Die Österreichische Post AG erweitert ihr Portfolio und steigt mit "Yelllow" in den Mobilfunkmarkt ein. Das neue Angebot ist ab 1. April 2026 österreichweit in rund 1.700 Postfilialen und Postpartnern sowie online verfügbar (LEADERSNET berichtete). Am Donnerstag wurden im Rahmen einer Launch-Pressekonferenz alle Details zu den Handy- und Internettarifen vorgestellt. Im Zentrum stehen laut Unternehmen einfach strukturierte Tarife ohne Vertragsbindung sowie persönliche Beratung vor Ort. Als Netzpartner hat man sich für A1 entschieden.
Für einen bewusst ungewöhnlichen Auftritt sorgte Generaldirektor Walter Oblin, der die Präsentation nicht im klassischen Business-Anzug, sondern in einem Post-Hoodie absolvierte. Hintergrund ist der jetzt startende Rollout neuer Dienstbekleidung für Filialmitarbeiter:innen, die im Rahmen der Pressekonferenz erstmals vorgestellt wurde (siehe unten).
"Günstig ja, aber nicht billig"
Oblin erklärte: "Mit Yelllow bringen wir frischen Wind in den österreichischen Mobilfunkmarkt: einfache, leicht verständliche Angebote und echte Beratung vor Ort." Man kombiniere diesen Ansatz mit "dauerhaft günstigen Tarifen" und flächendeckender Präsenz. Yelllow richte sich an Kund:innen, die einen Anbieter suchten, der "nicht nur digital, sondern auch persönlich erreichbar ist".
Zugleich hob Oblin den Servicecharakter hervor, der sich aus dem dichten Filialnetz der Post ergebe. Die persönliche Betreuung sei ein wesentliches Differenzierungsmerkmal. Man wolle sich bewusst nicht als billigster Anbieter positionieren und verzichte daher auf kurzfristige Lockangebote, die nach wenigen Monaten teurer würden. Yelllow stehe vielmehr für eine stabile Preisgestaltung – "günstig ja, aber nicht billig", so Oblin sinngemäß.
Ziele
Auf die LEADERSNET-Frage, ab wann das Mobilfunkangebot in die Schwarzen Zahlen kommen soll, sagte Oblin, dass man sich zum Ziel gesetzt habe, in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren profitabel zu sein. Laut dem Generaldirektor seien die Kosten für Zusatzaufwand und Hochlauf überschaubar. Die meisten Ausgaben würden auf den Marketingaufwand entfallen, aber auch hier soll der Werbeetat – im Vergleich zur Konkurrenz – deutlich geringer ausfallen. Oblin ist sich sicher, dass Yelllow schnell zu einer starken, im ganzen Land bekannten Marke wird. Bei der Kundenzahl nehme man sich die bank99 zum Vorbild und strebe langfristig rund 300.000 Mobilfunkkund:innen an.
Angebotsdetails
Zum Marktstart umfasst das Angebot vier Mobilfunktarife ohne Bindung. Diese reichen von einem Einstiegsprodukt mit 75 GB Datenvolumen um 9,89 Euro monatlich bis zu einem Tarif mit 200 GB um 18,89 Euro. Ergänzt wird das Portfolio durch einen speziellen Tarif für Personen ab 65 Jahren. Zusätzlich bietet die Post zwei Internettarife mit unbegrenztem Datenvolumen an, die Geschwindigkeiten von bis zu 120 Mbit pro Sekunde erreichen und bis zu 28,79 Euro monatlich kosten.
Laut Unternehmensangaben gilt für alle bis Ende Juni 2026 abgeschlossenen Tarife ein dauerhaft gleichbleibender Preis. Ergänzend stehen Zusatzpakete etwa für Datenvolumen, Roaming oder Auslandstelefonie zur Verfügung.
Smartphones und Router
Auch im Hardware-Bereich verfolgt die Post eine klar definierte Positionierung. Oblin erklärte sinngemäß, man verzichte bewusst darauf, in Kombination mit den eigenen Tarifen die teuersten Smartphones anzubieten, und wolle stattdessen "die Mitte der Gesellschaft" ansprechen. Entsprechend umfasst das Sortiment vor allem Mittelklassegeräte von Samsung (Top-Modell ist das Vorjahres-Flaggschiff Galaxy S25), Einstiegsmodelle von Xiaomi sowie speziell auf ältere Kund:innen ausgerichtete Modelle von Emporia. Für die Internettarife wird zudem ein leistungsstarker Router von ZTE angeboten.
Neben dem Produktangebot setzt die Post auf ein erweitertes Beratungskonzept in den Filialen. Kund:innen können Geräte vor Ort testen und erwerben; alternativ ist eine Zustellung möglich.
Neu: Dienstkleidung, Branding und Sonderbriefmarke
Parallel zum Produktstart wird ein neuer Markenauftritt umgesetzt. Postfilialen erhalten ein Yelllow-Branding mit eigenen Präsentationsbereichen. Zudem wird die Dienstkleidung modernisiert. Diese umfasst künftig unter anderem Polos, Westen und Hoodies, die gemeinsam mit Marina Hoermanseder entwickelt worden seien und einen höheren Tragekomfort bieten sollen.
Ein weiteres Element ist eine Sonderbriefmarke mit integriertem QR-Code, der auf digitale Inhalte verweist und damit klassische Postdienstleistungen mit digitalen Anwendungen verbindet.
Fazit
Abschließend betonte Oblin, man setze bewusst auf ein reduziertes Konzept. Mobilfunk solle "einfach, günstig und nah bei den Menschen sein". Yelllow verstehe sich als Alternative zu komplexen Vertragsmodellen ebenso wie zu reinen Online-Discountern.
LEADERSNET war bei der Launch-Pressekonferenz. Fotos sehen Sie in Kürze in unserer Galerie.
www.yelllow.at
www.post.at
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