystem verbunden werden können. Für diese Leistung wurde Gurkerl.at mit dem Österreichischen Logistikpreis 2026 ausgezeichnet.

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Projektdetails zur Lagerautomatisierung von Gurkerl.at

Eine zentrale Rolle spielt die von Gurkerl.at selbst entwickelte Software. Das Warehouse Execution System steuert Wareneingang, Bestandsmanagement, Kommissionierung, Versand und Tourenplanung in Echtzeit. Es priorisiert Aufträge, koordiniert die Automatisierungstechnik und verteilt Bestände intelligent auf die Behälter, um Roboterwege zu verkürzen und parallele Pick-Vorgänge abzusichern.

Besonders wirkungsvoll ist die enge Verbindung von Lager und Zustellung. Fertig kommissionierte Bestellungen bleiben zunächst im AutoStore, werden dort automatisch nach Lieferrouten sortiert und genau zum richtigen Zeitpunkt für die Auslieferung bereitgestellt. So entsteht ein durchgängiger Prozess vom Wareneingang bis zum Lieferfahrzeug.

Die Ergebnisse sind klar messbar: Rund 70 Prozent aller Bestellungen werden vollständig automatisiert abgewickelt, die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt bei etwa 30 Minuten. 94 Prozent der Lieferungen erfolgen ohne Verspätung, Reklamation oder Ersatzprodukt. Pro Roboter sind bis zu 600 Artikel pro Stunde möglich, zugleich werden täglich mehr als 100 Stunden manueller Arbeit eingespart.

Seit der Automatisierung stieg die Produktivität des Fulfillment Centers um rund 50 Prozent, während das Bestellvolumen um mehr als 200 Prozent wuchs. Damit zeigt Gurkerl.at, wie Automatisierung, Robotik und Software im Online-Lebensmittelhandel zu einem skalierbaren Gesamtsystem verbunden werden können. Für diese Leistung wurde Gurkerl.at mit dem Österreichischen Logistikpreis 2026 ausgezeichnet.

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