Fotos vom "Krypto Kameel Vienna"
Internationale Krypto-Elite tagte in Wien

| Tobias Seifried 
| 29.03.2026

Die Bundeshauptstadt etabliert sich zunehmend als zentraler Standort der europäischen Krypto-Industrie. Bei einem Branchentreffen diskutierten führende Vertreter:innen internationaler Handelsplattformen über Regulierung, Innovationsdruck und die Zukunft der Kapitalmärkte.

Unter dem Titel "Krypto Kameel – Vienna meets Blockchain" versammelte der Tokenisierungsspezialist Black Manta Capital Partners in Wien unlängst zentrale Akteur:innen der internationalen Krypto-Branche. In den Räumlichkeiten der Kanzlei Cerha Hempel trafen erstmals Europa-CEOs und Führungskräfte führender Krypto-Börsen zu einer gemeinsamen Diskussion zusammen. Im Fokus stand insbesondere die Frage, wie sich die Branche durch die europäische Regulierung Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) verändern wird.

Zum Auftakt betonte Alexander Rapatz, CEO von Black Manta Capital Partners, die Rolle Europas als regulatorischer Vorreiter. Wien habe sich über einzelne Unternehmen hinaus zu einem vielfältigen Ökosystem entwickelt, das zunehmend institutionelle Akzeptanz erfahre. Die Stadt wurde dabei auch mit etablierten Finanzstandorten wie Malta verglichen.

Podiumsdiskussion

Ein zentrales Element der Veranstaltung war eine von Oliver Völkel moderierte Podiumsdiskussion mit hochrangigen Branchenvertreter:innen. Erald Ghoos (OKX Europe), Christian Niedermüller (KuCoin EU), Georg Harer (ByBit Europe) und Philipp Bohrn (Bitpanda) diskutierten die Auswirkungen der MiCAR-Verordnung, die seit 2024 vollständig in Kraft ist.

Die Einschätzungen zur Regulierung fielen differenziert aus. Harer hob hervor, dass verpflichtende staatlich geführte Verwahrungssysteme einen wichtigen Beitrag leisten könnten, um Vorfälle wie den Zusammenbruch von FTX künftig zu verhindern. Gleichzeitig warnte er, die zunehmende Detailtiefe – etwa durch ergänzende Regelwerke – sowie hohe Compliance-Kosten könnten Innovationen bremsen.

Niedermüller beschrieb die aktuelle Situation als "Dark'n Stormy"-Cocktail und verwies auf den erheblichen Anpassungsdruck für internationale Unternehmen. Viele Marktteilnehmer:innen müssten komplexe Governance- und Regulierungsanforderungen umsetzen, was zu einer Marktbereinigung führen dürfte. Jene Unternehmen, die Regulierung als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells verstehen, würden sich langfristig behaupten.

Auch Bohrn äußerte sich kritisch und gab zu bedenken, Europa sei zwar stark in der Regulierung, unterschätze jedoch mitunter die Dynamik des Marktes. Für große Anbieter sei die Umsetzung zwar bewältigbar, kleineren Start-ups fehle jedoch häufig der notwendige Spielraum. Europa dürfe Innovationen nicht durch Überregulierung ins Ausland verdrängen.

Zurückhaltend äußerte sich Erald Ghoos, der MiCAR als "sanften Start" bezeichnete. Insbesondere im Bereich dezentraler Finanzanwendungen (DeFi) sei Vorsicht geboten. Europa solle hier vorerst beobachten und nicht vorschnell restriktive Maßnahmen setzen.

DLT als zentraler Treiber

Trotz kritischer Stimmen zur regulatorischen Belastung überwog eine grundsätzlich positive Einschätzung der weiteren Entwicklung. Insbesondere die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) wurde als zentraler Treiber für effizientere Kapitalmärkte gesehen. Christian Niedermüller stellte in Aussicht, dass künftig Intermediäre reduziert und Transparenz im Wertpapierhandel gestärkt werden könnten.

Abschließend betonte Rapatz: "Wien hat sich als zentraler Knotenpunkt für die globale Krypto-Industrie etabliert. Dass die Spitzen der weltweit größten Börsen heute hier gemeinsam diskutieren, unterstreicht die Relevanz des Standorts." Er habe zudem hervorgehoben, dass an Wien als Krypto-Standort in Europa kaum mehr ein Weg vorbeiführe.

Risikoreiches Investment

Trotz wachsender regulatorischer Rahmenbedingungen bleibt festzuhalten, dass Investments in Kryptowährungen mit erheblichen Risiken verbunden sind. Hohe Volatilität, technologische und marktbedingte Entwicklungen & Co können zu erheblichen Wertverlusten führen. Anleger:innen sollten sich dieser Risiken bewusst sein und Investitionsentscheidungen entsprechend sorgfältig abwägen.

Fotos von der Veranstaltung sehen Sie in der Galerie.

www.blackmanta.capital

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