Vor 140 Jahren wurde in Mühldorf im Bezirk Krems die erste Raiffeisenkasse Österreichs gegründet. Nachdem Raiffeisen NÖ-Wien das Jubiläumsjahr bereits Anfang Mai im Rahmen seiner Jahrestagung in der Messe Wien vor rund 850 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eingeläutet hatte (LEADERSNET berichtete), wurde nun am historischen Ausgangspunkt der Genossenschaftsbewegung gefeiert. Zum Festakt kamen Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Landwirtschaft und den Blaulichtorganisationen ebenso wie Mitarbeitende von Raiffeisen und zahlreiche Besucher:innen aus Mühldorf und Umgebung.
Vom lokalen Kreditverein zum Wirtschaftsfaktor
Aus einer von Handwerkern und Landwirten gegründeten Darlehenskasse hat sich in den vergangenen 140 Jahren eine Unternehmensgruppe mit großer wirtschaftlicher Bedeutung für Österreich entwickelt. Heute betreut Raiffeisen bundesweit rund 1,3 Millionen Kund:innen, beschäftigt 13.000 Mitarbeiter:innen und trägt jährlich rund drei Milliarden Euro zur heimischen Wirtschaftsleistung bei.
"140 Jahre Raiffeisen in Österreich – das sind 140 Jahre Verantwortung, die unsere Organisation übernommen hat. 140 Jahre Nähe zu den Menschen, gelebte Solidarität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, die wir in diesen Tagen besonders brauchen", betonte Erwin Hameseder, Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes, in seiner Jubiläumsansprache. Zugleich verwies er auf jene Eigenschaften, die die Entwicklung der Organisation mitgetragen hätten: "Regionale Verankerung, Resilienz und Innovationskraft sind Stärken, die uns ausmachen und prägen." Diese hätten dazu geführt, dass Raiffeisen heute nicht nur ein bedeutender Teil der österreichischen Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft sei. Zudem betonte Hameseder im Hinblick auf die 140-jährige Geschichte, dass diese "nie eine Geschichte des Stillstands, sondern immer eine Geschichte des Wandels und der Antworten auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit" gewesen sei. Raiffeisen verbinde seit jeher wirtschaftliche Kompetenz mit regionaler, sozialer Verantwortung. "Wir sind modern und innovativ, ohne unsere Wurzeln zu vergessen", so der Generalanwalt.
Nähe zu den Menschen als Erfolgsrezept
Dass die genossenschaftliche Idee auch auf regionaler Ebene gelebt wird, unterstrich Doris Berger-Grabner, Obfrau der Raiffeisenbank Krems. "Mühldorf ist die Wiege der Raiffeisenidee in Österreich", sagte sie. Begonnen habe vor 140 Jahren alles mit der Frage: "Wer leiht uns Geld, wenn es sonst niemand tut?" Inzwischen habe man allein im vergangenen Jahr 211 Familien in der Region bei der Finanzierung ihres Eigenheims unterstützt sowie rund 200 Vereine und Projekte gefördert. "Unsere wichtigste Stärke steht in keiner Bilanz – unsere Stärke sind die Menschen, die uns kennen und uns vertrauen", so Berger-Grabner.
Ebenfalls zu Wort kam Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die in ihrer Festrede die Bedeutung des genossenschaftlichen Modells für Niederösterreich erläuterte. "Wir feiern heute weit mehr als das Jubiläum einer Bank. Wir feiern eine Idee, die Generationen getragen, Niederösterreich geprägt und bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat", sagte sie. Gerade angesichts großer Herausforderungen brauche es den Gedanken von Zusammenhalt und Verantwortung mehr denn je.
Nicht zuletzt hob der Mühldorfer Bürgermeister Roland Berger in seiner Ansprache die langjährige Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Raiffeisen hervor. Darüber hinaus erinnerte er an die Geschichte Mühldorfs, das neben seiner Rolle als Gründungsort der ersten Raiffeisenkasse auch durch den früheren Grafitbergbau und die Nähe zum Spitzer Graben geprägt wurde.
Hochkarätige Gäste beim Festakt
Die Feierlichkeiten begannen mit einem Dankgottesdienst, geleitet von Diözesanbischof Alois Schwarz und Ludwig Wenzel, Abt des Stiftes Melk. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Mühldorf sowie der Militärmusik Niederösterreich.
Unter den Fest- und Ehrengästen tummelten sich neben den bereits genannten unter anderem Martin Hauer (Generaldirektor Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien), Michael Höller (designierter CEO Raiffeisen Bank International), Klaudia Tanner (Bundesministerin für Landesverteidigung), Stephan Pernkopf (NÖ-LH-Stellvertreter), Sven Hergovich (NÖ-Landesrat), Eva Prischl (NÖ-Landesrätin), Günter Stöger (Bezirkshauptmann Krems), Daniela Obleser (Bezirkshauptfrau Melk), Georg Härtinger (NÖ-Militärkommandant), Martin Boyer (NÖ-Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter), Stefan Jauk (Generaldirektor Niederösterreichische Versicherung), Irene Neumann-Hartberger (Präsidentin Bundesbäuerinnen), Georg Strasser (Präsident Österreichischer Bauernbund), Johannes Schmuckenschlager (Präsident NÖ-Landwirtschaftskammer) sowie Ernst Kapfinger (Präsident Österreichischer Rübenbauernbund).
LEADERSNET war ebenfalls dabei. Eindrücke finden Sie in Kürze in unserer Galerie.
www.raiffeisenholding.com
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