Video "Peter & Paul"
"'Human in the Loop' bleibt entscheidend beim Einsatz von KI"

Im Wirtschaftstalk erklärt Harald Küchli, Partner bei Partner Rechtsanwälte, warum Künstliche Intelligenz juristische Prozesse beschleunigt, wo ihre Grenzen liegen und weshalb menschliche Kontrolle unverzichtbar bleibt.

Die neue Folge "Peter & Paul" steht unter dem Titel "KI und öffentliche Aufträge – Wie smart wird unser Steuergeld eingesetzt?". Paul Leitenmüller (CEO Opinion Leaders Network) spricht dazu mit Harald Küchli (Rechtsanwalt und Partner bei Partner Rechtsanwälte) über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die juristische Praxis und das Beschaffungswesen. Gedreht wurde die Sendung in den Räumlichkeiten des Innenarchitekturspezialisten Behan & Thurm am Schwarzenbergplatz in Wien, wo Gastgeberin Sabrina Stückler (CEO Behan & Thurm) die Gäste willkommen hieß.

Über den Interviewpartner

Harald Küchli ist Rechtsanwalt und Partner bei Partner Rechtsanwälte, die neben der Kanzlei in Wien auch Sprechstellen in Graz und Klagenfurt führen. Sein Schwerpunkt liegt im Öffentlichen Wirtschaftsrecht, insbesondere im Vergabe- und Vertragsrecht sowie im Beschaffungswesen. Darüber hinaus ist er auch in den Bereichen Verfassungs-, Verwaltungs- und Regulierungsrecht, Öffentlicher Personenverkehr sowie Künstliche Intelligenz tätig und bringt seine Expertise regelmäßig als Vortragender und Autor zahlreicher Fachpublikationen ein.

Was die Rolle eines Ausschreibungsanwalts konkret umfasst, beschreibt er so: "Ein Ausschreibungsanwalt betreut die öffentliche Hand strategisch, vertragsrechtlich und vergaberechtlich bei Beschaffungsvorhaben." Diese Begleitung könne bereits bei Markterkundungen beginnen und sich über die Ausarbeitung von Vertrags- und Ausschreibungsbestimmungen bis hin zur Abwicklung des Vergabeverfahrens und der Realisierung des Vorhabens erstrecken.

"Human in the Loop" ist unerlässlich

Harald Küchli sieht in Künstlicher Intelligenz eine Technologie, die die juristische Arbeitsweise bereits spürbar verändert hat. Sie könne dazu beitragen, schneller zu Entscheidungen zu kommen und Informationen effizienter aufzubereiten. Zugleich betont er, dass es sich bei KI um ein "zweischneidiges Schwert" handle und ihre Ergebnisse nicht ungeprüft übernommen werden dürften. "Künstliche Intelligenz hilft dabei, schneller zu einer Entscheidung zu kommen, aber sie liefert nicht immer das richtige Ergebnis."

Für Küchli steht fest, dass KI juristische Expertise nicht ersetzt, sondern nur unterstützen kann. Fachleute müssten die Ergebnisse weiterhin prüfen, einordnen und verantworten. "Bei der Arbeit mit KI braucht es immer auch sorgfältige Rechtsexpert:innen, also den 'Human in the Loop', um für seine Mandant:innen die bestmögliche Lösung zu erzielen", ist der Rechtsanwalt überzeugt.

Weitere Chancen sieht Küchli nicht nur in der höheren Geschwindigkeit, sondern auch in einer besseren Transparenz und in einer fundierteren Datengrundlage für Entscheidungen. Gerade im Beschaffungswesen könne KI dazu beitragen, Informationen breiter und strukturierter aufzubereiten, sodass rechtssichere Entscheidungen auf einer besseren Basis getroffen werden können.

Gleichzeitig verwies er darauf, dass der Einsatz solcher Systeme in diesem Bereich aktuell noch klaren Grenzen unterliegt. "Derzeit haben wir noch keine KI-Systeme, bei denen man mit Sicherheit sagen kann, dass die Verarbeitung DSGVO-konform ist und Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse verlässlich gewahrt bleiben", so Küchli. Auch das Risiko fehlerhafter Ergebnisse bleibe bestehen, denn "Halluzinationen wird man wohl nie zur Gänze ausschließen können".

Was Harald Küchli zum Thema "KI und öffentliche Aufträge – Wie smart wird unser Steuergeld eingesetzt?" noch sagt, sehen Sie in unserem Video.

Alle "Peter & Paul"-Folgen zum Nachschauen finden Sie hier.

www.partner.law

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