Konjunktur unter Druck
Einzelhandel leicht rückläufig, Kritik an Plastiksteuer wächst

| Redaktion 
| 08.04.2026

Die aktuellen Umsatzzahlen zeigen keine Trendwende im Handel. Gleichzeitig stößt die Diskussion um eine Plastiksteuer entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf deutlichen Widerstand.

Die erhoffte wirtschaftliche Erholung im österreichischen Einzelhandel bleibt aus. Laut Statistik Austria sind die Umsätze im Februar im Vorjahresvergleich real um 0,3 Prozent gesunken, nominell ergibt sich ein leichtes Plus von 0,9 Prozent. Bereits im Jänner war das reale Wachstum mit 0,9 Prozent verhalten ausgefallen. Besonders angespannt ist die Lage im Nonfood-Bereich, wo die Umsätze im Februar sowohl nominell als auch inflationsbereinigt rückläufig waren. Die Zahlen verdeutlichen, dass steigende Kosten weiterhin einen Großteil der nominalen Zuwächse auffressen und die reale Kaufkraft entsprechend unter Druck bleibt.

Schwache Stimmung im europäischen Vergleich

Auch die gesamtwirtschaftliche Perspektive fällt verhalten aus. Österreich liegt laut Economic Sentiment Indicator aktuell auf dem drittletzten Platz innerhalb der Eurozone. "Österreich zählt zu den Schlusslichtern bei der Wirtschaftsstimmung und gleichzeitig werden neue Steuern diskutiert", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. "In dieser Situation braucht es Entlastung statt zusätzlicher Belastungen", so Will weiter. Die Branche sieht darin ein widersprüchliches Signal, insbesondere angesichts der ohnehin angespannten Konsumlage.

Plastiksteuer sorgt für breite Kritik

Besonders kritisch wird die geplante Plastiksteuer gesehen. Hintergrund sind bereits stark gestiegene Rohstoffpreise. Laut Statistik Austria sind die Einkaufspreise für Kunststoffe und Gummi zuletzt um durchschnittlich 10,6 Prozent gestiegen. Eine zusätzliche Abgabe würde diese Entwicklung weiter verstärken und könnte sich direkt auf die Endpreise auswirken. Konkret wird etwa für PET-Getränkeflaschen ein möglicher Aufschlag von bis zu sechs Cent genannt. Zudem kündigt auch die Landwirtschaft Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent an, bedingt durch steigende Energiepreise. Damit würde sich wohl der Druck entlang der gesamten Lieferkette erhöhen. "Mit einer neuen Plastiksteuer würde die Entlastung durch die Mehrwertsteuer-Halbierung für Grundnahrungsmittel genauso verpuffen wie die Spritpreisbremse", schließt Handelssprecher Will.

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