aitark
Grazer Start-up will KMU bei wachsendem ESG-Druck unterstützen

| Larissa Bilovits 
| 22.03.2026

Mit aitark sollen kleine und mittlere Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten zentral bündeln, strukturieren und daraus konkrete nächste Schritte ableiten können. Ein KI-gestützter Ansatz soll für mehr Überblick und weniger administrativen Aufwand sorgen.

Unternehmen sehen sich im Zuge der ökologischen und digitalen Transformation mit immer umfangreicheren Anforderungen an ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung konfrontiert. In der Praxis scheitert deren Umsetzung jedoch oft noch an verstreuten Daten, unübersichtlichen Ablagen und hohem manuellem Aufwand. Genau an diesem Punkt will ein junges Start-up aus Graz ansetzen: Das Gründertrio Jakob Gmoser, Simon Rauscher und Ludwig Thier haben mit aitark eine Software entwickelt, die die Sammlung und Strukturierung von Nachhaltigkeitsdaten deutlich erleichtern soll.

Von Datenchaos zu Klarheit

Für viele KMU mögen Nachhaltigkeitsberichte auf den ersten Blick noch freiwillig erscheinen, in der Praxis sind sie das allerdings längst nicht mehr. Seit Inkrafttreten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) müssen große Unternehmen umfassende ESG-Daten offenlegen und reichen diese Anforderungen entlang ihrer Lieferketten weiter. Gleichzeitig knüpfen Banken Finanzierungen zunehmend an Nachhaltigkeitskennzahlen, auch bei Förderungen und Ausschreibungen werden entsprechende Nachweise immer öfter vorausgesetzt. Wer hier keine strukturierten Daten liefern kann, riskiert schlechtere Kreditkonditionen oder sogar den Verlust von Aufträgen – und gerät damit schon lange vor einer gesetzlichen Verpflichtung unter erheblichen Zugzwang.

Genau hier liegt für viele kleinere Betriebe die Herausforderung: Während Konzerne eigene ESG-Teams aufbauen, sind relevante Informationen in KMU oft auf Einkauf, Energieabrechnungen, Fuhrpark, Produktion oder Lieferant:innen verteilt – meist über Excel-Listen, E-Mails und persönliche Ablagen hinweg. "Das kostet Zeit, Geld und Energie – Ressourcen, die eigentlich dort gebraucht werden, wo Nachhaltigkeit wirklich entsteht: in konkreten Maßnahmen statt administrativen Abläufen", sagt Co-Founder Simon Rauscher, der dieses Datenchaos mit seinem Start-up in geordnete Prozesse überführen will: Die Plattform bündelt relevante Nachhaltigkeitsdaten an einem Ort, strukturiert sie automatisiert und soll Unternehmen dabei unterstützen, daraus belastbares Wissen abzuleiten. Mithilfe von KI soll die Software zudem Handlungsbedarf aufzeigen, konkrete Vorschläge für nächste Schritte liefern und die Datensammlung entlang relevanter Standards begleiten.

Niederschwelliger Prozess

Laut Rauscher führt das nicht nur zu weniger Aufwand, weniger Fehlern und geringeren Kosten bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern schafft auch mehr Freiraum für konkrete Maßnahmen: "Wir haben ein System geschaffen, das Unternehmen wirklich entlastet. Eine Plattform, die die tägliche Arbeit vereinfacht, statt sie komplizierter zu machen."

Was vor zwei Jahren als Idee in einem kleinen Büro im steirischen Fürstenfeld begann, sei inzwischen zu einem einsatzbereiten Produkt geworden. Entwickelt worden sei aitark mit dem klaren Anspruch, Nachhaltigkeitsberichterstattung auch für KMU praktikabel zu machen. Die Software soll den gesamten Prozess so niederschwellig gestalten, dass ihn auch Unternehmen ohne eigene Nachhaltigkeitsabteilung bewältigen können. Darüber hinaus lassen sich mit der Lösung laut Unternehmen auch weitere Anwendungsfälle wie ISO-Zertifizierungen, der digitale Produktpass und andere Anforderungen abbilden.

www.aitark.io

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