Das Europa Forum Lech 2026, das vom 25. bis 27. März im vorarlbergischen Lech am Arlberg stattfand, galt erneut als eine der exklusiveren Plattformen für den Austausch über Europas Zukunft. Im Unterschied zu größeren, stärker öffentlich geprägten Formaten setzt die Veranstaltung bewusst auf einen kleineren, hochrangigen Teilnehmerkreis und versteht sich als Ort für strategischen Dialog zwischen Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen.
Zentrale Herausforderungen Europas
Inhaltlich widmete sich die Ausgabe 2026 den zentralen Herausforderungen Europas. Im Fokus standen Energiepolitik, Sicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Themen, die vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, globaler Machtverschiebungen und zunehmenden internationalen Wettbewerbs weiter an Relevanz gewinnen. Die Spannbreite der diskutierten Fragen reichte von Energieversorgung und Dekarbonisierung bis hin zur Rolle Europas in einer veränderten Sicherheitsarchitektur sowie seiner langfristigen wirtschaftlichen Positionierung.
Günther Oettinger, ehemaliger EU-Kommissar, Präsident von United Europe e.V. und einer der Initiatoren der Veranstaltung, brachte das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Wirtschaft prägnant auf den Punkt: "Leider verstehen in der Politik viele die Wirtschaft nicht, und leider verachten viele in der Wirtschaft die Politik." Die Debatten machten klar, dass ein besseres Zusammenspiel dieser beiden Sphären als Voraussetzung für tragfähige Lösungen gesehen wird.
Wettbewerbsfähigkeit als Schlüsselthema
Ein zentrales Motiv der Gespräche war die Position Europas im internationalen Wettbewerb. Neben strukturellen Herausforderungen wurden auch konkrete Ansatzpunkte diskutiert, etwa im Bereich der Industriepolitik oder der Kapitalmärkte. Markus Wallner, Landeshauptmann Vorarlberg, betonte sowohl die Dringlichkeit als auch die bestehenden Möglichkeiten: "Die Lage ist so ernst wie noch nie, aber auch die Chancen sind so groß wie noch nie! Es ist klar, was zu tun ist."
Diese Einschätzung spiegelte den Grundton vieler Beiträge wider, in denen Handlungsbedarf und Gestaltungsspielräume gleichermaßen hervorgehoben wurden.
Europäische Identität und Selbstverständnis
Neben wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen wurde auch die Rolle Europas im globalen Kontext thematisiert. Im Zentrum stand dabei insbesondere das europäische Selbstverständnis sowie die strategische Positionierung.
Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung Österreich (IV), richtete in seiner Keynote "Industrie und Wirtschaftsstandort in Zentraleuropa – Herausforderungen und Chancen" einen deutlichen Appell: "Wann fangen wir wieder an, an uns zu glauben! Europa kann nicht Macht.“ Seine Aussage unterstrich die Notwendigkeit, Europa nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ideell stärker zu positionieren und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken.
Plattform für Austausch und Vernetzung
Das Europa Forum Lech bestätigte laut den Teilnehmer:innen erneut seine Rolle als Plattform für den fachübergreifenden Austausch. In unterschiedlichen Formaten, darunter Panels, Roundtables und Arbeitsgruppen, wurden verschiedene Perspektiven gebündelt. Der Rahmen in Lech am Arlberg bot dabei geeignete Voraussetzungen für einen strukturierten Dialog auf hohem Niveau.
Mit dabei waren u.a. Christoph Leitl, Ehrenpräsident der WKO und Ehrenpräsident der Europäischen Wirtschaftskammer (Eurochambres), Gerhard Lucian, Bürgermeister Gemeinde Lech, Markus Wallner, Landeshauptmann Vorarlberg, Thomas Strobl, Stv. Ministerpräsident und Innenminister Land Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger, Präsident United Europe e.V., Georg Knill, Präsident IV Österreich, Christoph Germann, CEO illwerke wkw, Gerhard Mangott, Professor für Politikwissenschaft Universität Innsbruck, Markus Reisner, Oberst des Generalstabsdienstes Österreichisches Bundesheer, Christian Wehrschütz, Journalist, Auslandskorrespondent ORF, Wilhelm Molterer, Chairman Globsec, Vizepräsident EIB a.D., Mykhailo Bno-Airiian, Global Director for Government Relations MHP, Johannes Hahn, Präsident Österreichische Nationalbank, Wolfgang Ischinger, Präsident des Stiftungsrates der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Kurt J. Lauk, Gründer und Präsident der Globe CP GmbH, Klaus Mangold, Vice Chairman Rothschild Europe, Claudia Bauer, Bundesministerin für Europa, Integration und Familie im Bundeskanzleramt Österreich, Wolfgang Schüssel, ehem. Bundeskanzler Republik Österreich, Sarah Schweizer, Mitglied Landtag Baden-Württemberg, Mahinde Abeynaike, CEO Ampermo GmbH, Markus J. Beyrer, Generaldirektor Businesseurope, Marko Čadež, Präsident Wirtschaftskammer Serbien (CCIS), Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, William Kadouch-Chassaing, Co-Chief Executive Officer Eurazeo, Christian Pellis, Chief Executive Officer Amundi Deutschland GmbH, Stefan Kirchebner, Offizier Bundesministerium für Landesverteidigung, Michael Strugl, Vorstand Verbund, Martina Salomon, Kurier und Paul Leitenmüller, LEADERSNET.
LEADERSNET war bei der Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie sich hier machen.
www.united-europe.eu
www.lechzuers.com
www.vorarlberg.at
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