Ingrid Thurnher bestellt Beirat
ORF-Interims-Chefin setzt erste Transparenz-Maßnahme um

| Tobias Seifried 
| 29.03.2026

Ingrid Thurnher beauftragt ein unabhängiges Gremium damit, die in den vergangenen Wochen öffentlich diskutierten Vorwürfe im Unternehmen zu untersuchen, Fehlverhalten aufzuklären und Empfehlungen zur strukturellen Verbesserung zu erarbeiten.

Die interimistische ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat die Einrichtung eines unabhängigen Transparenz-Beirats bekannt gegeben. Dieses neue Gremium soll die in den vergangenen Wochen öffentlich diskutierten Vorwürfe im Medienunternehmen untersuchen und Empfehlungen zur strukturellen Verbesserung erarbeiten.

Bettina Knötzl übernimmt Vorsitz

Thurnher, die am 12. März vom Stiftungsrat einstimmig bestellt wurde (LEADERSNET berichtete), sei beauftragt worden, Maßnahmen zur Aufarbeitung, für mehr Transparenz sowie zur Stärkung von Verantwortung und Arbeitsumfeld zu setzen. Nach ersten Gesprächen habe sie externe Expertise eingebunden und nun einen Transparenz-Beirat eingerichtet, der sich aus Fachleuten aus den Bereichen Recht, Governance und Compliance zusammensetzt. Den Vorsitz übernimmt Bettina Knötzl, Rechtsanwältin und Vorstandsvorsitzende von Transparency International Austria.

Thurnher erklärte, sie habe "bei meiner Bestellung versprochen, rasch Verantwortung zu übernehmen und alles dafür zu tun, den ORF mit Professionalität durch diese schwierige Phase zu führen". Es gehe darum, Klarheit zu schaffen und "Klartext zu reden". Vertrauen entstehe "nur durch Transparenz und Konsequenz". Zugleich betonte sie, der ORF lebe vom Vertrauen des Publikums und der Mitarbeiter:innen – dieses gelte es zu sichern. Der ORF gehöre "uns allen", seine Existenzberechtigung sei das Publikum.

Weitere Mitglieder und Auftrag

Dem Beirat gehören neben Bettina Knötzl unter anderem die Universitätsprofessorinnen Elisabeth Brameshuber (Arbeits- und Sozialrecht) und Susanne Kalss (Unternehmensrecht) an. Weitere Mitglieder sind Andrea Pilecky (Compliance-Strukturen), Christopher Schrank (juristische Begleitung) sowie Alfred Autischer (Kommunikation).

Das Gremium wurde beauftragt, die erhobenen Vorwürfe weisungsfrei zu untersuchen, mögliches Fehlverhalten lückenlos aufzuklären und entsprechende Konsequenzen aufzuzeigen. Ziel sei es darüber hinaus, Empfehlungen zur nachhaltigen Verbesserung der internen Organisation insbesondere in den Bereichen Compliance und Governance zu erarbeiten.

Zu Beginn der Tätigkeit stehe eine umfassende und unbeeinflusste Analyse der aktuell diskutierten Vorgänge. Der Transparenz-Beirat nimmt seine Arbeit mit sofortiger Wirkung auf.

www.orf.at

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