Ein Deal mit sehr vielen offenen Punkten
Kitzbühel: Aus 2-Millionen-Haus wurde 18-Millionen-Villa

| Julia Weninger 
| 13.04.2026

In Reith bei Kitzbühel wechselte eine Villa um 18 Millionen Euro den Besitzer und sorgt damit nicht nur wegen des Preises für Gesprächsstoff. Das Anwesen entstand auf einem Grundstück im Freiland, mit einer Baugenehmigung, die viele Fragen offenlässt. 

Ein aktueller Immobilien-Deal in Reith bei Kitzbühel sprengt jedoch den gewöhnlichen Rahmen und sorgt für intensive Diskussionen. Im Zentrum steht ein Anwesen, das für 18 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Eine Summe, die den Verkauf zu einem der teuersten im gesamten Bundesland macht.

Metamorphose im Freiland

Die Geschichte dieser Wertsteigerung begann vor rund zwölf Jahren. 2014 wurde auf dem Areal ein deutlich kleineres Haus für circa zwei Millionen Euro erworben. Es folgte der Abriss und ein massiver Neubau. Heute präsentiert sich dort ein weitläufiges Anwesen inklusive zusätzlicher Zufahrt.

Das Besondere: Die Villa befindet sich komplett im sogenannten Freiland. Dass ein Bauvorhaben dieser Größenordnung dort realisiert werden konnte, ist dem "Freilandparagrafen" des Tiroler Raumordnungsgesetzes geschuldet. Bürgermeister Stefan Jöchl betont gegenüber der Tiroler Tageszeitung, dass die gesetzlichen Vorgaben strikt eingehalten wurden: "Die Erweiterung um 300 Kubikmeter umbauten Raum wurde zur Gänze ausgenutzt."

Dabei eröffnet die Berechnungssystematik Spielräume: Unterirdische oder eingeschüttete Gebäudeteile fließen nicht in die Bemessung ein, ebenso wenig wie bestimmte Nebengebäude, etwa Garagen. Einschränkungen seitens der Gemeinde seien zum Zeitpunkt der Errichtung nicht möglich gewesen, da entsprechende Regelungen erst später eingeführt wurden.

Trotz der formalen Legalität bleiben im Ort Fragen offen, wie insbesondere zur exakten Wohnfläche und zur Art der Nutzung. Ein offizieller, legaler Freizeitwohnsitz ist auf dem Grundstück lediglich für eine Fläche von 54 Quadratmetern genehmigt.

Lebensmittelpunkt statt Feriendomizil?

Der neue Eigentümer, ein Unternehmer aus Deutschland, weist Spekulationen über eine unzulässige Nutzung zurück und verweist auf die Konformität mit allen Genehmigungen. Gegenüber der Tiroler Tageszeitung stellte er klar: "Das nunmehr von mir erworbene Haus wird von mir über das ganze Jahr immer wieder genützt, weil meine Lebensabschnittspartnerin bereits vor meinem Erwerb dauerhaft dort wohnt und die Immobilie ihrerseits als Lebensmittelpunkt benützt. Sie hat dort ihren Hauptwohnsitz gemeldet."

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