Fotos vom AICC-Event in Wien
Cyber Security wird im KI-Zeitalter zur Managementaufgabe

| Redaktion 
| 30.03.2026

Künstliche Intelligenz verändert die Dynamik digitaler Angriffe grundlegend. Beim AICC-Event in Wien wurde deutlich, warum digitale Sicherheit zunehmend zur strategischen Führungsfrage wird.

Digitale Angriffe entwickeln sich durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz mit zunehmender Geschwindigkeit und Raffinesse. Beim Event "Cyber Security in the Age of AI" der Österreichisch-Israelischen Handelskammer (AICC) im Wiener weXelerate diskutierten rund 80 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Start-ups und Technologieszene über die Auswirkungen dieser Entwicklung.

Auf dem Podium standen Christoph Moser (Plasser & Theurer), Avi Kravitz (A-Team Rocks Consulting) und Yaron Zehavi (Raiffeisen Bank International). Durch den Abend führte Michael Wilnitsky (AICC, Kathrein Privatbank).

Beschleunigung bestehender Bedrohungen

Im Fokus der Diskussion stand die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz vor allem bestehende Angriffsformen verstärkt. Phishing, Social Engineering und andere digitale Attacken lassen sich schneller und in größerem Umfang umsetzen.

"Die größte Veränderung durch KI liegt derzeit nicht in völlig neuen Cyberbedrohungen, sondern in der massiven Beschleunigung bestehender Angriffe. Was früher oft ein Stundenproblem war, wird heute zunehmend zum Minutenproblem: KI macht Angriffe schneller, Täuschung glaubwürdiger und schwache Governance gefährlicher", sagte Avi Kravitz. 

Tiefgreifende Veränderungen für Wirtschaft und Gesellschaft

Neben der technischen Dimension wurde auch die strukturelle Bedeutung von KI hervorgehoben. Unternehmen sehen sich mit veränderten Geschäftsmodellen und neuen Formen der Interaktion konfrontiert.

Yaron Zehavi sagte dazu: "Künstliche Intelligenz ist die größte Disruption unserer Zeit. Traditionelle Geschäftsmodelle geraten unter Druck, neue entstehen. Gleichzeitig verändert KI, wie Unternehmen arbeiten und wie wir mit ihnen als Kund:innen interagieren."

Zugleich verwies er auf die zunehmende Qualität von Angriffen: "Die Geschwindigkeit und Präzision solcher Angriffe nehmen dramatisch zu. Für Menschen wird es dadurch immer schwieriger zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt."

Wendepunkt in der Cyber Security

Auch Christoph Moser sieht die aktuelle Entwicklung als entscheidenden Moment: "Wir stehen an einem Wendepunkt. KI gibt Angreifern neue Macht – sie senkt Eintrittsbarrieren, skaliert Bedrohungen und beschleunigt Angriffe wie nie zuvor."

Gleichzeitig betonte er das Potenzial der Technologie für die Verteidigung: "Ich bin dennoch optimistisch. Denn dieselbe Technologie gibt uns auch die Werkzeuge, um stärkere und resilientere Organisationen aufzubauen", so Moser. 

Führung als entscheidender Faktor

Ein zentrales Ergebnis des Abends war die wachsende Bedeutung von Führung und strategischer Verankerung von Cyber Security. Technologische Lösungen allein seien nicht ausreichend. Moser formulierte es so: "Die Unternehmen, die künftig vorn liegen, sind nicht jene mit den meisten oder komplexesten Tools, sondern jene, deren Führung die richtigen Fragen stellt, Resilienz strategisch verankert und die grundlegenden Rechte unserer Gesellschaft nicht aus dem Blick verliert."

Cyber Security wird zur Managementaufgabe

Die Diskussion machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz sowohl Risiken als auch neue Möglichkeiten mit sich bringt. Während Angriffe leichter zugänglich und schwerer erkennbar werden, eröffnen sich gleichzeitig neue Ansätze in Prävention und Reaktion. Für Unternehmen aller Größen entsteht daraus ein klarer Handlungsbedarf. Cyber Security ist im Kontext von KI nicht länger ein isoliertes IT-Thema, sondern entwickelt sich zu einer zentralen Aufgabe auf Führungsebene, so die Experten.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen.

www.aicc.at

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