Fotos vom FFG-Jahresbilanz-Pressegespräch
Innovationsprojekte bleiben trotz schwieriger Konjunktur gefragt

Auch in Zeiten angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen bleibt die Nachfrage nach Forschungsförderung hoch. Die FFG setzt verstärkt auf Schlüsseltechnologien, während begrenzte Budgets viele Projekte ausbremsen.

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) blickte im Rahmen eines Pressegesprächs auf ein Jahr zurück, das von wirtschaftlicher Zurückhaltung geprägt war. Unternehmen verschoben Investitionen und bewerteten Risiken neu. Dennoch blieb die Innovationsaktivität auf einem hohen Niveau. Öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung wirkten stabilisierend, indem sie Projekte absicherten und Beschäftigung unterstützten. "Innovation ist kein Kostenfaktor, sondern ein Konjunkturimpuls", sagen die FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz.

Eine Analyse der KMU Forschung Austria zeigt zudem, dass Fördermittel erhebliche wirtschaftliche Effekte auslösen: Ein Euro aus dem FFG-Basisprogramm führt im Schnitt zu 8,6 Euro zusätzlichem Umsatz.

Große Nachfrage trifft auf begrenzte Budgets

Die Nachfrage nach Förderungen blieb 2025 hoch. Insgesamt wurden Projekte im Umfang von 878 Millionen Euro bewilligt, ein Großteil davon entfiel auf Unternehmen. Gleichzeitig erreichte das Antragsvolumen mit 1,8 Milliarden Euro einen deutlich höheren Wert.

Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel konnten jedoch zahlreiche Projekte nicht umgesetzt werden: 34 Prozent der als förderwürdig eingestuften Vorhaben wurden abgelehnt. Das entspricht rund 430 Millionen Euro beziehungsweise etwa 760 Projekten, so FFG. 

"Die Zahlen zeigen deutlich: Die Innovationsdynamik ist vorhanden – entscheidend ist, sie gezielt in jene Technologien zu lenken, die künftig über Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung entscheiden – und in starken Innovationsökosystemen zur Wirkung zu bringen", so Tausz.

Fokus auf Schlüsseltechnologien wird verstärkt

Mit der Industriestrategie 2035 (LEADERSNET berichtete u.a. hier und hier) setzt die Bundesregierung verstärkt auf zentrale Zukunftsfelder. Für den Zeitraum 2026 bis 2029 stehen demnach rund 2,6 Milliarden Euro für Schlüsseltechnologien zur Verfügung, darunter Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie.

Bereits jetzt entfällt ein Großteil der geförderten Projekte auf diese Bereiche. "Rund zwei Drittel der FFG-geförderten Projekte adressieren bereits ausschließlich Schlüsseltechnologien. Entscheidend ist jetzt, diesen Anteil weiter zu erhöhen und Forschung schneller in industrielle Anwendungen zu bringen", betont Egerth.

Insbesondere im Bereich der Quantentechnologie soll das Potenzial des Standorts sichtbar werden. Ziel sei es, wissenschaftliche Leistungen stärker in wirtschaftliche Wertschöpfung zu überführen. Dafür sind stabile Rahmenbedingungen, gezielte Finanzierung und eine klare industrielle Ausrichtung notwendig.

Investitionen als Grundlage für zukünftiges Wachstum

Abschließend unterstreicht die FFG die Bedeutung kontinuierlicher Investitionen in Forschung und Innovation für die wirtschaftliche Entwicklung. "Jetzt geht es darum, Tempo zu halten und Innovationskraft weiter zu stärken. Wer heute in Forschung und Innovation investiert, sichert morgen Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand", so Egerth und Tausz abschließend.

LEADERSNET war bei der Pressekonferenz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.ffg.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV