Rückzug als letzte Option
Zukunft von MediaMarkt in Österreich ist offen

| Redaktion 
| 30.03.2026

Die geplante Übernahme der MediaMarkt/Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Konzern JD.com wackelt. Im Gegensatz zu anderen Ländern gab es bis dato keine Freigabe vom heimischen Wirtschaftsministerium. 

Kurz vor dem Amtsantritt des neuen CEO für Österreich und die Schweiz, Vittorio Buonfiglio (LEADERSNET berichtete), steht die Zukunft von MediaMarkt hierzulande unter besonderer Spannung und erscheint angesichts noch offener regulatorischer Fragen zunehmend ungewiss. Der Führungswechsel erfolgt damit in einer entscheidenden Phase, in der die weitere Entwicklung des Elektrotechnikfachhandels wesentlich von politischen Weichenstellungen abhängt.

Übernahme in Europa weit fortgeschritten

Die geplante Übernahme der Ceconomy-Gruppe – Mutter von MediaMarkt und Saturn – durch den chinesischen Onlinehändler JD.com steht in mehreren europäischen Ländern kurz vor dem Abschluss. Wettbewerbsbehörden in Italien und Frankreich haben bereits zugestimmt, und auch in Deutschland sowie Spanien zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, zeitnah die notwendigen Genehmigungen zu erhalten. In Österreich hingegen verläuft das Verfahren deutlich zurückhaltender.

Zwar hat die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde die Transaktion bereits im September freigegeben, doch damit ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der Beteiligung eines außereuropäischen Investors ist zusätzlich eine Genehmigung durch das Wirtschaftsministerium erforderlich, die im Rahmen der Investitionskontrolle eingeholt werden muss.

Wie die APA meldet, befindet sich die Übernahme insgesamt zwar in der finalen Phase, wird jedoch insbesondere durch die noch ausstehende Entscheidung in Österreich verzögert. Während in anderen Ländern bereits grünes Licht gegeben wurde, gilt die Prüfung durch das Wirtschaftsministerium hierzulande als zentrale Hürde für den Abschluss des Deals.

Rückzug als mögliches Szenario

Vor diesem Hintergrund wird auch ein deutlich drastischeres Szenario nicht ausgeschlossen. MediaMarkt zieht offenbar auch einen möglichen Rückzug aus Österreich in Betracht. Wie die Kronen Zeitung berichtete, bezeichnete Manager Jan Niclas Brandt diesen Schritt als "letzte Option". 

Auch Konzernchef Kai-Ulrich Deissner schlug laut ORF ähnliche Töne an. Demnach sehe sich das Unternehmen in eine Lage gedrängt, in der sogar ein Rückzug aus Österreich geprüft werden müsse, um eine geplante Partnerschaft in den übrigen zehn Ländern umsetzen zu können.

Diese Aussagen unterstreichen den zunehmenden Druck, unter dem das Unternehmen steht, sollte sich die politische Entscheidung weiter verzögern oder negativ ausfallen.

www.mediamarkt.at

www.ceconomy-mms.com

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