Aktueller Otto Immobilien-Bericht
Wiener Zinshäuser erreichen wieder Milliardenvolumen

| Redaktion 
| 26.03.2026

Der aktuelle Bericht von Otto Immobilien zeigt, dass sowohl das Transaktionsvolumen als auch die Anzahl der Abschlüsse deutlich gestiegen sind.

Der aktuelle Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien zeigt eine deutliche Belebung am Wiener Markt. Im Jahr 2025 erreichte das Transaktionsvolumen rund 1,04 Milliarden Euro und lag damit um 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkäufe auf 348 Transaktionen und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren.

Eugen Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien, ordnet diese Entwicklung ein: "Der Wiener Zinshausmarkt sendet mit dem Überschreiten der Milliardenschwelle ein klares Erholungszeichen. Nicht nur das Volumen, sondern auch die Transaktionsanzahl ist gestiegen. Ein Signal, dass sich das Vertrauen der Investor:innen verstärkt.“

Zweite Jahreshälfte mit differenzierterem Verlauf 

Im zweiten Halbjahr 2025 zeigte sich ein gemischtes Bild. Während das Transaktionsvolumen mit rund 439 Millionen Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres blieb (2. HJ 2024: rund 476 Millionen Euro), nahm die Zahl der Abschlüsse aber von 151 im ersten auf 157 im zweiten Halbjahr weiter zu. Ein wesentlicher Grund für das geringere Volumen war der Rückgang bei Share Deals infolge geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen.

Martin Denner, Research-Leiter bei Otto Immobilien, sieht dennoch eine positive Entwicklung: "Von Rekordwerten wie in den Jahren 2021 und 2022 ist der Zinshausmarkt zwar noch entfernt. Wir erwarten aber, dass sich die Erholung fortsetzt und rechnen heuer mit einem weiteren Wachstum des Transaktionsvolumens."

Unternehmen prägen den Markt

Sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite dominierten zuletzt Unternehmen das Geschehen. Im zweiten Halbjahr 2025 entfielen rund 90 Prozent des Kaufvolumens und 72 Prozent des Verkaufsvolumens auf juristische Personen. Gleichzeitig treten vermehrt neue Marktteilnehmer:innen auf, die bisher nicht im Zinshaussegment aktiv waren.

"Die Rückkehr der Zinshausentwickler:innen und das gestiegene Interesse institutioneller Verkäufer:innen, die das freundlichere Marktumfeld für langfristig aufgeschobene Transaktionen nutzen, beleben den Markt spürbar. Gleichzeitig sehen wir erstmals seit Jahren, dass immer mehr Eigentümer:innen ihre Zinshäuser offen und transparent am Markt anbieten. Strukturierte Verkaufsverfahren gewinnen gegenüber diskreten Off-Market-Prozessen wieder an Bedeutung", erklärt Philipp Maisel, Leiter Investment bei Otto Immobilien.

Transaktionsvolumen Zinshaus © Otto Immobilien

Preise stabilisieren sich und steigen in Toplagen

Nach einer Phase rückläufiger Preise zeigt sich nun eine Stabilisierung. In einzelnen Bezirken, insbesondere in zentralen Lagen, wurden erstmals wieder Preissteigerungen festgestellt. So erhöhten sich die Mindestpreise in den Bezirken 1., 4. und 9. um zwei bis sechs Prozent. Auch die Maximalpreise legten im Schnitt leicht zu. Der aktuelle Minimalpreis liegt bei 1.540 Euro pro Quadratmeter, während Spitzenwerte in Toplagen bis zu 10.557 Euro pro Quadratmeter erreichen. Die durchschnittliche Rendite beträgt rund 3,15 Prozent.

"Die Talsohle bei den Preisen ist klar durchschritten. Zinshäuser in guten Lagen werden wieder als das gesehen, was sie sind, nämlich eine langfristig stabile Anlage mit nachhaltigem Mietzinspotenzial", betont Maisel. 

Bestand an Zinshäusern geht weiter zurück

Parallel zur Marktentwicklung sinkt der Bestand an Gründerzeit-Zinshäusern in Wien kontinuierlich. Aktuell werden 13.346 Objekte gezählt, ein Rückgang sowohl gegenüber der letzten Erhebung als auch langfristig seit 2009. Hauptursache bleibt laut Otto Immobilien die Umwandlung in Wohnungseigentum, während Abrisse nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Positive Erwartungen für 2026

Auch für das laufende Jahr wird mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung gerechnet. Bereits im ersten Quartal 2026 ist die Nachfrage gestiegen. Philipp Maisel beschreibt die aktuelle Stimmung so: "Die Marktstimmung hat sich in den letzten Quartalen spürbar aufgehellt. Die Dynamik, die wir im zweiten Halbjahr 2025 beobachtet haben, setzt sich fort. Wir gehen davon aus, dass es in einzelnen Bezirken erneut zu Preisanstiegen kommen wird."

Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Transaktionsvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro erwartet. "Der Wiener Zinshausmarkt hat bewiesen, dass er Krisen übersteht und gestärkt aus ihnen hervorgeht. Wer jetzt investiert, tut das auf einem stabilen Fundament und mit Aufwärtspotenzial", fasst Eugen Otto zusammen. 

www.otto.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV