Fotos vom AMA-Forum Fleisch
Warum die Fleischindustrie den Fokus wieder auf den Wert legen will

| Wolfgang Zechner 
| 07.06.2026

Mehr als 160 Branchenvertreter:innen diskutierten beim AMA-Forum Fleisch in Wien über Qualität, Regionalität, Tierhaltung und Transparenz. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Fleisch und Fleischprodukte in einem zunehmend preisgetriebenen Marktumfeld erfolgreich positionieren lassen.

Während draußen, 19 Stockwerke tiefer, die Donau vorbeifließt, diskutierte die heimische Fleischbranche hoch über den Dächern Wiens über ihre Zukunft. In der wolke19 im Ares Tower versammelte das AMA-Forum Fleisch mehr als 160 Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Lebensmitteleinzelhandel, Großhandel und Interessenvertretungen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Qualität, Herkunft, Tierhaltung und Transparenz in einem zunehmend preisgetriebenen Marktumfeld wieder stärker in den Fokus rücken können. "Fleisch und das Wertspiel: Warum billig teuer wird" lautete das Motto der diesjährigen Veranstaltung und die Branche suchte dabei nach Antworten auf eine zentrale Frage: Wie kann der Mehrwert von Fleisch für Konsument:innen sichtbarer gemacht werden?

"Gerade im Sommer zeigt sich oft ein Widerspruch: Für hochwertige Griller wird gerne Geld ausgegeben, bei Fleisch und Würstel am Rost entscheidet aber häufig der günstige Preis", sagte AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek zur Eröffnung der Veranstaltung. Regionales Fleisch stehe jedoch für Qualität und hohe Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ziel müsse es sein, die Diskussion "vom Preis zurück zum Wert" zu führen.

Vertrauen und Herkunft als Kaufargumente

Welche Faktoren Kaufentscheidungen tatsächlich beeinflussen, erläuterten unter anderem Tabea Höllger von Brand Trust und Market-Institutsvorstand Werner Beutelmeyer. Ihre Botschaft: Geschmack, Regionalität, Transparenz und Vertrauen zählen zu den wichtigsten Argumenten beim Fleischkauf. Die österreichische Fleischwirtschaft verfüge über weitreichende Stärken, müsse diese aber noch konsequenter kommunizieren.

Auch AMA-Marketing-Aufsichtsratsvorsitzender Lorenz Mayr verwies auf die Bedeutung der rot-weiß-roten Gütesiegel. Diese stünden für nachvollziehbare Herkunft, hohe Qualitätsstandards und die Leistungen der heimischen Landwirtschaft.

Internationale Beispiele und neue Kampagne

Internationale Perspektiven lieferten Kirsten Otto von der deutschen Initiative Fleisch sowie der spanische Branchenberater Guillem Burset. Während Otto aktuelle Kommunikationsstrategien aus Deutschland präsentierte, zeigte Burset anhand des spanischen Schweinemarktes, wie sich Märkte durch Effizienz, Konzentration und klare Positionierung verändern. Beide Vorträge machten deutlich, dass sich österreichische Produkte vor allem über Qualität und Herkunft differenzieren können.

Zum Abschluss präsentierte die AMA-Marketing ihre neue Always-on-Kampagne rund um das AMA-Gütesiegel. Ziel ist es, die Siegel als Orientierungshilfe beim Einkauf weiter zu stärken und ihre Kaufrelevanz auszubauen.

KEYaccount/LEADERSNET war auch mit einem Fotografen vor Ort. Alle Fotos finden Sie hier.

www.ama.at

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