Unter Kirche begraben
Mutmaßliches Skelett von Musketier D'Artagnan bei Bauarbeiten entdeckt

In einer Kirche im niederländischen Maastricht sind menschliche Gebeine aufgetaucht, die mit der historischen Vorlage der weltberühmten Romanfigur in Verbindung stehen könnten.

Freundschaft, Fechtduelle, Treueschwüre und höfische Machtspiele: Die drei Musketiere haben alles, was einen großen Abenteuerstoff ausmacht. Kein Wunder also, dass die Geschichte seit dem 19. Jahrhundert immer wieder weitererzählt wurde und durch zahlreiche Verfilmungen bis heute präsent ist. Was viele dabei nicht wissen: Der Protagonist D'Artagnan war keine rein fiktionale Erfindung des Schriftstellers Alexandre Dumas, sondern beruhte auf dem realen Musketier Charles de Batz de Castelmore d’Artagnan, der im Dienst der französischen Krone stand und später als Kapitänleutnant die Musketiere befehligte. Er fiel 1673 bei der Belagerung von Maastricht im Dienst Ludwigs XIV. Wo er danach beigesetzt wurde, blieb bis heute unklar. Genau dieses jahrhundertealte Rätsel könnte ein kürzlicher Fund in einer Kirche in der niederländischen Stadt Maastricht nun lösen.

Menschliche Gebeine bei Bauarbeiten entdeckt

Konkret wurden im Zuge von Bauarbeiten in der Kirche St. Peter und Paul menschliche Gebeine entdeckt. Wie der niederländische Sender L1 Nieuws berichtete, wurde der Fund bereits im Februar gemacht: Damals war bei Reparaturarbeiten im Hauptschiff ein Teil des Fußbodens des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gotteshauses eingebrochen.

Indizien sprechen für prominente Grabstätte

Nach ersten Einschätzungen könnten die Gebeine mit D'Artagnan in Verbindung stehen. Ob es sich tatsächlich um die sterblichen Überreste des berühmten Musketiers handelt, ist allerdings noch offen. Mehrere Indizien stützen jedoch die Vermutung: So befindet sich das Grab in unmittelbarer Nähe des früheren Altars – einem Ort, an dem damals nur prominente oder hochrangige Persönlichkeiten beigesetzt wurden. Zudem wurden bei den Gebeinen unter anderem eine Münze aus dem Jahr 1660 sowie laut weiteren Medienberichten ein Teil eines Bleigeschosses gefunden. Der Fund wird L1 Nieuws zufolge derzeit in einem archäologischen Institut in Deventer untersucht.

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